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Blick hinter die Kulissen – die Ystad Studios

Plötzlich stehe ich in Kurt Wallanders Wohnzimmer. Kurz darauf nehme ich hinter einem Schreibtisch aus der Polizeiwache aus „Die Brücke“ Platz. Ein paar Schritte weiter schaue ich mich im Raumschiff des schwedischen Kinderfilms „Vintergatan“ um. Aber das ist noch nicht alles, was man im Ystad Studios Visitor Center (YSVC) sehen und vor allem machen kann.

Denkt man an Filmproduktionen in Schweden, dann hat man wahrscheinlich nicht als Erstes Ystad im Kopf. Klar, die meisten Filme werden in Stockholm gedreht und produziert. Aber Ystad muss sich nicht verstecken. Seit 2004 gibt es die Ystad Studios, in denen Teile von 44 Wallander-Filmen, manche Szenen von „Die Brücke“ (im schwedischen Original: „Bron“) und einige andere Filme gedreht wurden. Die Studios an sich können nicht besichtigt werden, aber direkt nebendran wurde das Besucherzentrum eingerichtet. Das ist zwar nicht allzu groß, macht aber großen Spaß.

Das Raumschiff aus „Vintergatan“

Filmproduktion im ehemaligen Garnisonsgelände

Ohne Henning Mankell und seinen Kommissar Kurt Wallander gäbe es die Ystad Studios nicht. 2004 wurden sie auf dem ehemaligen Garnisonsgelände in einer Halle der Luftwaffe gegründet, um Szenen aus den Wallander-Filmen dort einzuspielen. 44 wurden es insgesamt, darunter die in Deutschland bekannten Wallander. Aber auch die britische Version mit Kenneth Brannagh in der Hauptrolle fand hier ihren Ursprung.

Im Ystad Studios Visitor Center, das im Frühjahr 2018 zum ersten Mal seine Türen öffnete, können manche Kulissen, Kostüme und Requisiten aus den Filmen, die hier produziert wurden, besichtigt werden. Das ist vor allem dann spannend, wenn man die Filme kennt. So gehe ich die Mariagatan entlang, finde Kurt Wallanders Briefkasten, trete ein und stehe in seinem Wohnzimmer. Ein Raum weiter befindet sich die Polizeiwache aus den britischen Wallander-Filmen.

Blick durchs Fenster in Wallanders Wohnzimmer

Werde selbst Filmproduzent im Ystad Studios Visitor Center

Das YSVC will aber nicht nur Kulissen zeigen, sondern vielmehr insbesondere Kindern und Jugendlichen vermitteln, wie Filme entstehen. Daher gibt es zum Beispiel auch Manuskripte zu den Filmen zu sehen. Die Highlights sind aber mit Sicherheit all diejenigen Räume, in denen man selbst zum Filmproduzenten werden kann. So bietet ein Greenscreen die Gelegenheit, sich in unterschiedliche Landschaften zu „versetzen“. In einem Tonstudio kann man sich als Geräuschemacher ausprobieren. Und in einem kleinen Animationsstudio kann man selbst kurze Trickfilme produzieren.

Greenscreen
Das YSVC ist nicht nur ein Museum, sondern ein interaktiver Ort: hier der Greenscreen

Diese Angebote richten sich wie gesagt vor allem an Kinder und Jugendliche. Aber auch für Erwachsene sind sie ein großer Spaß und richtig interessant.

Schade, dass das Ystad Studios Visitor Center nicht größer ist. Denn ich würde mich gerne noch länger darin aufhalten und noch mehr meine Fähigkeiten als Schauspieler, Techniker und Produzent erproben.

Die Ystad Studios von außen

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

Das YSVC ist täglich außer freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise: Erwachsene 120:- SEK, Kinder (5-18 Jahre) 60:- SEK; Familien mit bis zu drei Kindern zahlen nur 300:- SEK.

 

Hier findest du weitere Informationen über Ystad.

 

Ein herzlicher Dank für die Unterstützung und Kooperation geht an: Ystad Visitor Center und