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Vasterdrottningen: eine Hymne auf den Norden

Brücke bei Tallberg Vasterdrottningen

Sie fotografiert Winterlandschaften in Västerbotten, bei denen man die Kälte spürt und es einem zugleich warm wird. Thea – bei Instagram als vasterdrottningen unterwegs – dokumentiert mit viel Stil und Klarheit das Leben ihrer Heimat im schwedischen Västerbotten. Nicht nur die dortige Landschaft, auch kleine Momente, Details und alltägliche Dinge schildert sie. Damit wird ihr Auftritt bei Instagram zu einer Hymne auf den schwedischen Norden.

Was sie am Norden so fasziniert, verrät sie im Interview.

 

Wie würdest du dich selbst als Fotografin beschreiben?

Ich würde mich als ziemlich spontan und ruhig beschreiben. Ich schildere meistens meinen Alltag und die Orte, die ich besuche, und versuche dabei, die Gefühle zu vermitteln, die sie mir geben. Weil ich oft draußen in der Natur bin, um mich zu erholen, kleine Details zu entdecken und es ruhig angehen zu lassen, erleben die meisten meine Bilder ebenfalls als ruhig und leise.

Helle Sommernächte, Foto: vasterdrottningen
Helle Sommernächte, Foto: vasterdrottningen

Wie würdest du deinen Bildstil beschreiben? Wie sieht dein roter Faden aus?

Ich habe einen deutlichen roten Faden durch das, was ich besonders mag: kalte Töne. Das Schlimmste für mich ist hellgrünes Gras, besonders im Sonnenschein. Im Sommer fotografiere ich daher ungerne an den sonnigsten Tagen. Ich mag es auch nicht, mit Blitz zu fotografieren, sondern ich verwende immer natürliches Licht.

Ich ziehe zudem Bilder im Hochformat vor und habe den Fokuspunkt bzw. das Motiv oft im unteren Drittel des Bildes platziert. Der „goldene Schnitt“ spielt natürlich bei den meisten meiner Bilder eine Rolle, aber ich mag auch zentrierte Motive mit viel Himmel darüber.

Die dominierenden Gefühlsstimmungen in meinen Bildern sind oft Ruhe, Stille, Isolation / Einsamkeit und ein kleiner Mensch in einer großen Welt.

Mit Bildbearbeitung gehe ich sehr sparsam um. Meistens verändere ich nur den Kontrast oder den Tonwert, um etwas mattere Töne zu erhalten.

 

Du fotografierst als vasterdrottningen vor allem die nordschwedische Landschaft. Was fasziniert dich an der Natur in Nordschweden besonders?

Es gibt immer etwas Neues zu entdecken, obwohl ich fast mein ganzes Leben lang hier in der Region Västerbotten gelebt habe. Einen und denselben Platz gibt es in tausend verschiedenen Variationen, die sich mit den Jahres- und Tageszeiten verändern.

Auch die Landschaft ist verschieden. Wir haben das Meer, Seen, Wald, Berge, Flüsse und Felder. Zudem sehr schöne alte Bauten und wunderschöne Naturreservate, viele Tierarten und Naturphänomene wie Nordlichter und die hellen Sommernächte.

Der Wasserfall Brudslöjan, Foto: vasterdrottningen
Der Wasserfall Brudslöjan, Foto: vasterdrottningen

Zu welcher Zeit bzw. Jahreszeit fotografierst du am liebsten?

Ich ziehe den Winter vor, wenn das Licht wieder zurückkehrt. Februar und März sind absolut fantastisch. Da beginnt der Winterfrühling, die fünfte Jahreszeit in Nordschweden. Die Tage sind hell, aber noch immer tanzen nachts Nordlichter über den Himmel.

Den Sommer mag ich eigentlich wegen der Wärme nicht so sehr, aber in den hellen Sommernächten kann ich auch am Abend fotografieren, wenn es etwas kühler wird. Das ist wunderschön.

Ich mag auch den Herbst sehr, vor allem September und Oktober, ehe das Laub von den Bäumen fällt und die Natur sich in alle Farben des Regenbogens kleidet. Aber auch dann vermeide ich die sehr sonnigen Tage, um nicht allzu „schreiende“ Farben in die Bilder zu bekommen.

Grundsätzlich wähle ich die Zeitpunkte, Jahreszeiten und Umgebungen so aus, dass ich möglichst naturnahe Töne in den Bildern habe, ohne im Nachgang massenhaft viel nachzubearbeiten.

Gibt es einen Platz, einen Ort oder ein Gebäude, das du liebst zu fotografieren und zu dem du immer wieder zurückkehrst?

Ich fotografiere meist in meinem Heimatort Bureå, aber ich begebe mich, sobald es die Gelegenheit dazu gibt, auch mit großer Freude auf Abenteuer in anderen Teilen von Västerbotten, meinem Heimatlän und meiner Heimatlandschaft.

Einsames Boot, Foto: vasterdrottningen
Einsames Boot, Foto: vasterdrottningen

Kannst du einen bestimmten Ort in Schweden empfehlen, an dem man toll fotografieren kann?

Ich liebe Västerbotten. Hier gibt es vieles Magisches zu entdecken, das ganze Jahr über. Wenn du hierher kommst, kannst du auch in den Nachbarlän Norrbotten fahren. Abisko ist ein ganz klarer Lieblingsplatz. Aber auch Älvsbyn, Jokkmokk, Piteå, Luleå und Tornedalen sind absolut fantastische Orte, an denen es unglaublich viel zu lernen, entdecken und erleben gibt.

 

Welche Ausrüstung verwendest du? Gibt es etwas in deiner Fototasche, ohne das du nicht auskommen magst?

Meine Ausrüstung ist ziemlich einfach: Nikon D800* mit der Festbrennweite 50mm F1.8 (Nikkor) und einem 24-70mm F2.8-Objektiv (Nikkor). Ich verwende vor allem die Festbrennweite. Mein 24-70-Objektiv benutze ich momentan nur, um Nordlichter zu fotografieren.

Vor kurzem habe ich mir auch eine wasserdichte Olympus Tough TG4* angeschafft, die ich bei Kanutouren und ähnlichen Abenteuern, bei denen ich meine teure Nikon nicht riskieren möchte, dabei habe.

Darüber hinaus habe ich ein Stativ und einen Selbstauslöser. Ich habe nur das in meiner Kameratasche, was ich auch brauche, nicht Überflüssiges oder Unnötiges. Meine Fototasche ist übrigens ein Kånken mit Kameraeinsatz*.

Vielen Dank für das Interview!

 

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Fotos: Alle Fotos in diesem Artikel stammen von Thea (vasterdrottningen).

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