Schwedisch lernen

Kurzgeschichten aus Westschweden – für fortgeschrittene Schwedischlernende

Kurzgeschichten aus Westschweden von Carina Middendorf

Die Situation kennen wahrscheinlich viele, die schon mal eine Fremdsprache gelernt haben: Irgendwann hat man solche Fortschritte gemacht, dass die oft doch ziemlich konstruierten und meist auch simplen Texte der Lehrbücher einen langweilen. Komplette Romane stellen aber noch eine Überforderung dar. Und dazwischen gibt nichts. Oder zumindest fast nichts. Die Schwedischlehrerin Carina Middendorf hat mit ihrem neuen Buch versucht, diese Lücke zu schließen. Und zwar mit fünf Kurzgeschichten aus Westschweden.

Wir begleiten Jenny aus Svenljunga, die für ihr Leben gerne Orgel spielt, sich aber auch mit einem eifersüchtigen Freund herumschlagen muss. Wir lernen den mürrischen, alten Bengt aus Marstrand kennen, Lisen aus Göteborg, der es irgendwann einmal reicht, den verliebten Alex aus Varberg und schließlich drei Erwachsene aus Borås, deren Mütter zu früh gegangen sind. Ganz unterschiedliche Figuren, die aber allesamt sehr echt wirken. Menschen, wie man ihnen tatsächlich in Schweden begegnen könnte. (Gut, dem mürrischen Bengt wohl eher nicht, da er kaum das Haus verlässt.) Dadurch sind die Geschichten alltagsnah – ebenso wie der verwendete Wortschatz, der dadurch beiläufig vertieft und geübt werden kann.

In Göteborg hat eine Mutter genug.

Alltagsnahe Geschichten – alltagsnaher Wortschatz

Gemäß den Angaben der Autorin und des Verlags eignen sich die Erzählungen für Schwedischlernende auf Niveau B1 oder B2. Für B1-Lerner sind sie sicherlich stellenweise noch eine Herausforderung (was ja nichts Schlechtes sein muss – im Gegenteil), da der verwendete Wortschatz durchaus in die Tiefe geht und die Satzkonstruktionen etwas komplizierter werden. Aber genau das ist ja auch das Ziel der Autorin: Es sollen etwas anspruchsvollere Texte sein, die den Lernenden fordern, aber nicht überfordern. Diesem Ziel werden die Texte gerecht.

Auch Lernende, die bereits ein höheres Niveau erreicht haben, können die Geschichten nutzen, um ihr Wissen und ihren Wortschatz zu vertiefen und zu verfeinern. Wörter wie „en tacka“, „en kalufs“ oder „bräka på” haben sicherlich auch im Wortschatz von Fortgeschrittenen einen Platz. Das Gute daran: Da die Geschichten mitten aus dem Leben erzählen, stammen auch die Wörter aus dem Alltagsleben – genau die benötigt man schließlich, wenn man im Urlaub oder bei einer Auswanderung Schwedisch reden möchte.

Auch wenn die Erzählungen unterhalten wollen, bleibt der didaktische Aspekt dennoch im Vordergrund. Sicherlich kann man auch die Kurzgeschichten aus Westschweden mit ins Bett nehmen und darin unter der Bettdecke schmökern. Um aber komplett in eine andere, fiktive Welt abzutauchen, dafür sind sie zu kurz und vielleicht zu alltagsnah. Das Buch ist zuvorderst eben doch ein Buch, um Schwedisch zu lernen.

Einblicke in das Leben an der schwedischen Westküste

Das will das Buch aber auch gar nicht verstecken. Immer wieder werden blaue Infokästen eingeschoben. Sie greifen landeskundliche, alltagstypische, aber auch grammatikalische oder den Wortschatz betreffende Themen auf, die in den Texten angesprochen werden. Machen es sich Jenny und ihre Schwester beispielsweise am Freitagspätnachmittag zu Hause mit Tacos gemütlich, folgt ein blauer Infokasten zu „fredagsmys“. Plant Bengt das Lunch, erfährt der Leser in einem Kasten wie die Mahlzeiten in Schweden bezeichnet werden. Zugleich lernt man die fünf Städte an der schwedischen Westküste etwas besser kennen, Schriftsteller aus der Region, die Zeitung Göteborgs Posten und und und.

In blauen Kästen warten weitere Informationen auf den Lernenden.

Da sich die Kästen an den Themen der Geschichten orientieren, folgen sie keiner bestimmten Systematik. Man lernt hier also nicht Schritt für Schritt und aufeinander aufbauend Neues, sondern die Kästen dienen vielmehr der Vertiefung oder Wiederholung. Das machen sie unaufdringlich. Wer gerade keine Lust auf Zusatzinfos hat und lieber der Geschichte folgen möchte, der überspringt die Kästen einfach.

Am Ende jeder Geschichte folgen dann noch eine Liste mit den wichtigsten Wörtern und ein paar Diskussionsfragen. Daher eignet sich das Buch auch für Schwedischlerner in einer größeren Gruppe.

Wörterliste am Ende einer Geschichte

Kurzgeschichten aus Westschweden – ideal zur Vertiefung

Fazit: Das gesetzte Ziel erreicht die Autorin auf jeden Fall. Die Kurz- und Lerngeschichten ermöglichen es Schwedischlernenden auf B1-/B2-Niveau, in etwas längere Texte einzusteigen, ohne gleich von einem dicken Roman erschlagen zu werden. Die Geschichten sind angenehm zu lesen und eröffnen Einblicke ins schwedische Alltagsleben. Mithilfe der integrierten Infokästen können verschiedene Aspekte vertieft und geübt werden. Daher sind die Geschichten sicherlich auch für Lernende auf C1-Niveau sinnvoll.

Wünschenswert wäre es, wenn es die Geschichten auch als Hörbuch gäbe. Und siehe da, wir haben bei Carina Middendorf nachgehakt, und tatsächlich: Die Geschichten werden momentan vertont. Top!

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Gewinne das Buch oder den Sprachkalender Schwedisch

Du kannst das Buch „Väst-noveller – Lerngeschichten aus Westschweden“ von Carina Middendorf nun ebenso gewinnen wie den Sprachkalender Schwedisch für das Jahr 2021, der ebenfalls im Buske Verlag erscheint. Wie du beim Gewinnspiel mitmachen kannst, erfährst du hier.

Gewinnspiel Kalender Kurzgeschichten
Sowohl die Kurzgeschichten aus Westschweden als auch den Sprachkalender Schwedisch kannst du gewinnen!

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