Schlagwort: Schweden

Alla helgons dag – das schwedische Allerheiligen

Friedhof an Allerheiligen

Ich erinnere mich noch gut an Allerheiligen – oder Alla helgons dag -, als ich als Austauschstudent in Falun lebte. Es gab eine Abkürzung von der Uni zum Wohnheim, die über einen Friedhof führte. Es war ein idyllisch gelegener mit viel Wald und einem kleinen See in der Mitte. Am ersten Samstag im November, es hatte bereits ein wenig geschneit, war ich auf einer Uni-Party. Spätabends trat ich den Heimweg an und ging wie immer über den Friedhof. Doch der war nicht wiederzuerkennen: Überall brannten Kerzen, deren Schein sich im Schnee reflektierte. Zwischen den Bäumen, wo es sonst tiefschwarz war, schimmerte es hell. Niemand außer mir war auf dem Friedhof unterwegs. Eine Pracht, eine heilige Stille, lag über dem Gräberfeld. Es war Allerheiligen.

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Trinkgeld in Schweden – Wann, wie viel oder überhaupt nicht?

Café Trinkgeld

„Vor langer Zeit kam jemand auf die Idee, dass es langweilig wäre, wenn es im Restaurant einfach nur nett ist. Sollte man nicht ein kleines Moment der Unsicherheit am Ende der Mahlzeit einführen, das eine nicht sonderlich intensive, aber dennoch beständig zunehmende Unruhe verursacht?“ Das ist natürlich historisch nicht korrekt, aber der Gedanke, den der schwedische Podcaster und Kolumnist Andrev Walden neulich in seinem Pod über das Geben von Trinkgeld formulierte, hat was. Jeder kennt es vermutlich, dieses Unsicherheitsgefühl: Wie viel Trinkgeld soll ich geben? Muss ich geben? Muss ich überhaupt? Was wirkt geizig, was überheblich? Trinkgeld zu geben, ist keine einfache Sache. Wie sieht es also aus mit dricks, mit dem Trinkgeld in Schweden?

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Stockholmsnoveller – Lerngeschichten aus Stockholm

Middendorf Stockholmsnoveller Buske-Verlag

Wer eine neue Sprache lernt, wird in den Lehrwerken mit Texten und Dialogen konfrontiert, die – nun ja – literarisch nicht gerade zu den ganz großen Würfen zählen. Was ja auch verständlich ist, schließlich geht es zunächst darum, die Sprache zu lernen, und erst in zweiter Linie um Lesegenuss. Zugleich sind literarisch anspruchsvolle Romane aber noch zu schwierig für viele Sprachlernende. Was also tun, wenn man gerne längere Geschichten lesen möchte, aber beim Sprachenlernen noch eher am Anfang steht? Schwedischlehrerin und Autorin Carina Middendorf hat eine Antwort gefunden. Beziehungsweise besser gesagt: Sie hat sie geschrieben. Denn die „Stockholmsnoveller“ wollen genau jene Lücke füllen.

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„Wintersonnenwende“ – fesselnder Pageturner aus dem Stockholmer Rotlichtmilieu

Stockholm Nordlichter

Schweden 1994/1995 – eine Zeit des Jubels, der Tristesse, des Wandels. Bei der WM in den USA feiern die schwedischen Fußballherren mit Platz 3 ihren größten Triumph. Wenige Monate später sinkt die Estonia auf den Grund der Ostsee. Die schwedische Wirtschaft kriecht nur langsam aus den Jahren der Rezession. Schweden tritt der EU bei. Der Kauf von Sex ist noch lange nicht illegal, die Prostitution blüht. Vor diesem Hintergrund ermittelt der Polizist Tomas Berg im neuen Roman „Wintersonnenwende“ von Pascal Engman und Johannes Selåker, während Journalistin Vera Berg auf der Jagd nach einer großen Story ist. Es entwickelt sich ein spannender Plot, das Buch ist ein wahrer Pageturner.

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Schweden unterirdisch – Bergbau in Schweden

Bergbau in Kiruna, Schweden

Hoher Besuch im hohen Norden: Anfang Januar 2023 reisen die schwedische Wirtschaftsministerin Ebba Busch und sogar EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Kiruna. Eingemummt in dicke Jacken lassen sie sich von Jan Moström zeigen, was hier bald aus der Erde geholt werden kann: Moström ist Leiter der Bergbaufirma LKAB, welche die riesigen Gruben in Kiruna betreibt. Jetzt wurden seltene Erden gefunden. Bis zu einer Million Tonnen können unter Kiruna liegen, davon geht Jan Moström aus. Das wird in Europa gefeiert, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Wie es prinzipiell mit dem Bergbau in Schweden nicht immer einfach und konfliktfrei ist.

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Die große Freiheitsreform, die gar nicht so groß ist

Große Freiheitsreform in Schweden?

Manchmal können die Schweden komisch sein. Die schwedische Alkoholpolitik ist restriktiv. Alkohol mit mehr als 3,5% Alkohol darf nur in den staatlichen Alkoholgeschäften Systembolaget oder in Restaurants und Bars mit einer entsprechenden Schanklizenz verkauft werden. Ansonsten ist der Verkauf strikt verboten. Nur alkoholische Getränke, die weniger als 3,5% haben, zum Beispiel das folköl, können in Supermärkten angeboten werden. Dadurch hat der Staat das Alkoholmonopol und kann den Verkauf und in gewisser Weise auch den Konsum kontrollieren.

Jetzt aber verändert sich das System. Eine Reform soll in Kraft treten, eine Reform, die Regierungschef Ulf Kristersson gar als frihetsreform, als Freiheitsreform preist. Dreimal wurde diese Reform bereits gründlich untersucht, die Folgen abgewogen, wieder verworfen und erneut aufgenommen. Jetzt endlich soll es konkret werden.

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Skål – Trinken die Schweden wirklich so viel Alkohol?

Die Schweden und der Alkohol

Die Schweden trinken immer weniger Alkohol. Was für eine Nachricht! Ein Klischee wird zerschmettert. Hauen sich unsere nordischen Nachbarn nicht bei jeder Gelegenheit, die sich ihnen bietet, einen hinter die Binde? Und besaufen sie sich nicht zur Besinnungslosigkeit, wenn sie erst einmal mit dem Trinken angefangen haben, frei nach dem Motto: Es muss sich schließlich lohnen?

Und nun vermeldet die schwedische Alkohol- und Drogenbehörde den stärksten Rückgang beim Alkoholkonsum seit Jahren. Satte 2,7 Prozent tranken die Schweden 2023 weniger als im Jahr zuvor. 8,6 Liter reiner Alkohol sind es noch pro Person über 15 Jahren. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Schnitt bei rund 10 Litern pro Person.

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