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Auswanderer-Geschichten 2: Mit Huskys in Lappland besser leben

Glückliche Huskys in Lappland in Schweden

Weit oben im hohen Norden eine eigene Huskyfarm zu gründen, das war der große Traum von Julia und Sven. Als wir auf Elchkuss nach Erzählungen von Auswanderern nach Schweden suchten, meldeten sich auch die beiden. Es sollten keine journalistischen Texte werden, sondern persönliche Berichte der Auswanderer. Sven schickte uns wenige Tage später seinen Text, dazu ein paar Bilder. Alles war bestens. So zumindest der Schein. Wie man sich doch täuschen kann …

Bevor der Artikel über das Auswandern mit Huskys nach Lappland veröffentlicht wurde, schrieben wir von Elchkuss und Sven ein paar Mails hin und her; einmal telefonierten wir kurz, um einige Details des Artikels zu besprechen. Nur einmal erschien uns etwas ein wenig suspekt: Sven meinte, er arbeite als Lektor und verdiene sich somit sein Geld. Zugleich tauchten in seinem Artikel einige Fehler auf, die eines Lektors nicht unbedingt würdig waren. Ansonsten gab es keine Anzeichen, an irgendetwas zu zweifeln.

Gemeinsam mit den Erfahrungsberichten anderer Auswanderer nach Schweden ging Anfang April 2018 auch der Artikel über das neue Leben von Sven und Julia mit Huskys in Lappland online. Das unabhängige Leben der beiden im hohen Norden, dazu die faszinierenden Bilder, die sie auf ihrer Seite huskylife.de in regelmäßigen Abständen publizierten – das weckte bei vielen Lesern eine große Sehnsucht. Doch allzu lange sollte der Artikel nicht online bleiben …

Bereits im Mai, also nur einen Monat später, begann ein im Internet öffentlich geführter Rosenkrieg zwischen Julia und Sven. Schmutz wurde hin- und hergeworfen, es gab viele Unklarheiten rund um die Hunde; wer die Wahrheit sagte, war aus der Ferne nicht ansatzweise zu erkennen. Daher entschlossen wir uns, den Artikel vorläufig offline zu nehmen.

Aus vorläufig wurde schnell für immer. Denn es kam noch deutlich schlimmer.

Versuche, Sven zu erreichen, um die Unklarheiten bezüglich seines Artikels auf Elchkuss zu beseitigen, schlugen fehl. Er war verschwunden. Abgetaucht. Wenig später war auch klar, weshalb. Ein ungeheuerlicher Verdacht: Sven soll seine eigene Mutter ermordet und einbetoniert haben. Einige Tage später wurde er von der schwedischen Polizei festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert, wo er ab Ende Mai 2018 in Untersuchungshaft saß.

Immer mehr Details aus Svens früherem Leben wurden nun bekannt. Zum Beispiel dass er wegen Betrugs schon einmal in einem südafrikanischen Gefängnis saß. Und nun eben der Vorwurf des Mords bzw. des Totschlags.

Im November begann schließlich der Prozess gegen Sven H. Aus Habgier, so die Anklage, soll er seine Mutter mit einem Schürhaken erschlagen und anschließend in einer Blumenbank einbetoniert haben. Ende Juni 2019 fällte der Richter des Landgerichts Göttingen das Urteil: Sven H. ist schuldig und muss für 13 Jahre hinter Gitter.

Julias Traum von einem neuen Leben mit Huskys in Lappland endete somit in einem Alptraum.

 

 

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Beitragsbild: huskylife.de