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Stockholm – eine Liebeserklärung

Stockholm in der Abendsonne

Die Sonne scheint an diesem Sommerabend in Stockholm noch warm vom Himmel. Sie taucht alles in goldenes Licht: das steinerne Gebäude des Reichstags und das königliche Schloss hinter mir, die Brücke, über die ich gerade gehe, die Gesichter, die mir entgegenkommen. Und das Klavier. Es steht am Ende der Brücke auf dem Gehsteig. Ein Mann sitzt davor, in sich versunken, die Finger gleiten sanft über die Tasten. Er spielt eine mir unbekannte Melodie. Eine leichte Melancholie schwingt in ihr mit. Musik liegt über der Stadt. Und das wunderbare Gefühl, dass gerade alles perfekt ist.

Das alljährliche Stockholmer Kulturfestival gibt Gründe genug, sich in die schwedische Hauptstadt zu verlieben. Aber da ist noch viel mehr.

öffentlich zugängliches Klavier beim Stockholmer Kulturfestival

Rom, Paris, London, Prag, Athen, Lissabon, Berlin und und und – Europa hat unzählige faszinierende, pulsierende, wunderschöne Hauptstädte. Sie alle sind mehr als nur eine Reise wert. Doch Stockholm bedeutet für mich mehr. Das wusste ich schon, als ich die Stadt nur als Tourist besucht habe. Seitdem ich aber für ein paar Monate hier gelebt habe, weiß ich: Es gibt einfach keine bessere Stadt als Stockholm.

Woran das liegt? Komm mit auf meinen kleinen Streifzug durch die Stadt!

Stockholm – eine Liebeserklärung

Stockholm ist eine pulsierende Großstadt und das klare Zentrum Schwedens. Im gesamten Großraum leben und arbeiten ungefähr 2,3 Millionen Menschen. Zugleich bestehen 30% der gesamten Stadtfläche aus Wasser und 40% der Landfläche aus Wald, Wiesen und Parks. Im einen Moment stehst du an einer vielbefahrenen Straße oder in der U-Bahn mit unzähligen Menschen um dich herum. Aber nur wenige Schritte weiter glaubst du dich meilenweit entfernt von jedem Großstadttrubel. Feinstaubbelastung und völlige Entspannung in der Natur sind in der Hauptstadt Schwedens nur eine Armlänge voneinander entfernt.

Stockholm ist eine Stadt der Widersprüche. Aber sie wirken nicht wie Kontraste, sondern lösen sich in einem harmonischen Mit- und Nebeneinander auf. Stockholm ist ebenso pulsierende Großstadt wie einsame Natur. Du findest buntes Treiben und absolute Ruhe. Schwedens Hauptstadt ist einerseits mondän, andererseits alternativ und hip, sie ist altehrwürdig und jugendlich modern, sie ist eine auf Felsen erbaute Stadt und zugleich eine Stadt des Wassers. Lauter Gegensätze. Aber ich nehme sie nie als Gegensätze wahr.

Mondänes Östermalm, gemütliches Gamla Stan, alternatives Södermalm

Wie bunt und unterschiedlich Stockholm sein kann, kannst du am besten bei einem Spaziergang durch die Stadt erleben. Gehe von Östermalm über Gamla Stan nach Södermalm (oder umgekehrt) und die Vielseitigkeit der Stadt wird dir regelrecht entgegenspringen.

Södermalm – vom Arbeiterviertel zum hippen Stadtteil

Södermalm ist der Prenzlauer Berg Stockholms. Früher war der Stadtteil südlich der Altstadt ein klassischer Arbeiterbezirk, heute sind die Wohnungspreise genauso unbezahlbar wie im restlichen Stockholm. Denn Södermalm – oft auch einfach nur Söder genannt – hat sich schon lange zum hippen, alternativen, bunten Stadtteil entwickelt und bildet damit in gewisser Weise den Gegenpart zu Östermalm. Rund um den Medborgarplatsen findest du unzählige Cafés und Restaurants und abends und nachts locken die Clubs zum Tanzen und Feiern. Aber hier gibt es auch noch diese urgemütlichen, leicht verwilderten Buchhandlungen, in denen man am liebsten den ganzen Tag verbringen möchte.

Ein besonderes Highlight ist der Hornstulls marknad am westlichen Ufer der Insel Södermalm. Immer samstags und sonntags herrscht hier auf dem Flohmarkt („loppis“) reges Treiben. Und auch der Magen wird mit erstklassigem Streetfood verwöhnt.

Södermalm ist auch der Ort der Aussichtspunkte. Von den hohen Klippen kann mehr wunderbar auf Gamla Stan, Kungsholmen und Norrmalm herunter- bzw. herüberschauen.

Gamla Stan – alt, eng, wunderschön

Ein gemütliches Café für die nächste Fika-Pause findest du nicht nur in Södermalm, sondern natürlich vor allem in der Altstadt Stockholms, Gamla Stan. Hier in den engen Gassen entlangschlendern, auf jedem Schritt die Geschichte der Stadt spüren, dann auf einen kleinen Platz gelangen, an dem sich Boutiquen und kleine Restaurants angesiedelt haben, das ist jedes Mal aufs Neue eine besonderes Erlebnis – und bei einem Stockholm-Besuch natürlich absolute Pflicht.

Lieblingsplatz in Stockholm
Einer meiner Lieblingsplätze in Stockholm: Brända Tomten in Gamla Stan
Blick in eine Straße in der Stockholmer Altstadt Gamla Stan

Besonders schön ist es am frühen Morgen, wenn die Touristen noch in ihren Betten schlummern und kaum jemand in den Gassen unterwegs ist. Aber auch der Abend und der Sonnenuntergang sind hervorragende Zeitpunkte, um Gamla Stan intensiv zu erleben. Da die Altstadt auf einer Insel liegt, ist das Wasser nie weit. Hier abends am Kai zu sitzen und das besondere Licht des Sonnenuntergangs zu genießen, ist einfach zauberhaft. Gehe hierfür am besten nach Riddarholmen, das ohnehin nicht so sehr von Touristen überlaufen ist.

Gamla Stan ist nicht nur eng und gemütlich, es geht hier auch prächtig und royal zu. Denn am nördlichen Ufer thront das mächtige Königsschloss. Und gleich daneben befindet sich der Reichstag, in dem das schwedische Parlament tagt. Monarchie und Demokratie direkt nebeneinander – noch so ein Widerspruch, der hier in Stockholm nie als Gegensatz wirkt.

Mondänes, reiches Östermalm

In Östermalm verändert sich das Stadtbild. Enge Gassen findest du hier kaum noch. Dafür aber prächtige Häuser, die die Uferpromenade am Strandvägen säumen, breite Straßen und teure Boutiquen und andere große Modegeschäfte. Im Ostteil des Stadtviertels haben sich viele Botschaften angesiedelt. Es ist einfach ziemlich repräsentativ hier.

Wohnen ist hier für Normalsterbliche unbezahlbar, aber dennoch kann man sich wunderbar wohlfühlen. Besonders schön ist es am Strandvägen, der hinaus nach Djurgården führt, wo sich das Freilichtmuseum Skansen, der Vergnügungspark Gröna Lund und das Vasa-Museum befinden.

Zauberhaftes Stadtbild

Stockholm verzaubert unter- und oberirdisch, zu Land und auf dem Wasser. Mich zumindest. Aber ich bin mir sicher, dass ich da nicht alleine bin. Denn das Stadtbild ist einfach malerisch.

Da sind zum einen natürlich all die schönen Häuser in Gamla Stan, Norr-, Öster- und Södermalm, die zum Teil prächtigen, zum Teil engen und gemütlichen Straßen, die vielen Sehenswürdigkeiten wie das königliche Schloss, das Stadshuset, der Reichstag oder der Kungsträdgården, der zur Kirschblüte in hellstem Rosa leuchtet, und und und.

Kirschblüte im Kungsträdgården in Stockholm
Kirschblüte im Kungsträdgården; Foto: Cecilia Larsson-Lantz / imagebank.sweden.se

Stockholm hat einen Nationalstadtpark

Zum anderen sind aber 40% der Landfläche in Stockholm Wald, Wiesen oder Parks. Die Natur ist damit ein ganz wesentlicher Bestandteil der Stadt. Überall gibt es größere und kleinere Parks, die zum Ausruhen einladen. Die Insel Djurgården ist – obwohl sie mitten in der Stadt liegt – nur zu einem kleinen Teil bebaut. Mein Wohnheim in der Nähe der Stockholmer Universität befand sich neben einem riesigen Park, einem großen Wald und einem schmalen Arm der Ostsee. Ich kam mir hier nicht wie in einer Großstadt vor, sondern vielmehr, als wäre ich irgendwo auf dem Land. Dieses Gelände rund um die Universität ist Teil des „Kungliga Nationalstadparken“, dem weltweit ersten Nationalstadtpark.

Wie grün (und blau vom Wasser) die Stadt ist, kannst du eindrucksvoll sehen, wenn du die Stadt von oben betrachtest. Gute Aussichtspunkte sind der Kaknästornet, der Turm des Stadshuset, der Katarinahissen, Mariaberget auf Södermalm und der Globen.

Die U-Bahn, ein Kunstwerk

Zum Stockholmer Stadtbild gehört aber auch das, was man nicht sofort sieht. Zum Beispiel die U-Bahn-Stationen. Nicht alle, aber einige davon sind perfekte Fotomotive. Bei manchen ist der nackte Fels in bunten Farben angemalt, an anderen sind Kunstwerke installiert. Überall gibt es etwas zum Schauen und Staunen. Damit ist die Stockholmer U-Bahn (oder: „tunnelbana“) sicherlich eine der schönsten Europas.

Wasser prägt das Stadtbild Stockholms

Stockholm ist wunderschön zu Land, faszinierend unter der Erde – aber die Stadt wäre nur halb so schön ohne das Wasser. Fast überall, wo du in Stockholm unterwegs bist, ist es nicht weit zum Wasser. Die Stadt liegt zwischen Ostsee und dem See Mälaren, der sich weit ins Landesinnere erstreckt. Sie ist auf 14 Inseln erbaut, doch östlich der Stadt tummeln sich im Stockholmer Schärengarten weitere 30.000. 15 Seen befinden sich auf dem Stadtgebiet. Wasser überall.

Auf mich hat Wasser eine ganz besondere Wirkung. Egal, ob ich mit einem Boot darüber hinwegfahre oder ob ich am Ufer sitze, immer beruhigt es mich auf eine Weise, die mir manchmal selbst rätselhaft ist. Jeder Stress ist augenblicklich ganz weit weg, es zählt nur der Moment, ich komme zu mir.

In Stockholm gibt es tausende solcher Orte, an denen ich das kann.

Blick auf Stockholm
Mitten in Stockholm: viel Wald und immer wieder Wasser; Foto: Ola Ericson / imagebank.sweden.se

Dieses Licht!

Das viele Blau sorgt aber auch dafür, dass das magische Licht des Nordens noch mehr zur Geltung kommt. Dieses Licht! Jeder, der bereits einmal im Norden gewesen ist, weiß, wovon ich spreche. Die Farben sind in der klaren, kühlen Luft viel intensiver. Im Frühling und Sommer werden die Abende unendlich lang, das Licht des Sonnenuntergangs sanft und warm.

Die angestrahlten Häuser in Gamla Stan oder am Strandvägen leuchten, die Wellen im Wasser glitzern tausendfach, irgendwie wird alles ruhiger, langsamer, harmonischer.

Das sind die ganz besonderen Momente. Momente, die aus einer schönen Stadt einen Ort zum Verlieben machen.

Stockholm – eine Kulturstadt

Nun habe ich viel vom Stadtbild und der Natur gesprochen, die die Stadt prägt. Aber eine Hauptstadt ohne ein reichhaltiges kulturelles Leben wäre eine langweilige Hauptstadt. Und das ist Stockholm definitiv nicht.

Vor allem in den Sommermonaten ist ständig etwas geboten. Herausragende kulturelle Ereignisse sind dabei das eingangs erwähnte Stockholmer Kulturfestival und die Stockholm Pride. Daneben bieten weitere Festivals viel Abwechslung: die Kulturnacht Ende April, das kulinarische Highlight „Smaka på Stockholm“ im Kungsträdgården Anfang Juni, das Festival für junges Publikum „We are Sthlm“ in der Augustmitte, das Stockholmer Jazz Festival im Oktober und das Filmfestival im November. Langweilig wird es da nicht.

Spannende Ausstellungen, Lesungen und Filmvorführungen bietet zudem das Kulturhuset am Sergels torg.

100 Museen in der Stadt

Mit ungefähr 100 Museen gehört Stockholm zu den Städten weltweit mit der höchsten Museumsdichte. Neben „Klassikern“, die du in ähnlicher Form in vielen Städten finden kannst, wie das Historische, das Technische oder das Naturhistorische Museum, und manchen sehr kleinen, die sich auf eine bestimmte Nische beschränken, wartet Stockholm mit einigen richtigen Highlights auf.

Vasa-Museum in Stockholm
Eines von vielen Highlights in Stockholm: das Vasa-Museum

Die mit Abstand beliebtesten Museen sind der Skansen und das Vasa-Museum (beide auf Djurgården). Beide haben mehr als eine Million Besucher pro Jahr. Der Skansen ist das größte Freilichtmuseum der Welt und lädt ein, das Schweden der vergangenen 500 Jahre zu entdecken. Im Vasa-Museum steht die untergegangene, aber extrem gut erhaltene Galeone Vasa aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges im Zentrum – auch für historisch nicht so interessierte Menschen absolut beeindruckend.

Weitere sehr empfehlenswerte Museum sind das ABBA-Museum, Moderna Museet, Fotografiska und das Nordische Museum.

Cafés, Bars und Clubs

Ein Tag mit vielleicht mehr als einem Museumsbesuch und langen Wanderungen durch die schönen Straßen der Stadt kann anstrengend sein. Zur Fika-Pause braucht man also schöne Cafés. Und um den Tag entspannt ausklingen zu lassen, gute Bars und Clubs.

Und auch hier kann Stockholm punkten.

In allen Stadtteilen im Zentrum, also Gamla Stan, Södermalm, Norrmalm und Östermalm, findest du unzählige Locations, die du ansteuern kannst. Die meisten Bars und Clubs haben sich zum einen in der Götgatan in Södermalm und zum anderen rund um den Stureplan in Östermalm angesammelt. Am Stureplan können die Spy Bar und Hell’s Kitchen emfohlen werden, in Södermalm Patricia, Kvarnen, Imperiet und viele mehr.

Das ist aber nur eine winzig kleine Auswahl. Am besten ist, du lässt dich einfach durch die Straßen treiben, dann wirst du schnell etwas finden.

Schären

Stockholm hat schon jetzt alles, was eine traumhafte Stadt braucht: viel Kultur, ein buntes Café- und Nachtleben, schöne Orte, Wasser und Natur. Aber Stockholm hat noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: die Schären.

Und als wäre nur ein Schärengarten etwas zu wenig, wartet die schwedische Hauptstadt gleich mit zwei auf: mit den inneren Schären im See Mälaren und den äußeren in der Ostsee.

Ein Ausflug in die Schären gehört beim Besuch der Hauptstadt dazu. Denn ohne die Inselwelt gesehen zu haben, hat man nicht die ganze Stadt gesehen. Ausflugsboote sowohl in den inneren als auch den äußeren Schärengarten gibt es zuhauf.

Kaum verlässt du die Großstadt, wirst du spüren, dass in den Schären ein anderer Takt schlägt. Obwohl du nur wenige Minuten mit dem Boot gefahren bist, ist die lärmende Stadt plötzlich ganz weit weg. Stattdessen rote und weiße Holzhäuser, Segelboote, Stege, auf denen Kinder spielen, Wälder und zwischen den Inseln die teilweise sehr engen Wasserstraßen. Weit draußen auf Sandhamn oder Utö oder auch ganz nah an der Innenstadt auf den Fjäderholmarna kannst du spazieren, Kaffee trinken, baden oder einfach mit einem Buch in der Hand faul am Strand liegen.

Auf die Schären zu fahren, ist ein wenig wie Urlaub im Urlaub machen.

Entspannung in den Schären vor Stockholm
Entspannung pur auf den Fjäderholmarna

Stockholm – eine Stadt, um sich treiben zu lassen

Das ist der Grund, weshalb ich Stockholm so liebe. Die Stadt bietet alles, was man von einer Großstadt erwartet. Aber darüber hinaus noch so viel mehr. Stockholm ist eine Stadt, in der ich mich treiben lassen kann. Das meine ich im übertragenen Sinn, aber auch ganz wörtlich. Denn die Stadt lässt sich hervorragend in einem Kajak auf dem Wasser treibend entdecken.

Und wenn ich mich treiben lassen kann, dann fühle ich mich wohl, dann will ich nicht mehr weg.

In keiner Hauptstadt kann ich das so gut und so intensiv wie in Stockholm. Danke Sthlm!

Du suchst nach dem Soundtrack für deinen Stockholm-Besuch? Hier ist ein kleiner Anfang:

  1. Lars Winnerbäck: Stockholms kyss*
  2. Magnus Uggla: Varning på stan*
  3. Patrick Isaksson: Mitt Stockholm*

Liebst du Stockholm auch? Was macht für dich diese Stadt aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Beitragsbild: Susanne Walström / imagebank.sweden.se

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Nordnerds Thema: Hauptstädte des Nordens

Nordnerds Thema Hauptstädte des Nordens

Ich bin verliebt. Und zwar mehrfach. Aber ich kann nicht anders. Immerhin verbinden sie alle in wunderbarer Eintracht Trubel und Gemütlichkeit. Sie haben einen alten Kern und glänzen zugleich mit moderner Architektur. Und vor allem: Sie alle liegen am Meer und werden vom Wasser geprägt. Wer kann sich da nicht in die Hauptstädte des Nordens verlieben?

Geht es dir ähnlich? Alle skandinavischen Hauptstädte haben einen ganz besonderen Reiz. Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Helsinki sind wahre Perlen. Und wenn wir den Begriff Skandinavien noch etwas ausdehnen, dann landen wir in Island und auf den Färöer Inseln. Auch hier entdecken wir mit Reykjavik und Tórshavn zwar nicht so prächtige, aber dennoch faszinierende Hauptstädte des Nordens.

Hauptstädte des Nordens – Orte zum Verlieben

Jede einzelne dieser Städte lohnt die Reise. Klar, über die wesentlichen Sehenswürdigkeiten kannst du dich in jedem Reiseführer oder auf den großen Tourismusseiten informieren. Doch meist spannender sind die geheimen, versteckten Orte, gemütliche Cafés, Eindrücke von Stadterkundungen, besondere Läden usw. Für das Nordnerds Thema „Hauptstädte des Nordens“ haben wir uns daher auf vielen Blogs umgeschaut, die dich in ihren Beiträgen in eine der nordischen Hauptstädte entführen.

Als Schweden-Blogger beginnen wir natürlich mit unserer absoluten Lieblings-Hauptstadt des Nordens: Stockholm.

 

Stockholm

Die schwedische Hauptstadt bietet so unglaublich viel, dass es wirklich schwer ist, sich zu entscheiden, wo man denn nun hingehen will. Da ist natürlich Gamla Stan, gleich südlich davon Södermalm. Djurgården will man aber auch nicht verpassen, die Schären ebenso wenig. Und Stockholm von oben! Aber von wo? Kaknästornet, Globen, Stadshuset, Katarinahissen[1]? Und dann all die Museen: lieber ins ABBA- oder ins Vasa-Museum? Das Fotografische und das Moderne sollen auch ganz gut sein. Skansen sowieso.

Hilfe!

Vasa-Museum in Stockholm
Eines von vielen Highlights in Stockholm: das Vasa-Museum

Stockholm bietet so viel, dass ein Besuch meistens gar nicht reicht. Wer zum ersten Mal in der Hauptstadt Schwedens ist und nicht viel Zeit hat, aber dennoch einen guten Eindruck von der Stadt gewinnen möchte, für den haben wir vier Empfehlungen zusammengestellt. Klar hat Stockholm noch viel mehr zu bieten, doch diese vier Tipps können ein guter Anfang sein.

Auch Nordnerd Rike gibt wertvolle Tipps, welche Orte sich in Stockholm lohnen. Zudem lässt sie zehn Blogger zu Wort kommen. Sie hat sie gefragt: Was sind eure Lieblingsorte in Stockholm? Herausgekommen ist eine Sammlung ganz unterschiedlicher Plätze.

Lieblingsplatz in Stockholm
Einer unserer Lieblingsplätze in Stockholm: Brända Tomten in Gamla Stan

Wie Rikes Artikel ist auch der Beitrag von Harriett schon etwas älter, aber nach wie vor absolut aktuell. Harriett alias Fräulein Anker hat den Szene-Stadtteil Södermalm erkundet und dabei ein paar wirklich schöne Orte, Cafés und Läden entdeckt.

Dem Charme Stockholms erliegen viele, so auch die Reiseeule Liane. Sehr bildreich nimmt sie dich mit auf ihre Stadterkundung, bei der sie versucht hat, so viel wie möglich zu sehen. Ihre Tour beginnt in der Innenstadt, führt aber auch nach draußen bis zum Schloss Drottningholm und in den Süden zum Globen. Zudem hat sie ein paar Kuriositäten entdeckt.

 

Helsinki

Von Stockholm nach Helsinki ist es letztlich nur ein Katzensprung. Einfach am Nachmittag an Bord der Viking Line oder der Silja Line gehen und am nächsten Vormittag bist du schon in der finnischen Hauptstadt.

Zwar ist der Winter nun vorbei und es blüht auch allmählich in Helsinki. Dennoch dürfen Tarjas Winterimpressionen von ihrer liebsten Hauptstadt des Nordens hier nicht fehlen. Mit vielen herrlichen Bildern der Stadt in Weiß stimmt sie dich auf deinen Besuch in Helsinki ein.

Markthalle und Dom in Helsinki
Weiß und strahlend thront er über der Stadt: der Dom (im Vordergrund die Markthalle)

Wenn du dann da bist, möchtest du vielleicht einmal eine ungewöhnliche Unterkunft ausprobieren. Wie wär’s mit einem Gefängnis? Tine von Finnweh hat sich zwei Tage auf Katajanokka einkerkern lassen. Da aus dem Gefängnis mittlerweile ein Vier-Sterne-Hotel geworden ist, lässt sich der Aufenthalt wohl ganz gut aushalten.

Vor allem bei Kurztrips in fremde Städte stellt die Suche nach einem guten Restaurant oft eine Herausforderung dar. Es soll natürlich etwas Besonderes sein, Typisches des Landes auf der Speisekarte haben, es darf aber auch nicht von Touristen überlaufen sein – ach ja, es ist schwer. Michaela von Mahtava hat sich daher in einem Artikel ganz der kulinarischen Seite Helsinkis gewidmet und einen kleinen, aber wertvollen Foodguide erstellt.

Alle Hauptstädte des Nordens können wunderbar auch mit Kindern entdeckt werden. Skandinavien ist eben überall familien- und kinderfreundlich. Wie man mit Sack und Pack (und Kindern) geschickt nach Helsinki reist, wo man gut unterkommen kann und welche Aktivitäten sich besonders für den Nachwuchs eignen, hat Sina in ihrem City-Guide für den Städtetrip mit Kindern zusammengestellt.

Uspenski-Kathedrale in Helsinki
Blickfang: die Uspenski-Kathedrale auf Katajanokka in Helsinki

 

Oslo

Alle Hauptstädte des Nordens liegen am Meer, werden vom Wasser geprägt und sind vor allem deswegen so zauberhaft. Diese Symbiose von Meer und Stadt bzw. Kultur wird wohl nirgends deutlicher als bei der Oper in Oslo, der norwegischen Hauptstadt. Strahlend weiß steigt sie aus dem Wasser empor oder geht langsam ins Meer über – je nachdem, welche Perspektive man einnimmt. Meerbloggerin Elke hat diesem im wahrsten Sinne des Wortes beeindruckenden Bauwerk einen eigenen Artikel gewidmet.

Hauptstädte des Nordens: die Oper in Oslo
Perfekte Harmonie von Meer und Architektur: die Oper in Oslo

Bruder Leichtfuß Timo liebt Norwegen hauptsächlich wegen den atemberaubenden Landschaften und der Natur. Dennoch hat er sich auch in die Hauptstadt gewagt. Und, tja, sie hat ihn für sich gewonnen. Er beschreibt sowohl Geheimtipps als auch klassische Sehenswürdigkeiten, wodurch sein Erfahrungsbericht ein guter Einstieg für die Planungen des Oslo-Urlaubs ist.

Northtravellerin Steffi gibt zwar Tipps für den Winterurlaub in Oslo, doch die meisten ihrer Anregungen eignen sich hervorragend für jede Jahreszeit – von den Weihnachtsmärkten vielleicht einmal abgesehen.

Alle nordischen Hauptstädte sind Orte, an denen es sich unglaublich gut Kaffee trinken lässt. Schließlich sind die Skandinavier auch Weltmeister im Konsum von Kaffee. Lisa hat in Oslo drei gemütliche Cafés entdeckt, die sie uns vorstellt.

So ein Kaffee schmeckt natürlich besonders gut, wenn man ihn sich erarbeitet hat. Zum Beispiel auf einer Shoppingtour. Auf der Karl Johans Gate einzukaufen, ist möglich, letztlich aber nichts Besonderes. Schließlich reihen sich hier die Geschäfte aneinander, die man in fast jeder anderen großen europäischen Stadt auch findet. Skandinavische Geschäfte ohne Ende hat Nordicwannabe Stefan im Stadtteil Majorstuen ausfindig gemacht.

 

Kopenhagen

Fahrrad in Kopenhagen
Typisches Bild in Kopenhagen: ein altes Fahrrad

Dänemark ist ein Paradies für Urlauber mit Kindern. Endlose Strände, das Legoland, Fahrradstraßen, wunderschöne  Campingplätze und Ferienhäuser. Doch auch die dänische Hauptstadt lässt sich hervorragend mit Kindern entdecken – nicht zuletzt weil Kopenhagen über gleich zwei Vergnügungsparks verfügt. Amelie stellt ihre Highlights vor, die sie für Kinder (und Erwachsene) für besonders sehenswert erachtet.

Abseits von touristischen Attraktionen hat sich Hygge-Experte Stefan auf die Suche nach gemütlichen, ganz besonders hyggeligen Orten in Kopenhagen gemacht. Gefunden hat er so einige, die er in seinen Hygge-Tipps für Kopenhagen zusammengestellt hat.

Hyggelig kann es auch sein, es sich in einem Café so richtig gemütlich zu machen und ausgiebig zu frühstücken. Wo dies besonders schön ist, beschreiben Sara, Janine und Consti von Dreieckchen.

Nyhavn in Kopenhagen
Neben der kleinen Meerjungfrau wohl das Fotomotiv schlechthin in Kopenhagen: Nyhavn

Reykjavik und Tórshavn

Sie sind bei weitem nicht so groß wie die anderen Hauptstädte des Nordens. Auch braucht man für sie nicht unbedingt mehrere Tage, um sie zu besichtigen. Dennoch sind Reykjavik und Tórshavn, die Hauptstädte Islands und der Färöer Inseln, besondere Orte, die durchaus eine Reise wert sind. Aber klar, nach Island und auf die Färöer reist man vor allem wegen der Natur. Sowohl Reykjavik als auch Tórshavn sind perfekte Startpunkte für Touren in fantastische Landschaften.

Wenn du nach Island reist, kommst du an Reykjavik nicht vorbei. Entweder du fliegst und landest unweit der isländischen Hauptstadt oder du fährst mit der Fähre und begibst dich auf Rundreise auf die Ringstraße, die dich früher oder später ebenfalls nach Reykjavik leitet.

Wikingerboot in Reykjavik
Der Foto-Klassiker Reykjaviks

Das hippe Reykjavik ist natürlich deutlich kleiner als Oslo, Stockholm oder Kopenhagen, zu bieten hat es dennoch einiges. Silja von Fernwehge stellt uns ihre sechs liebsten Orte in Reykjavik vor.

Reiseeule Liane hat auf dem Weg nach Grönland nur einen kurzen Zwischenstopp in Reykjavik gemacht. Bei nur 24 Stunden verfügbarer Zeit musste sie viele Museen links liegen lassen, dennoch genügt ein Tag, um die Stadt zu erkunden und zu erleben.

Hip: Reykjavik
Hippes Reyjkavik

In Reykjavik und Umgebung wohnen rund 200.000 Menschen und damit mehr als die Hälfte aller Isländer. In Tórshavn lebt hingegen nur jeder vierte Färinger. Dennoch ist die Hauptstadt mit etwa 12.000 Einwohnern natürlich der mit Abstand größte Ort auf den Färöer Inseln. Hauptstadtfeeling kommt hier aber nicht unbedingt auf. Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Tórshavn ist gemütlich, überschaubar und der ideale Startpunkt für Entdeckungsfahrten im gesamten Inselarchipel.

Dass die kleinste der nordischen Hauptstädte inmitten der Weiten des Atlantiks ein Stück Geborgenheit geben kann, beschreibt Michael auf Welt der Wanderlust.

Außenministerium in Torshavn auf den Färöer Inseln
In Torshavn ist alles etwas kleiner, auch das Außenministerium

 

Welche ist deine Lieblings-Hauptstadt des Nordens?

Sechs Hauptstädte des Nordens – sechs Städte zum Verlieben und Wohlfühlen. Welche ist deine liebste nordische Hauptstadt? Und wo sind deine Lieblingsecken in dieser Stadt? Bist du noch auf weitere spannende Artikel über diese Städte gestoßen? Dann schreibe dies gerne in die Kommentare. Und schau bei den Nordnerds vorbei, denn vom Norden kann man schließlich nie genug bekommen!

 

[1] Der Katarinahissen ist momentan geschlossen, soll aber 2019 wieder geöffnet werden.

Alle Bilder: Johannes Möhler / elchkuss.de

10 Gründe, warum du Schweden lieben musst – Platz 4: Stockholm

Stockholm – Stadt des Wassers

Die Gassen sind eng in Gamla Stan

Klar, Schweden lebt hauptsächlich von der Natur, aber mit Stockholm hat es eben auch eine Hauptstadt, die einfach ein Traum ist – vielleicht ja gerade, weil so viel Natur mitten in der Stadt zu finden ist. Gebaut auf vierzehn Inseln ist die größte Stadt Skandinaviens eine Perle. Westlich liegt der See Mälaren, östlich die Ostsee. Eine Schleuse mitten in der Stadt, „Slussen“, trennt das Süß- vom Salzwasser.

Unzählige Möglichkeiten

Aber es ist natürlich nicht nur das Wasser, das Stockholm einmalig macht. Da ist „Gamla Stan“, die wundervolle Altstadt mit den unzähligen engen Gassen, die im Sommer allerdings etwas unschön von abertausenden Touristen verstopft werden, da sind viele spannende Museen, zum Beispiel das „Vasa Museum“ das Foto-Museum „Fotografiska“ oder das „Moderna Museet“, das absolut faszinierende Freilichtmuseum „Skansen“, der Vergnügungspark „Gröna Lund“, Shoppingmöglichkeiten im Überfluss, Schlösser, Schären, Konzerte, Feste und Festivals, ein faszinierendes Nachtleben und und und. Neben all diesen Dingen, die man unternehmen kann, ist die von Wasserläufen durchwobene Stadt letztlich aber doch vor allem eines: einfach schön!

Und das im Sommer und Winter und in den Jahreszeiten dazwischen. Immer zeigt Stockholm ein etwas anderes Gesicht, aber immer ist es dabei faszinierend. Garantiert werden dir auch nach dem x-ten Besuch in der schwedischen Hauptstadt nicht die Ideen ausgehen, was du hier alles unternehmen kannst.

Blick in den Skansen in Stockholm
Blick in den Skansen in Stockholm

 

Du bist zum ersten Mal in Stockholm und hast nur wenig Zeit? Dann haben wir für dich vier Dinge, die du in Stockholm auf jeden Fall gesehen haben solltest, zusammengestellt. So lernst du das Wesentliche der Stadt kennen.

Außerdem: eine Liebeserklärung an Stockholm

 

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