Schlagwort: Geschichte

Verliebt in den Entführer? Das Stockholmsyndrom

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Es ist der 23. August 1973, ein warmer Spätsommertag. Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Regierungschef Olof Palme kämpft zum ersten Mal um seine Wiederwahl. Überall in Stockholm finden Wahlkampfveranstaltungen statt. Mitte September wird er sich gerade so retten, denn die beiden Blöcke aus Sozialdemokraten und Linken einerseits und Moderaten, Centrum und Folkpartiet andererseits werden beide auf 175 Sitze im Parlament kommen. Zugleich hört man keine guten Nachrichten aus dem Königshaus. König Gustaf VI Adolf musste aufgrund eines Magengeschwürs operiert werden und befindet sich nun in keinem guten Zustand im Krankenhaus von Helsingborg. Am 15. September wird er an einer Lungenentzündung in Folge der schweren Operation sterben. Sein Enkel, der heutige König, wird der Nachfolger. Über 50 Jahre ist dies nun her.

Umbruchszeiten. Politisch interessante Zeiten. Aber ein anderes Ereignis wird die Titelblätter der Zeitungen in den nächsten Tagen füllen.

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Nobel – „Kaufmann des Todes“ oder Wohltäter der Menschheit?

Alfred Nobel

Heleneborg liegt idyllisch. Das Industrielokal befindet sich am nördlichen Ufer der Insel Södermalm in Stockholm. Ein schmaler Kanal trennt hier Södermalm von Långholmen. Blickt man heute von Heleneborg hinüber nach Långholmen, schaut man auf einen Kajakverleih und unzählige Freizeitboote. Etwas oberhalb von Heleneborg sitzen die Menschen im Sommer im Café Lasse i parken, das eher an einen beschaulichen Ort irgendwo auf dem Land als an Stockholm erinnert.

Vor fast 160 Jahren war es hier auf Södermalm weniger idyllisch. Söder war der Stadtteil der Arbeiter. Viele Gebäude waren heruntergekommen, die Menschen arm, das Leben hart. Der Stadtteil hatte den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Kniv-Söder“ (Messer-Söder). Gewalt gehörte zum Alltag. Långholmen war eine Gefängnisinsel, der Zutritt streng bewacht. Im Industrielokal Heleneborg wurde hart geschuftet. Das Gebäude hatte schon so einiges gesehen: Webereien, Tabakfabriken, Druckereien.

Seit einigen Jahren ging es weniger staubig und lärmend her, dafür aber umso gefährlicher.

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Der Vasalauf – in den Spuren Gustav Vasas

Vasalauf

Über 15 000 Menschen stehen dicht beisammen, konzentriert, voller Anspannung. Sie vollführen letzte Dehnübungen, bewegen die Skier unter ihren Füßen vor und zurück. Dann fällt der Startschuss und das riesige Teilnehmerfeld setzt sich in Bewegung. Es ist ein eindrucksvolles Schauspiel, das sich jedes Jahr am ersten Sonntag im März in Sälen, Dalarna, abspielt, wenn der Vasalauf beginnt.

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Sigtuna – eine Stadt mit langer Vergangenheit

Sigtuna Stora Gatan

Wir schlendern die Fußgängerzone von Sigtuna entlang, die Stora Gatan – und sie ist beinahe menschenleer. Das ist wohl einmalig, vor allem weil es ein herrlicher Sommertag ist, und so wahrscheinlich nur im Corona-Sommer 2020 möglich. Normalerweise ist die Stora Gatan gut gefüllt. Schließlich ist sie auch eine ganz besondere Straße – so wie Sigtuna eine besondere Stadt ist.

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1520: Gustav Vasas Abenteuer in Dalarna, Teil 2

Gustav Vasas Abenteuer in Dalarna: Ansprache in Mora

Im November 2020 jährte sich zum 500. Mal das Stockholmer Blutbad. Gustav Eriksson (Vasa) überlebt, da er dem dänischen König misstraut und sich aus Stockholm fernhält. Von den Dänen verfolgt flieht er nach Dalarna, wo er hofft, den Widerstand gegen den Dänenkönig zu wecken. Er er- und überlebt mehrere Abenteuer, größeren Erfolg hatte er bisher aber noch nicht.

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