Schwedisch lernen Sprache

Schwedisch lernen – aber wie? 13 Tipps

Schwedisch lernen

Wenn du Schweden und die Schweden wirklich kennenlernen willst, dann solltest du Schwedisch lernen. Die Sprache öffnet Türen zur Kultur und zum Verständnis des Landes, vor allem aber öffnet sie die Menschen. Die meisten Schweden sprechen wunderbar Englisch. Du kannst also problemlos damit durchkommen. Wenn du jedoch enger mit ihnen in Kontakt treten willst, wenn vielleicht sogar eine Freundschaft entstehen soll – und zwar keine oberflächliche –, dann kommst du mit Schwedisch deutlich weiter. Außerdem macht es Spaß, Schwedisch zu lernen. Und so schwer ist es gar nicht.

Aber wie am besten Schwedisch lernen?

Ich stelle dir dreizehn Wege und Möglichkeiten vor, wie du Schwedisch lernen kannst. Füge im Kommentarfeld gerne noch weitere hinzu und berichte von deinen Erfahrungen!

1. Schwedisch lernen in einem Sprachkurs

Ein Geheimnis verrate ich damit sicherlich nicht: Einer der besten und effektivsten Wege, um Schwedisch zu lernen, ist ein Sprachkurs. Dabei gibt es drei unterschiedliche Formen: der Kurs an der Uni, der VHS oder einem anderen Institut, der Selbstlernkurs und der Privatunterricht.

Für mich war der Kurs an der Uni der Türöffner. Normalerweise sind die Kurse an der Uni kostenlos, es geht schnell voran und das Lernen ist effektiv. Ich hatte das Glück, in Kiel zu studieren. Dort sowie in Berlin, wo es große Skandinavistik-Institute gibt, aber sicherlich auch an vielen anderen Hochschulen werden hervorragende Schwedischkurse angeboten. Etwas gemächlicher geht es meist an den Volkshochschulen voran. Aber das muss ja nicht von Nachteil sein. In manchen Orten findest du auch private Institute, die häufig tolle Angebote haben, zum Beispiel Svenska Intensiv in Hamburg. Das Schöne an all diesen Kursen ist, dass du mündlich kommunizieren kannst und somit sehr gut auf den Aufenthalt in Schweden vorbereitet wirst.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit einem Privatlehrer zu lernen. Die Betreuung ist intensiv und individuell, aber natürlich nicht ganz billig. Günstiger ist da das Selbststudium. Es gibt mehrere Lehrbücher von unterschiedlichen Verlagen und einige Onlinedienste, wie zum Beispiel Babbel, mit denen du gut Schwedisch lernen kannst. Eine gewisse Selbstdisziplin natürlich vorausgesetzt.

Welches Schwedisch-Lehrbuch passt zu mir?

Wir haben einige Schwedisch-Lehrbücher für dich getestet und ausführlich für dich rezensiert. Es gibt große Unterschiede. Wir hoffen, dass wir die Entscheidung mithilfe der Rezensionen etwas leichter machen können.

2. Schwedisch lernen mit 8sidor

Eine Seite, die für mich anfangs sehr wertvoll war, ist 8sidor.se. Dies ist eine Nachrichtenseite, die Neuigkeiten und Nachrichten aus Schweden und aller Welt auf sprachlich einfachem Niveau präsentiert. Das Tolle daran ist, dass man die Texte auch anhören kann.

3. Schwedische Zeitungen lesen

Neben 8sidor.se gibt es natürlich auch andere schwedische Zeitungen, die du online lesen kannst. Die beiden großen Zeitungen Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet haben grundsätzlich ein gutes Angebot, jedoch sind viele Artikel nicht mehr kostenlos zu lesen. Doch es gibt ja zahlreiche andere Zeitungen, z.B. Göteborgs Posten.

4. Schwedisches Radio hören

Auch schwedisches Radio (z.B. SR) ist enorm hilfreich. Klar, am Anfang versteht man meist nur Bahnhof, da die Sprecher ein ordentliches Tempo draufhaben. Aber dann schnappt man hier ein bekanntes Wort auf und dort versteht man plötzlich einen ganzen Satz. Irgendwann erfasst man dann, was ein Beitrag will – auch wenn man noch nicht jedes Wort verstanden hat. Das motiviert ungemein. Das Hören hat aber noch einen anderen Vorteil, und der ist gerade beim Schwedischen elementar: Du erhältst ein Gefühl für die schwedische Satzmelodie und für Betonungen.

Wie bei den Zeitungen gibt es auch beim Radio einen Kanal mit leichtem Schwedisch – på lätt svenska. Auch der ist sehr empfehlenswert.

5. Schwedische Hörbücher

Sich gleich zu Beginn an ein normales schwedischsprachiges Hörbuch zu wagen, wäre wahrscheinlich etwas zu viel des Guten. Aber es gibt spezielle Hörbücher, die eigens für den Schwedischlerner konzipiert sind, beispielsweise der Krimi „Den blodiga stranden“*.

6. Schwedische Musik

Lernen und gleichzeitig Musik genießen? Warum nicht? Ich habe von Anfang an viel schwedische Musik gehört, habe versucht, die Texte zu verstehen, neue Wörter kennengelernt und habe ganz nebenbei einen Einblick in die schwedische Musikkultur bekommen. Empfehlenswert, um Schwedisch zu lernen, sind für mich unter anderem Kent (Schwedens größte Rockband), Lisa Ekdahl (Jazz-Pop und eine wunderbare Stimme), Tomas Ledin (eingängiger Party-Rock) und Gyllene Tider (vielleicht die in Schweden bekannteste Pop-Band).

7. Filme und Fernsehen

Schau schwedische Filme, stell am Anfang vielleicht noch den schwedischen Untertitel ein, oder sieh dir im Fernsehen Nachrichten und das Wetter an. Gerade beim Wetter wiederholen sich gewisse Vokabeln, sodass diese irgendwann sitzen. Dann kannst du dich zumindest schon mal übers Wetter unterhalten – für die Schweden ein wichtiges Gesprächsthema. 😉

Das schwedische Fernsehen SVT verfügt über eine Mediathek (SVTplay). Jedoch kann man viele Beiträge und Filme leider nur in Schweden anschauen.

Wenn du schon etwas weiter fortgeschritten bist, dann lohnen sich auch die zehnminütigen Sendungen von Språkakuten.

8. Schwedische Kinder- und Jugendbücher lesen

Oftmals heißt es, dass man halt irgendwelche Kinderbücher lesen soll, weil die so einfach seien. Das stimmt – aber nur zum Teil. „Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige“ von Selma Lagerlöf im Original zu lesen, ist beispielsweise alles andere als leicht, da die Sprache eben schon über hundert Jahre alt ist. Auch Astrid Lindgrens wunderschönes Buch „Ronja Rövardotter“ ist nicht unbedingt einfach, da viel Umgangs- und Räubersprache vorkommt. Doch es gibt von diesen Büchern auch überarbeitete Versionen, die einfacher verständlich sind.

Bücher, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht haben, sind u.a. alle Bände von „Pettson och Findus“ sowie die Jugendbücher „En ö i havet“ von Annika Thor und „Sandor slash Ida“ von Sara Kadefors. Das waren meine „Einstiegswerke“. Irgendwann geht es dann schnell aufwärts und bald schon landest du bei Strindberg.

9. Schwedische Sprachkalender

Tägliche eine kleine Portion Schwedisch – das ist möglich mit Schwedischkalendern, also kleinen Kalendern mit Abreißblättern für jeden Tag. So wiederholst und vertiefst du täglich den Wortschatz, die Grammatik oder Redewendungen. Normalerweise schreiten die Kalender nicht klar strukturiert voran, da sie vor allem Abwechslung bieten wollen, sie sind aber ideal, um tagtäglich mit der schwedischen Sprache in Kontakt zu bleiben – und das ohne großen Aufwand.

Blick in den Sprachkalender
Blick in den Sprachkalender aus dem Buske Verlag

10. Youtube

Auf Youtube findet man alles. Logischerweise auch einiges zum Schwedischlernen. Einfach mal „Schwedisch lernen“ oder „lära sig svenska“ eingeben und schon kommen viele interessante Treffer. Auch die oben genannte Sendung Språkakuten findest du bei Youtube.

Der Kanal Sprichmalschwedisch ist einer meiner Favoriten. Der sympathische und witzige Schwede Joakim klärt hier über Wörter, Redensarten, sprachliche Gepflogenheiten uvm. auf. Auf sprichmalschwedisch.com findest du zudem einige gute Audiolektionen und Vokabellisten, mit denen sich ganz gut Schwedisch lernen lässt.

11. Kontakte knüpfen

Es gibt viele Möglichkeiten, Schwedisch zu lesen und zu hören. Das Problem ist meistens aber: Man hat so selten die Gelegenheit, es selbst zu sprechen und anzuwenden. In Deutschland trifft man einfach so selten auf Schweden. Glücklich, wer einen Tandempartner hat!

Halte daher Augen und Ohren offen! Vielleicht hast du ja das Glück und lernst in der Uni oder bei der Arbeit einen Schweden oder jemanden, der Schwedisch spricht, kennen. In größeren Städten kannst du auch Kontakt zu schwedischen Gemeinden aufnehmen. Diese organisieren meistens auch Feste wie Midsommar und Lucia.

12. Schwedisch lernen in Schweden

Klar, am besten lernt man Schwedisch, wenn man in Schweden ist. Es sei denn natürlich, du verkriechst dich zwei Wochen lang in dein Ferienhaus im tiefsten Wald und siehst nur beim wöchentlichen Einkauf andere Menschen.

Als ich nach Schweden gezogen bin, saß ich oft im Bus oder in der U-Bahn und habe die Leute belauscht. Nein, ich wollte sie natürlich nicht belauschen und aushorchen. Ich habe einfach zugehört, die Melodie der Sprache in mich einsickern lassen und viele umgangssprachliche Wendungen dabei aufgeschnappt. Daneben ist es natürlich wichtig, zu sprechen, sprechen, sprechen. Wenn die Verkäuferin im Laden ins Englische switcht, weil sie erkennt, dass du nicht aus Schweden bist, dann bleib stur und sprich weiter Schwedisch.

Einen Urlaub kannst du natürlich auch mit einem Sprachkurs verknüpfen. Solche Sprachkurse in Schweden werden beispielsweise von OBS! angeboten. Ich habe aber keine Erfahrung damit. Falls du schon einen solchen Kurs gemacht hast, hinterlasse gerne einen Kommentar!

Arbeiten und Studieren in Schweden

Wer in Schweden arbeitet, wird normalerweise schnell Schwedisch lernen. Die SFI-Kurse und der Austausch mit den Kollegen machen’s möglich. Für Austauschstudenten gilt dies nicht in gleichem Maß. Ich habe viele Erasmus-Studenten kennengelernt, die in Schweden auf Englisch studiert und sich im Wohnheim hauptsächlich mit anderen Austauschstudenten umgeben haben – natürlich ebenfalls auf Englisch. Viele kehren nach einem halben oder ganzen Jahr in ihre Heimat zurück und können nur ein paar Brocken Schwedisch. Daher mein Tipp: Wenn du die Möglichkeit hast, schreibe dich in einen schwedischen Kurs an der Hochschule ein, denn in den englischsprachigen tummeln sich sehr viele Austauschstudenten. In den schwedischsprachigen dagegen so gut wie keine. Hier wirst du sehr schnell Anschluss finden und zudem rasend schnell Schwedisch lernen. Meinen besten schwedischen Freund habe ich so kennengelernt – das war mittlerweile vor 13 Jahren und die Freundschaft hält bis heute.

13. Sich verlieben

Ich meine damit nicht, sich in einen Schweden oder eine Schwedin zu verlieben. Okay, auch das ist sicherlich ein guter Weg, schnell Schwedisch zu lernen. Nein, ich meine, dass du dich in Schweden verlieben sollst – in das Land, die Kultur, die Menschen, die Bräuche. Dann wirst du neugierig sein, dann wirst du die Dinge verstehen wollen, dann wirst du mitreden wollen. Und das ist noch immer die beste Motivation, die Sprache zu lernen. Mit viel Motivation wird das Lernen mit Sicherheit viel leichter fallen.

In diesem Sinne: Bli kär i Sverige!

Schwedisch lernen, rotes Holzhaus in Schweden
Sich in Schweden zu verlieben, fällt leicht. Foto: Ulf Lundin / imagebank.sweden.se

Und jetzt bist du dran: Lernst du Schwedisch? Wenn ja, auch welchen Wegen? Wie zufrieden bist du mit diesem Weg? Wo sind deine Probleme beim Schwedischlernen und was fällt dir leicht? Lass uns an deinen Erfahrungen teilhaben und hinterlasse einen Kommentar!

Beitragsbild: Amanda Westerbom / imagebank.sweden.se

 

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3 Comments

Kommentieren

  • Hej Elchkuss,

    vielen Dank fuer die Tipps! Ich wohne seit wenigen Monaten in Schweden und sowohl 8sidor.se als auch der einfache Radiosender sind neu fuer mich und ich freue mich darauf, sie als Lernunterstuetzung zu nutzen.
    Ausserdem möchte ich ergänzen, dass die meisten schwedischen Fernsehsender englische Filme in Originalton mit schwedischen Untertiteln ausstrahlen, das kann auch eine tolle Ergänzung zum Lernen der Sprache sein.

    Viele Gruesse aus Göteborg!

    Vänliga Hälsningar
    Mascha

  • Hej an Elchkuss und seine Leser,
    ich gehöre seit letztem Jahr zu den Ferienhausbesitzern und natürlich möchte ich mich in meiner „Wahlheimat“ gerne auf Schwedisch verständigen, zumal mein Englisch ziemlich eingerostet ist. Ich lerne nun seit einem halben Jahr mit Babbel Schwedisch und ich muss sagen, dass das soweit gut klappt. Darüberhinaus habe ich mir auch den oben genannten Lernkrimi gekauft, den ich oft im Auto höre (nach 6x hören weiß ich nun zwar, wer der Mörder ist, aber das Motiv habe ich immer noch nicht durchschaut ;)) Für mich ist es am schwierigsten, die Schweden mit ihrem Dialekt zu verstehen, da kaum jemand Hochschwedisch spricht (wie in Deutschland eben auch). Ein weiteres Problem ist für mich auch oft, dass ich mich noch nicht so richtig traue, mein überschaubares Schwedisch zu sprechen. Da ich aber alle 5-7 Wochen in Schweden bin, bin ich im Moment noch guten Mutes, dass das mit der Sprache schon irgendwann klappen wird!
    Danke für die hier genannten Tipps!
    Hej då!
    Kerstin

    • Hej Kerstin!
      Ja, die schwedischen Dialekte sind teils nicht ganz ohne. Aber du wirst sehen, dass du dich recht bald daran gewöhnt haben wirst.
      Hab keine Angst davor, Schwedisch zu sprechen, auch wenn es vielleicht noch nicht immer so gut klappt. Wichtig ist nur, dass du konsequent weiter Schwedisch sprichst, selbst wenn die Schweden auf Englisch wechseln. Letztendlich freuen sich die meisten sehr, wenn man Interesse an ihrer Sprache zeigt.
      Ich drück die Daumen, dass es weiter aufwärts geht mit deinem Schwedisch – bin mir dessen aber sehr sicher!
      Ha det så bra!