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Vom Traum, in den Schären segeln zu können

In den Schären segeln - ein Traum

In den Schären segeln – das klingt nach Freiheit. Und wer Claus Aktopraks Buch „SchärenSegeln“* über seine sechsmonatige Auszeit liest, der weiß: Es klingt nicht nur so, es ist Freiheit.

Schären Segeln von Claus Aktoprak
Covergestaltung: Claus Aktoprak / millemari

Er kaufte sich ein Segelboot auf Ebay, restaurierte es und setzte die Segel gen Norden. Sechs Monate lebte und segelte Claus Aktoprak auf und mit seinem Boot „La Mer“. Abgesehen von wenigen Wochen, die er gemeinsam mit seiner Frau verbrachte, war er alleine unterwegs. Von Kiel aus setzte er via Bornholm über die Ostsee, entdeckte zunächst die Schären vor Karlskrona, fuhr dann Richtung Norden an Kalmar vorbei bis in den Stockholmer Schärengarten, um von dort weiter auf die finnischen Åland-Inseln zu gelangen. Von hier aus ging es wieder zurück, jetzt aber durch den Götakanal quer durch Schweden bis nach Göteborg. Nach einigen Tagen in den Göteborger Schären führte der Weg über Dänemark wieder zurück nach Kiel.

Schären Segeln – zwei Wörter, die zusammengehören: SchärenSegeln

Allein, wenn ein Schweden-Liebhaber diese Orte nur liest, wird er ins Träumen kommen. Karlskrona, Kalmar, Stockholm, die dortigen Schären, die Åland-Inseln, der gemütliche Götakanal, der Vättern und der Vänern, dann Göteborg und die südlichen Göteborger Schären – da reiht sich ein Highlight an das andere. Wenn man dann aber Claus Aktopraks Buch liest, wird aus der Träumerei eine regelrechte Sehnsucht.

Segelboot in den schwedischen Schären
Da kommt Sehnsucht auf – Segeln in Schweden; Foto: Claus Aktoprak / millemari

Eine Erzählung von Freiheit, Zeit und Einsamkeit

„Wenn ich doch bloß vorher gewusst hätte, was mich dort erwartet, wäre ich schon längst losgefahren!“ – Mit diesem Zitat beginnt die Erzählung vom Segeln in den Schären. Sie handelt von einem Menschen, der sich in die herrliche schwedische Schärenwelt verliebt hat. Es gelingt Claus Aktoprak auf wunderbare Weise, dieses Gefühl in seinen Zeilen zu transportieren. Seine Geschichte ist aber auch eine vom Erleben der Freiheit, vom Gefühl, ein Zeitmillionär zu sein, vom Genuss der Einsamkeit. In einfacher, schnörkelloser Sprache erzählt er davon und lässt zugleich seine Eindrücke von der Landschaft, den Häfen und Ortschaften und einzelnen Begegnungen mit anderen Seglern einfließen. Er nimmt den Leser mit auf diese Reise, lässt Bilder in dessen Kopf entstehen und lädt ein zum Träumen. Die zahlreichen Fotos tun dabei ihr Übriges.

In den Göteborger Schären segeln
Im Hafen von Göteborg; Foto: Claus Aktoprak / millemari

Der erste Teil des Buchs erzählt in chronologischer Reihenfolge von dieser Reise und dem Genuss, in den Schären segeln zu können. Für mich ist dieser Teil der Kern des Buchs und der Grund, weshalb ich es jedem Schweden-, Segel- und Schärenliebhaber absolut empfehlen kann. Im zweiten Teil werden einzelne Aspekte aufgegriffen und intensiver behandelt. Da geht es um den Reiz, alleine zu segeln, um konkrete Tipps, aber auch mit einem kräftigen Augenzwinkern um den „typischen“ Schweden. (Im Interview erklärt er, wie er die Schweden tatsächlich wahrgenommen hat.)

Für Träumer und für den, der in den Schären segeln möchte

Damit gelingt dem Autor etwas Besonderes: „SchärenSegeln“ ist eine Erzählung von der Reise und über die Schären und zugleich ein Ratgeber mit zum Teil sehr konkreten Tipps und Angaben. Beides fließt ineinander, ohne dass dies jemals störend wäre. Das Buch kann also von jedem gelesen werden, der sich für Schweden und insbesondere die Schären interessiert und einfach eine schöne Geschichte miterleben möchte, auch wenn er vom Segeln keinen blassen Schimmer hat. Gleichwohl richtet sich das Buch hauptsächlich an Segler, was beispielsweise an den genauen Koordinaten der Häfen und am Segel-Fachvokabular deutlich wird. Wer von „Plotter“, „Sprayhood“, „Betonnung“ und anderen Fachbegriffen keine Ahnung hat, kann diese aber einfach überlesen, ohne dass das Lesevergnügen schwindet.

SchärenSegeln – ein multimediales Projekt

„SchärenSegeln“ ist nicht nur ein Buch. Und Claus Aktoprak nicht nur ein Segler. Nein, er ist der „Sailing Bassman“, wie er sich selbst nennt. Der Bassist stand schon mit Wolfgang Petry, Juliane Werding und Bonnie Tyler auf der Bühne. Die sechsmonatige Segelauszeit nutzte er auch musikalisch. Denn auf dem Boot und während langer Abende auf den Schären und in den Häfen komponierte, textete und spielte er verschiedene Songs ein. Dadurch entstand quasi ein Soundtrack zum Segeltrip. Zugleich führte der Autor einen Blog, auf dem er von der Reise berichtete und Songs, Bilder und Videos publizierte. Im Buch finden sich an vielen Stellen Links und QR-Codes, die direkt zu den Youtube-Videos führen.

Geht in den Schären segeln - the Sailing Bassman Claus Aktoprak
The Sailing Bassman; Foto: Claus Aktoprak / millemari

Dadurch wird „SchärenSegeln“ nicht nur zu einem Lesevergnügen, sondern das Schären-Segel-Abenteuer kann auch mit Aug und Ohr genossen werden. Ich kann es voll und ganz empfehlen – nicht nur demjenigen, der sich auch bald aufmachen und durch die Schären segeln will.

 

Claus Aktoprak über das Projekt „SchärenSegeln“ und sein neues Projekt „Salz und Erde“ im Interview.

 

Das 192 Seiten starke Buch „SchärenSegeln. Eine Auszeit unter Segeln – von Kiel nach Kökar und zurück“* erschien beim Verlag millemari und kostet 24,95 Euro. Für 9,99 Euro gibt’s das Buch auch als e-Book.

 

Mehr über Claus Aktoprak und seine Projekte:

Beitragsbild: Claus Aktoprak / millemari.

 

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