Menschen und Gesellschaft

Prinzessin Madeleine von Schweden – Abschied vom Klischee

Prinzessin Madeleine von Schweden

Sie stand immer auf der Sonnenseite des Lebens, war das lebendig gewordene Klischee einer Prinzessin. Kaum ein Artikel über sie, in der das Adjektiv „schön“ nicht auftauchte. Alles schien bei Prinzessin Madeleine perfekt zu laufen. Bis ins Jahr 2010.

Gar keine Frage: Madeleine ist eine wunderschöne Frau. Durch die Penetranz, mit der diese Tatsache aber in nahezu jeder Meldung über das jüngste Kind des schwedischen Königspaars betont wurde, konnte man als Leser den Eindruck bekommen, als sei dies mehr oder weniger ihr einziges Merkmal. Madeleine ist schön.

Und ja, es kamen noch andere Merkmale hinzu: Madeleine feiert gerne. Madeleine geht gerne shoppen. Sie ist lebensfroh. Ein Sonnenschein. Und das Nesthäkchen der Familie.

Prinzessin Madeleine von Schweden
Lange Zeit auf ihre Schönheit reduziert: Prinzessin Madeleine, Foto: Anna-Lena Ahlström / Kungl. Hovstaterna

Madeleine – das Klischee einer Prinzessin

Natürlich brauchte ein solches Klischee auch einen Traummann, der der 1982 geborenen Prinzessin zur Seite stand. Und, klar, auch der konnte präsentiert werden: Seit 2002 war Madeleine mit dem smarten Juristen Jonas Bergström zusammen. Die Schweden liebten nicht nur die Prinzessin, sondern auch den zukünftigen Prinzen. Die beiden passten so gut zusammen. Als sie sich 2009 verlobten, sah das Land einer Märchenhochzeit entgegen.

Und dann kam alles ganz anders. Das Klischee zerplatzte.

Kurz nach der Verlobung kam heraus, dass Bergström wohl mit einer Norwegerin fremdging. Die Verlobung wurde gelöst. Madeleine war plötzlich nicht mehr die strahlende Prinzessin, der das Glück ständig zufliegt. Für die Klatschpresse war das natürlich die Geschichte. Madeleine floh. Nach New York.

Dort engagierte sie sich für die von ihrer Mutter gegründete Organisation „World Childhood Foundation“. Und dort lernte sie einen anderen Mann kennen, einen, den sie später als ihren Seelenfreund bezeichnen sollte: den Investmentbanker Christopher O’Neill.

Familiengründung im Eiltempo

Was dann folgte, kann als Familiengründung im Eiltempo bezeichnet werden. 2011 zeigte sich das Paar zum ersten Mal öffentlich. 2012 verlobten sie sich. Ein Jahr später heirateten sie prunkvoll in der Schlosskirche in Stockholm. Es wurde also doch noch etwas mit der Märchenhochzeit – nur eben mit einem anderen Mann an Madeleines Seite. 2014 erblickte die erste Tochter Leonore das Licht der Welt, 2015 folgt Prinz Nicolas.

Innerhalb kürzester Zeit wandelte sich Madeleine von der traurigen, betrogenen Prinzessin zur glücklichen Mutter. In Interviews betont sie immer wieder die Wärme und den Humor ihres Gatten. Sie scheint wirklich glücklich zu sein.

Hochzeit von Prinzessin Madeleine und Christopher O'Neill
Doch noch eine Traumhochzeit: Prinzessin Madeleine und Christopher O’Neill; Foto: Ewa-Marie Rundquist / kungahuset.se

Viele Schweden hadern hingegen mit dem Mann an der Seite „ihrer“ Prinzessin. Denn während sowohl Madeleine als auch ihre Eltern die Herzlichkeit und Wärme von Christopher O’Neill betonen, wirkt er nach außen hin oft kühl, manchmal sogar arrogant.

Viele Schweden hadern mit Christopher O’Neill.

O’Neill nahm bei der Heirat ganz bewusst nicht den Prinzentitel an, da er weiterhin seine Geschäfte verfolgen wollte. Er lernt nur langsam Schwedisch und glänzt bei offiziellen Terminen wie dem schwedischen Nationalfeiertag oft mit Abwesenheit. Die Geschäfte und die Familie sind ihm wichtiger als die Verpflichtungen als Mann einer schwedischen Prinzessin. Das ist natürlich vollkommen legitim, stößt in Schweden aber immer wieder auf deutliche Kritik.

Auch, dass das Paar nicht in Schweden lebt, sehen manche gar nicht gerne. Zuerst wohnten sie in New York, später in London, seit 2018 in Miami in Florida. Nur kurzzeitig verlagerten sie ihren Wohnsitz nach Schweden, zum Beispiel zur Geburt des dritten Kindes Adrienne 2018. Auf die Frage angesprochen, warum sie in London lebten, antwortete O’Neill 2015 in einem Interview mit der Zeitung Expressen, dass er dort eben seine Geschäfte mache. Und er fügte hinzu: „Ich bin es, der hier die Brötchen verdient.“ So was kommt gar nicht gut an bei den Fans der schwedischen Royals.

Madeleine gibt sich nach außen hin davon unbeeindruckt. Sie wirkt glücklich.

Prinzessin Madeleine und ihre Familie
Prinzessin Madeleine und ihre Familie auf Solliden, Foto: Anna-Lena Ahlström / kungahuset.se

Mehr Privatsphäre in Florida

Der Umzug nach Florida 2018 war in vielerlei Hinsicht konsequent. Die Privatsphäre, die Christopher O’Neill so schätzt, können sie hier deutlich besser schützen als in Schweden. Und Madeleine hat die Möglichkeit, sich intensiver und vor Ort für die „World Childhood Foundation USA“ einzusetzen.

Für die Rechte von Kindern engagiert sich Madeleine auch als Schriftstellerin. 2019 erschien ihr Buch „Stella och hemligheten“ („Stella und das Geheimnis“) im Bonnier Carlsen Verlag in Zusammenarbeit mit der „World Childhood Foundation“.

Ihre eigenen Kinder sind mittlerweile nicht mehr Teil des schwedischen Königshauses. Damit kommen ihnen auch keine Verpflichtungen mehr zu. Christopher O’Neill wird’s freuen.


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Beitragsbild: Sara Friberg, Kungliga Hovstaterna

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