Draußen ist es kalt, dunkel, herausfordernd. Drinnen hingegen gemütliches Licht, Duft, Wärme. Im Winter sind die Gegensätze zwischen Drinnen und Draußen groß. Je weiter man in den Norden kommt, desto gewaltiger werden sie. Durch diese Kontraste erlebe ich alles viel intensiver – sowohl drinnen als auch draußen. Auch die nordische Winterküche lebt davon. Viele Gerichte aus dem winterlichen Norden sind wärmend, gewürzbetont, oft einfach – wie gemacht für kalte Wintertage und für das Bedürfnis, es sich drinnen (und manchmal auch draußen) angenehm zu machen.
Michaela Fuchs beschreibt ihr neuestes Buch „Nordische Winterküche“ im Podcast als „das gemütliche Gefühl von einem Wintertag im Norden“. Eine treffende Beschreibung.
Schauen wir uns das Buch etwas genauer an!
Michaela Fuchs war Gast im Elchkuss-Podcast, wo sie über skandinavische Winter und ihr Buch „Nordische Winterküche“ sprach. Hör gerne rein!
Nordische Winterküche als Gefühl: Essen als Antwort auf Kälte und Dunkelheit
Der Winter im Norden kann ungemütlich sein. Aber nicht zwingend. Doch die Wintertage sind kurz, das Licht fahl, es ist kalt und – wenn man zumindest weit genug in den Norden geht – liegt Schnee. Michaela Fuchs mag diese Zeit, gerade auch wegen der Spannung zwischen draußen und drinnen.
„Denn dann kann man es auch besonders genießen, wenn man drin im Wohligwarmen am Feuerchen sitzt und es nach Zimtschnecken riecht.“ (Michaela Fuchs)

Autorin und Foodbloggerin Michaela Fuchs
Die Wärme und das Wohlige sind auch bestimmend beim Essen: Ofengerichte, Aufläufe, kräftige Eintöpfe gehören ebenso fest zur nordischen Winterküche wie Gebäck und andere Gerichte, die mit ihren Gewürzen die Küchen und Esszimmer duften lassen.
Die Gewürze strukturieren das Koch- und Backbuch „Nordische Winterküche“. Typisch für den Norden sind Safran, Zimt und Kardamom. Ohne sie kann man im Grunde kaum ein nordisches Wintergericht kochen, geschweige backen. Sie sorgen für den „warmen“ Geschmack und für den Duft, der die Wohlfühltemperatur noch ein paar Grad nach oben schraubt.
Keine nordische Winterküche ohne diese drei Gewürze
Diese drei Gewürze prägen die ersten drei Kapitel des Buchs. Michaela Fuchs präsentiert beispielsweise eine Variante des Safrangebäcks Lussekatter, indem sie sie mit Vanille füllt. Klingt verführerisch. Es gibt Weihnachtsmilchreis mit viel Zimt, dänische Pfefferkuchen oder Pfannkuchenbällchen mit Kardamom.
Im Podcast habe ich Michaela Fuchs gefragt, welches dieser drei Gewürze sie mit nach Lappland nehmen würde, wenn sie nur eines mitnehmen dürfte. Schwierige Frage. Letztlich antwortet sie:
„Ich werde vielleicht doch Zimt nehmen, weil er so vielfältig ist, nicht nur in den Backwaren, sondern auch in herzhaften Gerichten, auch bei Fleischgerichten. Und ich rieche ihn einfach wahnsinnig gerne.“ (Michaela Fuchs)
Neben den drei ganz wichtigen Gewürzen hebt sie auch noch Piment hervor, den sie „sehr gerne mag“.
Die Gewürze strukturieren das Buch. Und die einzelnen Phasen des Winters. Es geht los beim ersten Frost, weiter über Lucia und die Weihnachtsvorbereitungen zum eigentlichen Weihnachtsfest. Später kommen die Semlor, die am Fettisdagen in Hülle und Fülle gemampft werden, ehe der Winter allmählich ausklingt.
Die Haltung dahinter: Verwenden, was da ist, und was man haltbar gemacht hat
Wenn Michaela Fuchs erklärt, was die nordische Winterküche ausmacht, nennt sie drei Dinge: Zutaten, Zubereitung – und die Haltung.
Man verwendet, „was man hat in erster Linie, oder auch im Sommer haltbar gemacht hat.“ (Michaela Fuchs)
Nordisch kochen ist daher nicht extravagant. Es arbeitet größtenteils mit dem, was da ist. Und die Rezepte sind oftmals einfach. Damit ist das Buch auch für all jene geeignet, die die Küche ansonsten gerne dem Partner überlassen.
„Da kann jeder loslegen, denn die meisten Rezepte sind ja relativ simpel und da gibt es eigentlich keine großen Fallhöhen.“ (Michaela Fuchs)

Blick ins Buch
Die meisten Zutaten bekommen man auch problemlos, wenn man sich gerade nicht im Norden aufhält. Nur beim Sirup macht Michaela Fuchs eine Ausnahme.
„Hier wird relativ viel mit Sirup gebacken, das wäre ganz gut, wenn man den hat, weil ich finde, man kann ihn nicht so gut mit dem deutschen Zucker ersetzen.“ (Michaela Fuchs)
Tolle Rezepte, aber da ist noch mehr
Es gibt Kochbücher, die sind praktisch, nützlich, aber nicht viel mehr als das. Dann gibt es Kochbücher, die herausragende Rezepte vorstellen, die aber so aufwändig sind, dass man kaum Gelegenheit hat, sie nachzukochen.
Und dann gibt es Koch- und Backbücher, die einen wunderbaren Mittelweg gehen. Genau diesen Weg hat Michaela Fuchs gefunden. Die Rezepte sind größtenteils einfach oder jedenfalls nicht superkompliziert, manche sind auch absolute Basics. Aber viele sind mehr als nur Basic. Zum Beispiel die vorhin erwähnten Lussekatter mit Vanillefüllung. Hier wird experimentiert, ein Grundgericht etwas ausgestaltet und schon entsteht etwas Neues, etwas Überraschendes. Das gefällt mir sehr gut an diesem Buch.
Das Buch bleibt aber nicht bei Rezepten stehen. Es will ein Gefühl für den nordischen Winter vermitteln. Einmal mit den Rezepten für den Magen und die Nase. Aber Michaela Fuchs erzählt auch kleinere Geschichten aus dem Norden – von Lucia, von der finnischen kleinen Weihnacht, vom Wintermarkt der Samen in Jokkmokk …
Angereichert wird dies mit vielen wunderschönen Fotos, alle von der Autorin selbst gemacht, bei denen man dann gar nicht mehr weiß: Ist das Buch eine Einladung, den Norden in die heimische Küche zu holen? Oder will es vielmehr das Fernweh wecken? Vermutlich beides. Jedenfalls erging es mir beim Lesen so.
Winterküche endet nicht an der Haustür: Draußen kochen gehört dazu
Die Autorin nimmt einen aber nicht nur mit in die Küche, ins wohlig-warme Zuhause. Sie drängt auch mit manchen Gerichten nach draußen.
„Das gehört zum Leben im Norden, dass man viel draußen ist und deswegen dann auch gerne draußen kocht oder was mitnimmt.“ (Michaela Fuchs)
Das gilt für den Sommer wie für den Winter. Und so finden auch manche Wintergerichte fürs Draußensein ihren Weg in das Buch. Ich denke, da können wir uns einiges von den Menschen im Norden abschauen: Draußen am Feuer zu sitzen, Kaffee zu kochen, dazu einen heißen Eintopf. Herrlich. Spätestens dann ist der Winter im Norden gewiss nicht mehr ungemütlich.
„Nordische Winterküche“ aus der Feder von Foodbloggerin und Finnlandexpertin Michaela Fuchs ist eine große Einladung: eine Einladung, Rezepte aus dem Norden auszuprobieren, den Duft vieler intensiver Gewürze durch die Wohnung strömen lassen, die Wärme drinnen ebenso wie die Kälte draußen zu genießen und es sich einfach gutgehen zu lassen. Ein Buch, das mir sehr gut gefällt und das ich wärmstens empfehlen kann!

Michaela Fuchs: Nordische Winterküche
erschienen im Christian Verlag 2026
198 Seiten, Hardcover
29,99 Euro
Buch zu gewinnen
Der Christian Verlag hat Elchkuss freundlicherweise drei Exemplare für eine Verlosung bereitgestellt. Tack så mycket! Du kannst jetzt eines dieser drei Exemplare gewinnen. Kommentiere einfach diesen Beitrag oder die Podcastfolge mit Michaela Fuchs oder schreibe eine kurze Mail an elchkuss@elchkuss.de und erzähle, was dich an der nordischen Winterküche besonders reizt. Schon bist du im Lostopf.
Die Verlosung läuft noch bis Sonntag, 11. Oktober 2026, 24 Uhr. Dann wird gelost und die Gewinner werden benachrichtigt.
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