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Mit dem Hund nach Schweden reisen

Mit dem Hund nach Schweden reisen

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Manch ein Hundebesitzer wird an das berühmte Loriot-Zitat denken, wenn er den nächsten Urlaub plant. Ist nicht auch ein Urlaub ohne Hund möglich, aber sinnlos? Klar kann man das Tier zu einem Hundesitter geben. Schöner ist es jedoch, den Hund mitnehmen zu können. Bei einem Urlaub in Schweden ist dies problemlos möglich. Doch ein paar Dinge solltest du beachten.

Ich höre immer wieder von Hundebesitzern, dass Schweden kein hundefreundliches Land sei, da Hunde in Restaurants und Cafés nicht erwünscht sind und es Strände mit Hundeverboten gibt. Ich würde es anders formulieren: Die Schweden sind Hunden gegenüber definitiv aufgeschlossen, aber es gibt manchmal etwas strengere Regeln.* Wer sie kennt und sich auf sie einstellt, kann aber auch gut mit ihnen umgehen, sodass einem entspannten und ruhigen Urlaub nichts im Wege steht.

Einreise mit Hund

Seit 2012 sind die notwendigen Unterlagen und Impfungen, die du bei der Einreise mit einem Hund vorlegen musst, deutlich verringert und vereinfacht worden. Beispielsweise waren früher noch Wurmkuren vorgeschrieben, die mittlerweile aber weggefallen sind. Die Dokumente und Impfungen, die noch notwendig sind, hat man als Hundebesitzer im Normalfall schon:

  • Tollwutimpfung
  • Chip-Kennzeichnung
  • europäischer Haustierausweis

Wie du siehst, sind das keine großen Hürden. Schwierig kann es nur bei sehr jungen Hunden werden, denn sie dürfen frühestens drei Wochen nach der ersten Tollwutimpfung eingeführt werden. Da Jungtiere aber erst ab etwa einem Alter von drei Monaten gegen Tollwut geimpft werden sollten, wird eine Einfuhr in den ersten vier Lebensmonaten schwierig.

Der Hund muss zudem beim Zoll angemeldet werden. Das geht aber in wenigen Minuten und völlig unproblematisch im Vorfeld online. Melde einfach beim Zoll dein Tier an, dann erhältst du eine Registrierungsnummer, die du – solltest du vom Zoll überprüft werden – vorweisen können musst.

Auf der Fähre mit dem Hund

Wer mit der Fähre nach Schweden reist, sollte sich im Vorfeld bei der jeweiligen Fährgesellschaft erkundigen, welche Bestimmungen an Bord gelten. Diese können sich teilweise auch von Schiff zu Schiff ein und derselben Fährgesellschaft ändern. Normalerweise ist es aber kein Problem, einen Hund mitzunehmen. Mal muss er bei der Buchung angegeben werden, mal genügt eine Anmeldung beim Check-In. Wenn eine Kabinenpflicht besteht (was bei den meisten Nachtfähren der Fall ist), muss für gewöhnlich eine spezielle Haustierkabine gebucht werden. Da diese nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine rechtzeitige Buchung.

An Bord der Schiffe gibt es meist spezielle Hundebereiche mit Napf und Hundetoilette. Die Tiere sind an der kurzen Leine zu führen. Manchmal besteht auch Maulkorbpflicht, und zwar nicht nur für Kampfhunde (z.B. mit der Stena Line von Rostock nach Trelleborg). Bei kurzen Fährüberfahrten können die Hunde zum Teil auch im Auto gelassen werden.

Hunde in Schweden
Die Schweden sind Hunden gegenüber aufgeschlossen. Oft müssen sie aber an der Leine geführt werden. Foto: Lindsten & Nilsson / imagebank.sweden.se

Leinenzwang und Hundeverbot

Die Schweden sind Hunden gegenüber normalerweise wirklich aufgeschlossen. Allerdings sind freilaufende Hunde beispielsweise an Stränden oder Hunde generell in Restaurants oder Cafés nicht gerne gesehen bzw. verboten. Hierauf musst du dich einstellen, wenn du mit deinem Hund nach Schweden reist. Die Tiere sind in fast keinen Restaurants oder Cafés geduldet. Dafür gibt es meist aber spezielle Außenbereiche, wo sie angeleint werden können, oft auch mit einem Napf.

An den Stränden besteht häufig Leinenzwang. Dasselbe gilt für Parkanlagen, Campingplätze und immer in den Nationalparks. An manchen Badeplätzen sind Hunde zudem grundsätzlich nicht erlaubt. Hier gilt es, sich nicht einfach über das Verbot hinwegzusetzen, sondern besser zum nächsten Strand zu gehen, an dem die Tiere erlaubt sind.

Hundebesitzer in der Pflicht

Es sollte natürlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass man sich als Hundebesitzer in der Verantwortung fühlt und die Regeln einhält. Auch dass der Hundekot weggeräumt wird, sollte eigentlich klar sein. In Schweden ist dies schon seit vielen Jahren absolut üblich.

Mit dem Hund im Wald in Schweden
Mit dem Hund im Wald – einfach herrlich! Aber Vorsicht vor Zecken! Foto: Alexander Hall / imagebank.sweden.se

Zecken, Ottern, Ärzte

Wenn der Hund erkrankt, ist das nie schön – im Urlaub schon erst recht nicht. Aber was tun, wenn es doch passieren sollte?

Die Behandlung durch Tierärzte ist in Schweden meist deutlich teurer als in Deutschland. Zudem ist das Land, vor allem in der Mitte und im Norden, dünn besiedelt, was bedeutet, dass der Weg zur nächsten Tierklinik bzw. zum nächsten Tierarzt weit sein kann. Es empfiehlt sich daher, eine Notfallapotheke für den Hund zusammenzustellen und mitzunehmen. Wenn du keine Rundreise planst, sondern an einem Ort bleibst, kann es sich auch lohnen, schon im Vorfeld die Adresse und Telefonnummer des nächsten Tierarztes herauszuschreiben.

Zecken sind in Schweden wirklich zahlreich. Und auch die schwedischen übertragen Borreliose. Ein Zeckenschutz ist daher eigentlich ein Muss.

Neben den Zecken können Kreuzottern vor allem kleineren Hunden gefährlich werden. Kreuzottern gibt es in Schweden recht häufig. Daher ist es sinnvoll, den Hund nicht unbeobachtet irgendwo im Unterholz herumtoben zu lassen.

 

Gewisse Verbote, Zecken und Kreuzottern sollen dich aber ganz sicher nicht davon abhalten, deinen Hund mit nach Schweden zu nehmen. Er wird die Wälder und die vielen Flüsse und Seen, in denen er sich abkühlen kann, ganz gewiss genießen.

Vielen Dank an Kerstin Juth für ihre wertvollen Tipps und Hinweise!

Hast du Fragen zum Schwedenurlaub mit Hund? Oder weitere Tipps? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar!

 

Beitragsbild: Guillaume de Basly / imagebank.sweden.se

 

* Wichtiger Hinweis: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

2 Comments

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Ich stimme zu

  • HeJ Jo,
    Sehr informativ und auf den Punkt gebracht. Vielleicht solltest du beim Thema Ausweis herausstellen, dass der europäische Heimtierausweis (das ist der „blaue“ Ausweis erforderlich ist. Der nationale ‚gelbe“ Haustierausweis wird nämlich nicht akzeptiert. Nurmal so als Tipp, um Missverständnissen vorzubeugen.

    Hejdå
    Klaus

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