Kanufahren Reisen

Kanutraum in Schweden – der Svartälven

Der Svartälven – der „schwarze Fluss“ – ist mittlerweile zwar kein Geheimtipp mehr, das mindert aber die beinahe unbeschreibliche Schönheit nicht, die du beim Paddeln auf diesem Fluss in Mittelschweden erleben kannst. Nördlich von Hällefors gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Touren – von einwöchigen Routen bis zu Tagesausflügen ist alles möglich. Wir hatten nicht ganz so viel Zeit und entschieden uns daher für eine Zweitagestour. Es wurden zwei wunderschöne Tage, an die wir nur zu gerne noch weitere angehängt hätten.

Startpunkt ist das Vandrarhem in Hällefors. Die Besitzer, ein sehr sympathisches Paar aus Holland, haben hier einen gut ausgestatteten Kanuverleih eingerichtet. Hier leihen wir uns unser Boot, einen Kanuwagen und Gepäcktonnen. Dann werden wir zu unserem Einstiegsplatz in Lesjöfors in Värmland an der Grenze zu Dalarna gebracht. Es ist warm, aber dunkle Wolken sind aufgezogen. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

Vielfalt am Svartälven: kleine Bäche, Seen und der große Fluss

Zunächst einmal ein winzigkleines Flüsschen, die Ränder von dichtem Schilf gesäumt. Eine Biegung folgt auf die andere. Libellen umschwirren uns, das Schilf rauscht im Wind – so muss Kanufahren sein! Im Schutz des Schilfs merken wir nicht, wie der Wind auffrischt. Als wir dann aber den ersten See, den Bredreven, überqueren, rollen uns plötzlich ordentliche Wellen entgegen. Gerade eben sind wir noch völlig entspannt über einen ruhigen Fluss getrieben, jetzt müssen wir richtig kräftig paddeln. Kanufahren ist eben auch Sport …

Steg an einem See in Schweden
Auch bei weniger schönem Wetter einfach traumhaft!

Als wir auf der anderen Seeseite ankommen, müssen wir das Boot hundert Meter über Land transportieren. Wir machen eine kleine Rast, wollen aber zügig weiterkommen, denn die Wolken am Himmel haben sich inzwischen zu einer lückenlosen grauen Decke geschlossen. Wir gelangen auf einen langgezogenen See, der mehr einem breiten Fluss gleicht. Während wir dahingleiten, die Ruhe, die Wälder und den See genießen, werden wir allmählich von oben nass. Zunächst sind es nur wenige Tropfen, doch schon bald regnet es Bindfäden. Ein Glück, dass wir eine wichtige Regel bedacht haben: Die Regenjacken in der Gepäcktonne immer ganz nach oben! Ein zweites Glück ist, dass wir an einer besonders engen Stelle, dem Kosund, Schutz unter einer Straßenbrücke finden. Das Ambiente unter der Brücke ist vielleicht nicht das romantischste, dennoch genießen wir es, dem Sommerregen zu lauschen und den abertausenden Tropfen, die auf der Wasseroberfläche einschlagen, zuzusehen.

Umtragestelle am Svartälven

Zauberhaft schön – selbst wenn das Wetter nicht mitspielt

Bald zieht der Regen vorüber, wir paddeln weiter. Der See öffnet sich. Wir halten uns links, denn irgendwo dort muss es weitergehen. Dann finden wir das schmale Flüsschen, das uns auf den Svartälven bringen wird. Diese Strecke ist nun ein absolutes Highlight. Der Fluss, nur wenige Meter breit, windet sich durch dichten Wald. Nur einmal kommen wir an einem einsamen Hof vorbei. Ansonsten nichts, nur Natur. Ein Paradies! Ganz sachte setzen wir die Paddel ins Wasser. Jedes Geräusch stört hier. Wir hoffen auf einen Elch im Wald oder einen Biber im Fluss, haben aber kein Glück. Stattdessen begleitet uns elegant ein Reiher. Auf diesem Fluss könnten wir endlos weiterpaddeln, doch das Zwischenstück ist nicht sehr lang. Nur wenig später mündet er in den majestätischen Svartälven.

Kurz vor der Einmündung in den Svartälven
Vielleicht der schönste Teil unserer Route: Natur pur auf einem kleinen Nebenfluss

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem Rastplatz Risforsberget. Als wir ankommen, ist bereits die Hölle los. Eine Jugendgruppe zeltet ebenfalls hier, die besten Zeltplätze sind daher schon weg. Doch wir finden noch ein lauschiges Plätzchen zwischen dicken Wurzeln und Bäumen.

Der Abend am Svartälven ist traumhaft. Dunst hängt über dem Fluss, dahinter die untergehende Sonne. Das Wasser zieht gemächlich an uns vorbei. Selbst die Jugendlichen sind ruhig geworden. Wir machen uns Essen, sitzen da, hängen unseren Gedanken nach. So lässt es sich leben.

Der 2. Tag auf dem Svartälven: jetzt auch mit Sonne

Der nächste Tag bringt Sonne. Wir folgen dem Svartälven, müssen zweimal umtragen und kommen gut voran. Auch wenn uns die Zivilisation allmählich wieder einfängt, als wir uns Hällefors, unserem Ziel, nähern, bleibt es dennoch zauberhaft schön. Herrlich ist der See Örlingen, der mit seinen Inseln zu vielen Pausen einlädt.

Mit dem Kanu auf dem Svartälven

Da wir so gut vorangekommen sind, machen wir kurz vor Hällefors einen Abstecher in den See Stor Sången. Dazu müssen wir den Svartälven verlassen und über ein kleines Bächlein fahren. Witzig ist die Einfahrt in diesen Bach, der hier von einer Straße überbrückt wird. Entweder man schleppt das Boot die steile Böschung nach oben, quert die Straße und lässt das Kanu auf der anderen Seite wieder irgendwie zum Wasser hinunter. Oder – so machen wir es – man legt sich flach ins Boot und schiebt sich mit den Händen durch das schmale, enge Rohr, durch das das Wasser unter der Straße hindurchfließen kann. Aber Vorsicht: Spinnwebengefahr! 🙂

Abstecher vom Svartälven
Flach hinlegen und durch!

Nur wenig später erreichen wir den See und halten uns rechts. Hier gibt es einen herrlichen Badeplatz mit schönem Steg. Wir machen eine lange, sehr lange Rast und wollen am liebsten gar nicht mehr weg von hier. Doch eine kurze Strecke haben wir noch. Also brechen wir notgedrungen irgendwann wieder auf, schieben uns nochmals durch das enge Rohr und lassen unsere Zweitagestour auf dem Svartälven ausklingen. Kurz darauf sind wir in Hällefors. Wir geben das Boot zurück, bleiben aber noch eine Nacht in Hällefors. Denn der Campingplatz Sörälgen etwas östlich des Ortes lädt zum Entspannen ein. Nach zwei äußerst entspannten Tagen auf dem Svartälven kommt uns das gerade recht.

 

Kanuverleih:

Hällefors Vandrarhem & Kanotcenter
www.halleforsvandrarhem.com
Buchung: online oder unter +46 59113000 (Festnetz) oder +46 738125601 (mobil)

 

Preise:

380:- SEK pro Boot und Tag; Kanuwagen ist nicht inklusive. Ausrüstungsgegenstände wie Gepäcktonnen, Zelt, Schlafsack können ausgeliehen werden.

 

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