Göteborg Westküste

Göteborg – nachhaltig, vielseitig, urban und ganz viel Natur

Göteborg

Manchmal tut sich Göteborg schwer, steht die zweitgrößte Stadt Schwedens doch oft im Schatten Stockholms. Und ja, hinsichtlich der Sehenswürdigkeiten kann Göteborg gegenüber der Hauptstadt kaum punkten. Seitdem ich aber in Göteborg gelebt und gearbeitet habe, weiß ich, dass man anders an diese Stadt herangehen muss. Man kann sie nicht innerhalb eines Tages auf klassischen Sightseeing-Wegen abarbeiten. Nein, man muss „världens bästa stad“ (die beste Stadt der Welt, wie sie bescheiden von manchen Göteborgern bezeichnet wird) erleben. Wo fängt man dabei an? Am besten bei der Anreise – den schon die kann ein Erlebnis sein.

Eine halbe Stunde vor der Ankunft schiebt sich die Fähre der Stena Line* an unzähligen Schäreninseln vorbei – glatt geschliffene Felsen, auf denen sich gemütliche Häuser wie weiße Sprenkel verteilen. Zwischen den Inseln aufgeblähte Segel dutzender Boote. Möwen überfliegen kreischend Boote, Wellen und Inseln. Schärenidyll.

Der Hafen und die Oper von Göteborg
Göteborgs Hafen und Oper im Abendlicht / Foto: Göran Assner / imagebank.sweden.se

Auf der anderen Seite erheben sich hässliche Öltanks hinter einem Industriehafen. Die Möwen kreischen noch immer, die Idylle ist verflogen. Dazwischen liegt trotzig die alte Inselfestung „Gamla Älvsborg“. Dann fährt das Schiff unter der mächtigen Brücke Älvsborgsbron, dem Tor nach Göteborg, hindurch. Der Lärm der darüberfahrenden Autos und Lastwagen klingt unterhalb der Brücke wie ein immerwährendes Sausen. Mein Blick fällt auf das Kunstzentrum „Röda Sten“, das am Ufer zwischen den Brückenpfeilern steht. Nach der Brücke öffnet sich der Blick auf die Stadt. Rechts die prächtigen Häuser von Klippan, die ein gewisses Großstadtflair verströmen, links taucht der ganz neu angelegte und trendige Stadtteil Eriksberg auf. Der riesige Werftkran zeugt noch heute davon, was sich hier früher befand und was Göteborg lange Zeit prägte: Werften, Schiffsbau und Schifffahrt.

Göteborg ist vieles zugleich.

Mit dem Schiff nach Göteborg zu reisen, ist die wohl schönste aller Anreisen. Und man erhält sogleich eine Vorstellung davon, was Göteborg ausmacht: Göteborg ist alte Arbeiter- und Seefahrerstadt, ist modern und hipp, von Industrie gleichermaßen wie von der Natur geprägt, ist idyllisch und lärmend; die zweitgrößte Stadt Schwedens ist Großstadt und wirkt oft kleinstädtisch, sie ist ein Ort der Kultur und in den letzten Jahren immer mehr eine Stadt des trendigen Shoppens und der Cafékultur.

Und nicht zuletzt ist Göteborg nachhaltig. Seit 2016 thront die Stadt an der schwedischen Westküste an der Spitze des Global Destination Sustainability Index. Zudem wurde sie von der Europäischen Kommission zur europäischen Hauptstadt des smarten Tourismus 2020 ernannt.

Göteborg mit Herz
Vi älskar Göteborg!

Göteborg ist vieles zugleich. Gegensätze stoßen hier aufeinander. Aber sie stoßen sich nicht ab, sondern sie verschmelzen miteinander. Genau das macht Göteborg aus.

Je nach Anreise ein anderes Bild

Diese Vielfalt zeigt sich auch bei der Anreise. Oder anders ausgedrückt: Je nachdem, wie man anreist, wird man einen anderen ersten Eindruck von Göteborg haben. Wer mit dem Schiff einfährt, erkennt sofort, welche Bedeutung das Wasser für die 600.000-Einwohner-Stadt hat.

Visiert man mit dem Flugzeug den Flughafen Göteborg-Landvetter östlich der Stadt an, fliegt man über unendlichen Wald und unzählige Seen, die das Hinterland prägen.

Der erste Eindruck, den Autofahrer von Göteborg haben, ist eher der einer wenig romantischen Industriestadt, aus der urplötzlich Glücksgeschrei von einer Achterbahn tönt, wenn links der Autobahn plötzlich der bei den Schweden außerordentlich beliebte Vergnügungspark Liseberg auftaucht.

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Fährt man mit dem Zug von Malmö kommend ein, landet man mitten in einer quirligen Shoppingmetropole.

Ein ganz anderes Bild gewinnt der Radfahrer, der über den Kattegattleden – ein Radweg, der von Helsingborg immer an der Küste entlang bis nach Göteborg führt – in die Stadt einfährt: Der Radweg führt an der felsigen Küste entlang, vorbei an hübschen Vororten und Sportboothäfen, die an vieles erinnern, aber nicht an Großstadt.

Schärenlandschaft bei Göteborg
Mit dem Rad nach Göteborg

All das ist Göteborg.

Wo fängt man also an, wenn man diese Stadt entdecken und erleben möchte?

Am besten in der Innenstadt. Der älteste Teil der insgesamt noch jungen Stadt (Göteborg wurde 1621, also vor 400 Jahren gegründet) liegt innerhalb des Wallgrabens, eine im Zickzackmuster angelegte Schutzanlage, die heute niemanden mehr verschreckt, sondern im Sommer vielmehr die Menschen mit Picknickdecken zum Entspannen mitten in der Stadt einlädt.

In diesem ältesten Teil der Stadt befinden sich nicht nur der Dom, sondern unzählige Möglichkeiten zum Bummeln und Shoppen, vor allem entlang der Straßen Kyrkogatan, Vallgatan und Kungsgatan. Ist das Wetter einmal schlechter, dann lädt „Nordstan“, eines der größten Shoppingscenter Nordeuropas, zum Einkaufen ein. Ein ganzes Viertel wurde überdacht und bietet nun alles, was das Bummelherz begehrt.

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  1. – Gehe Bouldern oder Klettern in der „#1 urban climbing city in the world“!

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