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Die schwedischen Kronen – bald nur noch bargeldlos?

Die schwedischen Kronen bald nur noch virtuell? Bargeldlos bezahlen in Schweden

Über die schwedischen Kronen wird in letzter Zeit viel berichtet. Zuerst schafft es Astrid Lindgren auf den 20-Kronen-Schein und nun scheint es so, dass es bald überhaupt keine Scheine mehr gibt. Denn Schweden schafft nach und nach das Bargeld ab. Was bedeutet das für die nächste Schwedenreise? Reicht meine Kreditkarte oder soll ich noch Bargeld besorgen?

Wie lange wird es die schwedischen Kronen noch als physisches Zahlungsmittel geben? Sterben sie bald ebenso aus, wie es die Öre-Münzen bereits 2010 getan haben? Alle Zeichen deuten in diese Richtung.

Wenn es so kommt, nimmt eine Geschichte ihr Ende, die 1873 begann. Damals bezahlte man in Schweden mit Reichstalern (riksdalar). Gemeinsam mit Dänemark und später auch mit Norwegen einigte man sich auf eine gemeinsame Währung: die Kronen. In allen drei Ländern waren sie aneinander gekoppelt und man konnte die schwedischen Kronen auch in Dänemark und Norwegen verwenden. Genauso wie Norweger oder Dänen mit ihren Kronen in Schweden bezahlen konnten. Erst 1914 wurden die Währungen entkoppelt.

Entscheidung für die schwedischen Kronen – und gegen den Euro

2003 schien es dann beinahe so, als würden die Kronen verschwinden – wie Jahre vorher die Deutsche Mark. Aber in der Volksabstimmung, ob der Euro in Schweden eingeführt werden sollte, setzten sich die Gegner der neuen Währung knapp durch. Es blieb also bei den Kronen. Im Normalfall ist ein Euro etwa 9 bis 10 Kronen wert.

In den Jahren 2013 bis 2017 wurden Münzen und Scheine nach und nach durch neue ersetzt. Auf den 1-, 2-, 5- und 10-Kronen-Münzen findest du stets König Carl XVI Gustav. Die Scheine zeigen auf der Vorderseite eine berühmte schwedische Persönlichkeit aus dem Bereich Kultur und auf der Rückseite eine Landschaft, Stadt oder ein Bauwerk sowie eine Blume.

WertVorderseiteRückseite
20Astrid LindgrenLandschaft in Småland
50Evert TaubeFelszeichnungen in Bohuslän
100Greta GarboStockholm
200Ingmar BergmanKalksteinsäulen auf Gotland
500Birgit NilssonÖresundbrücke
1000Dag HammarskjöldFjäll in Lappland

Bilder der Scheine findest du auf der Webseite der schwedischen Riksbanken.

Der Abschied vom Bargeld naht

Den 20-Kronen-Schein zierten lange Zeit Selma Lagerlöf und Nils Holgersson. Nun mussten sie Astrid Lindgren weichen. Und Astrid Lindgren muss wohl bald ebenfalls weichen. Denn in wenigen Jahren wird es in Schweden voraussichtlich kein Bargeld mehr geben. Die Zeitung „Sydsvenskan“ rechnet damit, dass man im Jahr 2030 nicht mehr mit Bargeld in Schweden bezahlen kann.

Damit wird eine Entwicklung konsequent zu Ende gebracht, die ab etwa 2000 begann: der Trend, nur noch bargeldlos zu bezahlen. Jeder, der schon in Schweden war, wird es wahrgenommen haben. Selbst Kleinstbeträge werden mit Karte bezahlt. Der Kaffee im Seven Eleven, das Ticket in der Straßenbahn, ja, selbst, die Obdachlosenzeitung in Stockholm. Mit der App Swish, die von schwedischen Banken entwickelt wurde, lassen sich in Sekundenschnelle Geldbeträge transferieren. Die Banken sind grundsätzlich die treibenden Kräfte hinter der Abschaffung des Bargelds. Bargeld ist für Banken teuer und nicht immer sicher zu hantieren.

Bargeldlos bezahlen – gut oder schlecht?

Während die Schweden das bargeldlose Zahlen kaum diskutieren, sieht das in Deutschland anders aus. Die Befürworter sagen, damit könne Geldwäsche, Schwarzarbeit und prinzipiell Kriminalität bekämpft werden. Das Risiko eines Überfalls auf Banken oder Geschäfte gehe zurück. Die Gegner halten dagegen, dass vielleicht Überfälle zurückgehen, dafür aber Kartenbetrug zunehme. Dies kann man in Schweden tatsächlich feststellen. Zudem funktioniere Bargeld auch in Notsituationen, zum Beispiel bei einem flächendeckenden Stromausfall. Entscheidendes Argument der Gegner ist aber die Gefahr des vollkommen durchsichtigen Bürgers, da nun jeder seiner Schritte und Handlungen nachvollzogen werden könne, wenn er nur noch bargeldlos bezahle. Persönliche Daten könnten missbraucht werden, wenn sie in falsche Hände geraten.

Brauche ich auf der Schwedenreise noch schwedische Kronen?

Doch bei der nächsten Schwedenreise ist es herzlich egal, ob die Abschaffung des Bargelds gut oder schlecht ist. Viel wichtiger ist hier die Frage: Muss ich überhaupt noch schwedische Kronen besorgen? Mit einem klaren „Nein“ ist diese Frage heute noch nicht zu beantworten (in wenigen Jahren wahrscheinlich schon).

In den Großstädten, allen voran Stockholm, kommst du problemlos ohne Bargeld durch. Ja, vielerorts wird gar kein Bargeld mehr akzeptiert, beispielsweise im ABBA-Museum. Auch im öffentlichen Nahverkehr geht ohne Karte oder andere bargeldlose Zahlungsarten nichts. Ohne Bargeld kannst du also Urlaub machen, ohne Kreditkarte aber nicht.

Es gibt jedoch ein Aber: Noch ist es eben nicht so, dass du wirklich überall mit Karte bezahlen kannst. Da gibt es so manche öffentliche Toilette, die noch mit einer 5-Kronen-Münze gefüttert werden will. Und auch nicht jeder loppis (Flohmarkt) hat auf Kartenbezahlung umgestellt. Es wird aber wohl nicht mehr lange dauern, bis auch diese Dinge Relikte aus einer fernen Zeit sein werden.

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Übrigens: Wir haben bereits viele gute Erfahrungen mit der Kreditkarte der DKB-Bank gemacht. Mit ihr kannst du weltweit an fast allen Geldautomaten kostenlos abheben, so auch in Schweden. Damit ist sie für Reisen wirklich ideal. Sich bereits in Deutschland schwedische Kronen zu besorgen, gehört damit endgültig der Vergangenheit an.

 

Wie stehst du zum bargeldlosen Bezahlen in Schweden? Wirst du die Kronen in Münz- und Scheinform vermissen?

Beitragsbild: Melker Dahlstrand / imagebank.sweden.se

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