Ingrid Hofstra führt mit ihrem Koch- und Backbuch „Die besten Rezepte Schwedens – 60 köstliche Klassiker“ ganz unprätentiös in die schwedische Küche ein. Damit gibt sie einen guten Überblick über die Vielfalt typisch schwedischer Rezepte und nimmt einen zugleich mit auf eine kulinarische Reise durch das Land. Für Einsteiger und Liebhaber gleichermaßen.
Dem schwedischen Möbelriesen sei Dank verbindet wahrscheinlich jeder mit der schwedischen Küche sofort köttbullar und gravad lax. Auch die Fika-Pause ist mittlerweile wohl den meisten ein Begriff. Zum Kaffee essen die Schwedinnen und Schweden liebend gerne ihre köstlichen Zimtschnecken, die kanelbullar.
All diese Gerichte und Backwaren sind zweifelsohne sehr typisch für Schweden. Hält man sich etwas länger im Land auf, wird man aber schnell feststellen, dass es nur ein sehr kleiner Teil der schwedischen Küche ist.
60 Klassiker der schwedischen Küche
Ingrid Hofstra, selbst aus den Niederlanden stammend, lebt seit einiger Zeit in Schweden. Die kulinarische Storytellerin arbeitete bereits als Food-Fotografin auf den Färöer-Inseln. Jetzt widmet sie sich in ihrem Buch „Die besten Rezepte Schwedens“ dem Kochen, Backen und ein wenig auch dem Trinken in Schweden. 60 ausgewählte Rezepte stellt sie vor. Es sind Klassiker, wie der Untertitel selbst sagt. Dadurch sind keine außergewöhnlichen Rezepte enthalten und jemand, der sich schon sehr intensiv mit der schwedischen Küche beschäftigt hat, wird vielleicht auch nicht überrascht werden.

Die 60 Rezepte sind aber sehr gut ausgewählt und bieten einen hervorragenden Ein- und Überblick über das, was typischerweise in Schweden auf den Tisch kommt. Da ist eingelegter Hering ebenso dabei wie chokladbollor und semlor, es wird Pyttipanna genauso vorgestellt wie die Smörgåstårta.
Wer etwas höchst Außergewöhnliches sucht, der wird hier nicht fündig. Das will das Buch aber auch gar nicht. Es will in die schwedische Küche einführen und die wichtigsten Rezepte vorstellen. Damit macht es sich in der Küche von all jenen gut, die hin und wieder etwas typisch Schwedisches auf die Teller bringen möchte.
Rezepte nach sozialen Anlässen sortiert
Zunächst stellt die Autorin die wichtigsten Zutaten vor, ehe sie in fünf Kapiteln auf das Smörgåsbord, die Fika, die Husmanskost, Festessen und abschließend weitere Grundrezepte eingeht. Die einführenden Texte zu jedem Kapitel bieten eher einen groben Überblick, ohne in die Tiefe zu gehen. Auch hier: Wer sich schon gut mit Schweden auskennt, findet wenig neue Informationen, wer aber eine erste Einführung wünscht, wird nicht enttäuscht.

Die Einteilung finde ich sehr interessant. Sie zeigt, dass Essen in Schweden oft auch etwas Soziales ist und mit bestimmten Ereignissen zusammenspielt. Beispielsweise das Smörgåsbord, das Buffett, zum dem traditionell jeder Gast etwas beisteuert. Böse Zungen lästern, dass dieses Buffett an Weihnachten, Ostern und Midsommar immer mehr oder weniger gleich aussieht und aus den unterschiedlichsten Heringsformen besteht. Da ist durchaus was dran, aber die Buffettbeigaben sind dann doch etwas vielfältiger, wie das Buch schnell aufzeigt.

Oft einfache Rezepte, die nicht viele Zutaten brauchen – nur selten wird’s kompliziert
Ingrid Hofstra zeigt mit ihren Rezepten, dass es nicht viel braucht, um Leckeres zu kochen. Viele Rezepte kommen mit relativ wenig Zutaten aus und sind auch nicht sonderlich kompliziert. Kurz führt sie in das Gericht ein, erzählt beispielsweise etwas zur Geschichte oder zu Besonderheiten. Dann folgen die Zutaten und die Zubereitung. Diese ist gut verständlich erklärt, sodass das Nachkochen und -backen kein Problem darstellt.
Manche Zutaten sind sehr typisch für Schweden und im deutschsprachigen Raum nicht so leicht zu bekommen. Beispielsweise der Västerbottensost, dieser würzige Hartkäse aus Västerbotten, der für den Västerbottenspaj Grundvoraussetzung ist. Ich nehme mir immer, wenn ich in Schweden bin, einen guten Vorrat an Västerbottensost mit. Damit habe ich das Rezept von Ingrid Hofstra für Västerbottenspaj ausprobiert – und er hat alle Gäste restlos überzeugt. Im einführenden Teil, wo Ingrid Hofstra die wichtigsten Zutaten vorstellt, schreibt sie, dass der Käse aus Västerbotten auch mit herkömmlichem Parmesan ersetzt werden kann. Das mag irgendwo schon stimmen, ich will ihr aber dennoch nicht gänzlich recht geben. Denn dann ist es einfach kein echter Västerbottenspaj mehr. Im Gespräch mit ihr, das du im Elchkuss-Podcast nachhören kannst, bestätigt sie meine Einwände.
Kochbuch für grundlegende schwedische Rezepte
Was mich sehr überzeugt an diesem Buch sind die vielen Kleinigkeiten, die zur schwedischen Küche fest dazugehören. Es wird beispielsweise erklärt, wie man selbst Knäckebrot backen kann. Auch Rezepte für Vanillesause, Schnaps und Rhabarbersaft fehlen nicht. Das sind zwar nur kleine Dinge, aber für Schweden sehr wichtig und typisch. In vielen anderen Kochbüchern zur schwedischen oder nordischen Küche fehlen solche Grundlagen.
Ingrid Hofstras Koch- und Backbuch zur schwedischen Küche ist somit ein ideales Buch für die grundlegenden und wichtigsten Rezepte aus Schweden. Wer gerne schwedisch kocht, hält mit diesem Buch die perfekte Hilfe in Händen.
Ingrid Hofstra: Die besten Rezepte Schwedens. 60 köstliche Klassiker
Verlag: Gerstenberg
Erscheinungsdatum: 30.06.2025
176 Seiten
Hardcover
ISBN 978-3-8369-2212-8
Preis: 28,00 Euro
Drei Exemplare zu gewinnen
Der Gerstenberg Verlag hat uns freundlicherweise drei Exemplare zur Verfügung gestellt, die Elchkuss nun verlost. Du willst das Buch schnellstmöglich in deiner Küche haben? Dann mach jetzt mit beim Gewinnspiel! Kommentiere dazu einfach diesen Artikel oder die Elchkuss-Beiträge auf Facebook oder Instagram zum Buch und schreibe, was dein absolutes schwedisches Lieblingsrezept ist. Begründe dies auch kurz. Das Gewinnspiel läuft bis Sonntag, 7.12.2025, am Montag wird dann gelost. Lycka till!



Herzlichen Dank für diese schöne Buchvorstellung und die tolle Verlosung! Ich würde mich sehr über das Buch freuen, denn ich koche sehr gerne und probiere gerne neue Rezepte aus. Die schwedische Küche mag ich zudem sehr. Mein schwedisches Lieblingsgericht sind Köttbullar, die ich natürlich selbst mache. Zusammen mit Preiselbeeren ist es ein extrem leckeres Gericht, Familienfavorit und ein ganz wunderbares Wohlfühlgericht in der kalten Jahreszeit.
Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit
Katja
Hej! Ich verbinde mit Schweden definitiv die Kanelbulle! Selbst nach langem Probieren, ich bekomm sie einfach nicht so gut hin wie die Schweden 🙂 . Vielleicht liegt es an der Gesamtheit der schwedischen Komponenten (Wasser, Luft, Ort, schwedische Bäcker….) die man dazu braucht, damit sie wirklich schwedisch schmecken.
Ich würde mich daher sehr über das Kochbuch freuen – da ist bestimmt ein Kanelbulle-Rezept drin.
Liebe Grüße und eine besinnliche Vorweihnachtszeit.
Mein bisheriges Lieblingsrezept ist (wie sicher bei vielen) die Kanelbulle, unbedingt mit Kardamom! Ich hatte aber auch einmal die Gelegenheit mich bei einem Julbord durch die herzhaften Festtagsklassiker zu schlemmen und war begeistert. Ich hatte mir damals vorgenommen, unbedingt ein paar der Beilagen zuhause für meine Familie nachzukochen – was leider nie geschah. Über eine Sammlung der wichtigsten Klassiker würde ich mich deshalb sehr freuen um das Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen 🙂