Land und Leute Reisen

Die 15 schönsten Städte Schwedens

Schwedens schönste Städte

Schwedische Städte können ganz schön hässlich sein. Aber keine ist so hässlich wie Borlänge in Dalarna. Zumindest hat das eine Umfrage von Arkitekturupproret im Jahr 2018 ergeben. Auf den Plätzen 2 bis 5 folgen Västerås, Hässleholm, Umeå und Karlskoga. Die Stadtkerne dieser und vieler anderer schwedischen Städte bestehen aus rechteckigen Einheitsgebäuden, langweilig, eintönig, hässlich. Warum sind viele Städte in Schweden so unschön? Damit beschäftigen wir uns. Aber wir wollen uns nicht allzu lange mit den unschönen schwedischen Städten befassen, denn Schweden kann auch anders und mit ziemlich hübschen und spannenden Städten auftrumpfen. Die 15 schönsten Städte stellen wir dir vor.

Die meisten Touristen, die nach Schweden reisen, kommen wegen der Natur, nicht wegen der Städte. Ausgenommen davon ist nur Stockholm – und vielleicht noch Göteborg oder Visby. Ansonsten besucht man einen Tag lang eine Stadt, hat dann aber auch das Wesentliche gesehen und kann weiterziehen.

Aber woran liegt das? Warum haben schwedische Städte oftmals nicht so viel zu bieten?

Darum sind manche Städte in Schweden nicht gar so schön

Zum Ersten sind die meisten Städte in Schweden noch relativ jung. Während in Deutschland im Hochmittelalter unzählige Städte entstanden – oder manche sogar bereits seit der Römerzeit existieren –, gab es in Schweden zwar auch schon im Mittelalter Städte. Diese waren meist jedoch sehr klein und hatten kaum überregionale Bedeutung. Stockholm, Sigtuna, Skara und die Universitätsstädte Uppsala und Lund sind neben wenigen anderen die Ausnahme. Selbst Göteborg, mittlerweile immerhin die zweitgrößte Stadt in Schweden, wurde erst 1621 gegründet. Je weiter man nach Norden kommt, desto jünger werden die Städte – und damit fehlt ihnen auch ein richtig alter Stadtkern.

Zweitens baute man in Schweden lange Zeit vor allem mit Holz. Und Holz brennt leider leicht. Viele Städte mussten daher mindestens einen schweren Stadtbrand ertragen, der häufig das komplette historische Stadtbild zerstörte. 1888 brannte zum Beispiel nahezu das komplette Sundsvall nieder. Die Stadt wurde neu errichtet – jetzt aber nur noch mit Steinhäusern, weshalb Sundsvall bis heute Stenstan – die Steinstadt – genannt wird. (Dass die Zerstörung der historischen Innenstadt nicht zugleich bedeuten muss, dass eine Stadt hässlich neu aufgebaut wird, beweist ebenfalls Sundsvall: In der Umfrage von Arkitekturupproret wurde die Stadt zur schönsten in ganz Schweden erkoren.)

Zum Dritten trägt der Funktionalismus der Nachkriegszeit Mitschuld. In dieser Zeit wurden viele Stadtzentren „modernisiert“, indem alte Holz- und Steinhäuser niedergerissen und durch pragmatische, funktionale, aber eben auch äußerst hässliche, rechteckige „Schachtel-Gebäude“ ersetzt wurden.

Manche Städte konnten sich bis heute nicht davon erholen. Wer schon einmal durch die Innenstadt von Borlänge gegangen ist, weiß genau, wovon die Rede ist.

Doch nun kommt das Aber – und dieses ABER muss groß geschrieben werden:

Schwedische Städte können wunderschön sein.

Denn nur weil manche Städte in Schweden wahrlich nicht schön sind und die meisten nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten bieten, heißt das noch lange nicht, dass alle Städte in Schweden hässlich sind. Im Gegenteil! Es gibt wunderschöne Städte. Manche bestechen durch ihren Charme und ihre Gemütlichkeit, andere durch ihre Lage an einem See oder am Meer. Wieder andere haben – trotz der oben angeführten Punkte – ihren alten Stadtkern bewahrt und können mit tollen Sehenswürdigkeiten auftrumpfen.

Wir haben 15 Städte herausgesucht, die unserer Meinung nach die schönsten in Schweden und damit am ehesten einen Besuch wert sind. Dabei haben wir uns auf verschiedene Rankings berufen (unter anderem von Arkitekturupproret, Allt om Resor und Fokus.se) und unsere eigenen Erfahrungen mit einfließen lassen.

Zugleich wollen wir uns bei allen entschuldigen, die Mariestad, Örebro, Mariefred, Mora, Jokkmokk, Norrtälje, Landskrona oder Varberg gerne auf der Liste gesehen hätten. Es gibt deutlich mehr als nur 15 schöne Städte in Schweden, das wissen wir. Aber irgendwo mussten wir eine Linie ziehen.

In diesem Ranking führen wir nur eine kurze Begründung auf, weshalb diese Stadt in die Top15 gerutscht ist. Klicke auf den Stadtnamen, um mehr über die Stadt zu erfahren (dort wo die nähere Beschreibung noch fehlt, wird sie in den nächsten Tagen ergänzt).

Und hier sind sie nun: die 15 schönsten Städte Schwedens

  1. Helsingborg

Direkt am Öresund gelegen, hat die Großstadt im Süden Schwedens eine wunderschöne Lage am Meer. Zu oft wird sie links liegen gelassen, aber sie bietet nicht nur eine tolle Lage, sondern sehr alte und sehr moderne Sehenswürdigkeiten. Du findest Großstadtfeeling, Badestrände und idyllische Wälder – Helsingborg hat von allem etwas.

Dunkers Kulturzentrum in Helsingborg
Moderne Architektur direkt am Wasser: das Dunkers Kulturzentrum in Helsingborg; Foto: Anna Nilsson / imagebank.sweden.se
  1. Falun

Falun ist Weltkulturerbe. Keine Frage: Die Stadt in Dalarna darf daher in unserer Top15 nicht fehlen. Aus Falun kommt nicht nur die Falu Korv, sondern vor allem das schwedische Markenzeichen, das Falu Röd, die rote Farbe, mit der unzählige Holzhäuser in Schweden gestrichen sind. Die Farbe ist ein Nebenprodukt des Kupferabbaus, der über Jahrhunderte hinweg in der riesigen Kupfergrube bis 1992 erfolgte. Aber Falun hat noch mehr zu bieten, denn auch die Innenstadt ist pittoresk und gemütlich, und im Winter ist die Stadt ein absolutes Zentrum des Wintersports.

Eine der Weltkulturerbe-Städte in Schweden: Falun
Eine der Städte, die viele alte Holzhäuser bewahren konnte: Falun
  1. Kiruna

Kiruna ist einmalig. Oder gibt es irgendeine andere Stadt weltweit, deren Zentrum umgezogen wird? Da die tiefen und langen Schächte des Eisenerzbergwerks den Boden der Stadt in Lappland unsicher werden lassen, muss die Stadt weichen. Allein deswegen ist Kiruna eine Reise wert. Die Stadt ist aber auch idealer Ausgangspunkt für Unternehmungen in der weiten, atemberaubenden Landschaft Lapplands.

Kiruna in Lappland, Schweden
Im Schatten des Bergwerks: Kiruna; Foto: Jonatan Stålhös / imagebank.sweden.se
  1. Sigtuna

Sigtuna gilt als die älteste Stadt Schwedens. Bereits im Jahr 980 wurde die nördlich von Stockholm gelegene Stadt gegründet. Mehrere Kirchenruinen zeugen davon, dass Sigtuna lange Zeit auch ein kirchliches Zentrum war. Heute lädt die Stadt ein zu einem Bummel durch wunderschöne Straßen mit alten Holzhäusern und zu einer Fika-Pause in der Tant Bruns kaffestuga, untergebracht in Sigtunas ältestem Holzhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Ansicht der Altstadt von Sigtuna
Stora gatan in Sigtuna; Foto: Brorsson / wikimedia
  1. Ystad

Durch Henning Mankells Krimireihe um den Kommissar Kurt Wallander hat die Stadt ganz im Süden Schwedens großen, aber auch einen düsteren Ruhm erlangt. Dabei ist sie überhaupt nicht düster, sondern vielmehr ziemlich gemütlich. Viele Gebäude aus der Zeit zwischen Spätmittelalter bis zum 18. Jahrhundert konnten bewahrt werden. Mit dem Apothekerhof aus dem 15. Jahrhundert besitzt Ystad sogar das älteste noch bewohnte Haus in ganz Skandinavien.

Eine der südlichsten Städte Schwedens: Ystad
Der Marktplatz von Ystad, Foto: Simon Paulin / imagebank.sweden.se
  1. Vadstena

Auch Vadstena konnte sich das alte Stadtbild bewahren. Die Stadt am Vättern ist zwar nicht sonderlich groß, bietet aber einiges. Auf einem Spaziergang durch die engen Sträßchen kann man sich ins Mittelalter und in die Frühe Neuzeit zurückversetzen lassen. Und auch die beiden Gebäude, die die Stadt über viele Jahrhunderte geprägt haben, stehen bis heute: das alte Kloster von Vadstena sowie das Schloss im Süden der Stadt.

Altstadt von Vadstena
Gemütliche Straße in Vadstena; Foto: Bruno Möhler
  1. Kalmar

Wer an Kalmar denkt, hat wohl sofort das Schloss im Sinn. Umgeben von Wasser und dicken Mauern ist das Schloss von Kalmar nicht nur ein Hingucker und tolles Fotomotiv, sondern ein Ort, an dem es sich lohnt, mehrere Stunden zu verbringen. Die Altstadt in der Nähe des Schlosses ist unglaublich urig und zum Verlieben. Dazu gibt es viel Wasser, den Dom, das älteste Kino Schwedens und nicht zuletzt die Ölandbrücke, die dich auf die Insel Öland bringt.

Schloss in Kalmar
Das Wahrzeichen der Stadt: das Schloss
  1. Nora, Eksjö und Hjo

Nora, Eksjö und Hjo gelten als die drei „Holzstädte“, da sie einen Großteil der Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewahren konnten. Alle drei Städte sind nicht sonderlich groß, laden aber zu einem gemütlichen Bummel und zum Genießen von ein wenig Schweden-Romantik ein. Eksjö liegt in Småland, Hjo am westlichen Ufer des Vättern und Nora nördlich von Örebro.

Typisches Bild aus Hjo
typische Straßenansicht in Hjo; Foto: Bruno Möhler
  1. Karlskrona

Was für eine herrliche Sommerstadt! Das Zentrum von Karlskrona – Teil des UNESCO Weltkulturerbes – befindet sich auf einer Insel, andere Stadtteile auf verschiedenen Landzungen, vor der Stadt erstreckt sich der Schärengarten von Karlskrona. Die Stadt in Südschweden lebt vom Wasser und vom Meer und ist daher vor allem im Sommer ein ganz besonderes Fleckchen Erde.

Blick auf den Hafen von Karlskrona
Eine wahre Sommerstadt: Karlskrona; Foto: Per Pixel Petersson / imagebank.sweden.se
  1. Norrköping

Norrköping ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass ein Niedergang nicht unaufhaltsam sein muss. Im Gegenteil: Er kann auch eine große Chance sein. In den 1970er Jahren war Norrköping am Tiefpunkt. Die Industrie- und Arbeiterstadt musste hinnehmen, wie eine Fabrik nach der anderen dicht machte. Das Industrieviertel neben der Innenstadt verfiel. Heute aber ist eben jenes Stadtviertel die Hauptattraktion der Stadt. Die Fabrikgebäude sind restauriert und beherbergen Museen, die Universität, Orchestersäle und vieles mehr. Dort, wo früher Verfall herrschte, herrscht heute reges Leben und Innovation. Und schön ist das wiedererstandene Industriegebiet auch noch!

Industrielandschaft Norrköping
Industrielandschaft Norrköping; Foto: Bruno Möhler
  1. Uppsala

Uppsala ist seit dem Mittelalter das geistliche und geistige Zentrum Schwedens. Bis heute residiert der Erzbischof in der viertgrößten schwedischen Stadt. Die Universität wurde im Jahr 1477 gegründet; damit ist sie die älteste im Norden. Faszinierend ist der alte Anatomiesaal im Universitätsmuseum. Auch der botanische Garten „Linnéträdgården“ lohnt den Besuch. Wer kräftig feiern möchte, der sollte während der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai nach Uppsala kommen. Denn dann ist die ganze Stadt ein einziges Fest.

Blick auf die Kathedrale von Uppsala
Das Wahrzeichen der Stadt: die Kathedrale von Uppsala; Foto: Samir Hadi / imagebank.sweden.se
  1. Lund

Neben Uppsala ist Lund die zweite große Stadt der Kirche und der Bildung. Bereits im 10. Jahrhundert wurde die Stadt gegründet, wenig später war sie Bischofssitz. Aber lange Zeit gehörte Lund (wie das gesamte Skåne) zu Dänemark. Erst seit dem 17. Jahrhundert ist die Stadt ein Teil von Schweden. Aus dieser Zeit stammt auch die Universität, eine der größten im Norden. Das studentische Leben prägt die Stadt. Konzerte, Theater, Cafés, Kneipen und Feste gibt es zuhauf.

Blick auf den Dom von Lund
Von hier aus wurde Schweden missioniert – der Dom von Lund; Foto: Per Pixel Pettersson / imagebank.sweden.se
  1. Göteborg

Die zweitgrößte Stadt Schwedens kann vielleicht nicht mit den ganz großen Sehenswürdigkeiten auftrumpfen, dafür aber mit einer fantastischen Lage und unzähligen Möglichkeiten, was man in der Stadt machen kann. Göteborg liegt an der Mündung des Göta älv ins Meer. Die vorgelagerten nördlichen und südlichen Schären sind traumhaft schön. Die Innenstadt lädt zum Shoppen, der gemütliche Stadtteil Haga zum Bummeln und zur Fika ein. Eine Stadt, in der es sich leben lässt!

Göteborgs Hafen und Oper im Abendlicht / Foto: Göran Assner / imagebank.sweden.se
  1. Visby

Die Stadt der Rosen und der Ruinen – Visby ist eine Perle. Wenn man zwischen den unzähligen alten Gebäuden und Ruinen oder an der mächtigen Stadtmauer entlangläuft, dann fühlt man sich bereits ein wenig wie im Mittelalter. Wenn dann Anfang August während der Mittelalter-Woche Ritter durch die Stadt reiten, Schmiede arbeiten und bunt verkleidete Menschen aus alten Krügen zechen, dann ist die Illusion perfekt. Aber auch außerhalb der Mittelalterwoche ist Visby ein echtes Highlight.

Stadtmauer von Visby auf Gotland
Die mächtige Stadtmauer von Visby auf Gotland
  1. Stockholm

Stockholm ist nicht nur die Hauptstadt und die größte Stadt Schwedens, sondern auch die spannendste, abwechslungsreichste und schönste. Erbaut auf vielen Inseln, zwischen Ostsee und Mälaren gelegen, ist Stockholm umgeben und geprägt vom Wasser. Die Altstadt Gamla Stan mit ihren engen Gassen ist ein Juwel. Unzählige spannende Museen locken. Ebenso die vielen unterschiedlichen Festivals mitten in der Stadt und Shoppingmöglichkeiten ohne Ende. Mondäne Stadtviertel wechseln sich mit hippen ab. Und immer wieder die Natur, die überall in und vor allem vor den Toren der Stadt zu finden ist. So sollte ein Ausflug in die Schären zu jedem Stockholmbesuch dazugehören. Stockholm ist wahnsinnig schön und extrem abwechslungsreich.

Stockholm in der Abendsonne
Einfach eine traumhaft schöne Hauptstadt: Stockholm

 

Welche Stadt ist deine Lieblingsstadt in Schweden? Bist du mit unserer Top15 einverstanden oder siehst du es ganz anders? Wir sind gespannt auf deinen Kommentar.

 

Du bist auf der Suche nach besonders magischen Orten in Schweden? Wir stellen dir zehn vor.