Kategorie: Service

Fähren nach Schweden im Vergleich (Preise 2022)

Fähren von Finnlines und TT Line liegen im Hafen von Travemünde

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du nach Schweden kommst. Für Städtetrips bietet sich das Flugzeug an, auch per Bus oder Bahn kommst du relativ problemlos über die Ostsee. Da die meisten Schwedenurlauber aber ihr eigenes Auto mitnehmen wollen, wählen sie das Schiff. Aber es gibt viele Fähren. Welche soll ich wählen? Wir haben die wichtigsten Verbindungen aufgelistet und die Preise verglichen. Am Ende des Artikels findest du zudem noch einen kleinen Trick, wie du ein wenig Geld sparen kannst.

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Packliste für die Kanutour: Was muss mit?

Checkliste Packliste Kanutour

Schweden ist für Paddler ein Paradies! Tausende Seen, unzählige Flüsse und dazu noch viele hunderte Küstenkilometer. Kanuanfänger finden ebenso ihre Tour wie Profis, die auf wilden Flüssen paddeln wollen. Bevor es aber losgeht, solltest du genau überprüfen, was du mitnimmst (und was nicht). Mit dieser Packliste für deine Kanutour wollen wir dir dabei helfen, damit du auch nichts vergisst.

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Der erste Schwedenurlaub – Reisetipps, Empfehlungen und Anregungen

der erste Schwedenurlaub / zum ersten Mal in Schweden - Tipps und Hinweise für den ersten Schwedenurlaub

Du willst zum ersten Mal nach Schweden reisen und der erste Schwedenurlaub naht? Dann müssen wir dich warnen: Denn wenn du erst einmal vom Schwedenvirus befallen bist, wenn du mit eigenen Augen erlebt ist, wie schön Schweden ist, dann wird es dich nicht mehr loslassen. Schweden kann süchtig machen!

Unsere Warnung hat dich nicht abgehalten? Dann – herzlichen Glückwunsch!

Vor der ersten Reise nach Schweden fragst du dich vielleicht, auf was du besonders Acht geben sollst, was es zu berücksichtigen gibt, welche Reiseziele besonders interessant sind. Mit unserer Artikel-Serie versuchen wir, möglichst viele solcher Fragen zu beantworten. Über diesen Basisartikel gelangst du zu verschiedenen anderen Artikeln, die hoffentlich all deine gesuchten Informationen enthalten. Falls etwas fehlt, hinterlasse einfach einen Kommentar. Wir versuchen dann, so schnell wie möglich deine Frage zu beantworten.

Für uns bedeutet Schweden: viel Natur, freundliche Menschen und ein anderer, geruhsamerer Takt. Das Schöne dabei ist, dass du dies eigentlich überall in Schweden finden wirst. Egal, ob du in die Berge (fjäll) im Norden oder an die Strände im Süden gehst, egal, ob die Schären an der Küste oder die unzähligen Seen im Landesinneren aufsuchst – die Natur ist überall traumhaft und die Menschen ausgesprochen aufmerksam und sympathisch. Doch Schweden bietet auch aufregende Städte, die mit einem tollen Kultur- und Nachtleben auftrumpfen können.

Am Meer bei Kalmar
In Småland ist es an den Seen und (wie hier im Bild) am Meer herrlich.

Schweden ist schön, spannend und abwechslungsreich. Das gesamte Schweden auf einmal zu entdecken, ist mehr oder weniger unmöglich (es sei denn, du reist mehrere Monate durch das Land). Zudem hat jeder seine ganz eigenen Vorlieben. Daher ist es nicht ganz leicht, allgemeine Reisetipps und -empfehlungen zu geben. Wir versuchen es dennoch:

Wie reist man am besten nach und in Schweden?

Da Schweden von Deutschland aus schnell erreichbar ist, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten. Wir empfehlen die Anreise mit dem Auto, da du so Schweden am besten entdecken kannst (Warum wir das Auto empfehlen, kannst du hier nachlesen.). Da irgendwie die Ostsee überquert werden muss, kannst du entweder eine von vielen Fähren nehmen oder über die Öresundbrücke von Kopenhagen nach Malmö fahren. Wir nehmen am liebsten eine Nachtfähre. So können wir am nächsten Morgen entspannt in Schweden weiterfahren. Aber das ist Geschmackssache.

Alle wichtigen Infos zu Verkehrsregeln und Mautgebühren findest du hier.

Für einen Städtetrip nach Göteborg oder Stockholm und für eine Rucksackreise nach Lappland lohnt sich natürlich auch der Flug.

Wer einen Städtetrip nach Stockholm plant, wird wahrscheinlich mit dem Flugzeug anreisen.

Wenn du mit schmalem Budget oder besonders ökologisch reist, dann ist die Anreise mit Bus oder Bahn durchaus zu empfehlen. In Schweden ist das Fernbusnetz ziemlich gut ausgebaut, sodass du problemlos zumindest die größeren Orte erreichst.

Rundfahrt oder Basislager?

Das ist natürlich eine schwierige Frage und lässt sich pauschal nicht beantworten. Das hängt schließlich davon ab, welcher Reisetyp du bist. Viele wollen aber zu viel auf einmal und reisen dann in kürzester Zeit durch weite Teile des Landes – ohne es dabei wirklich kennenzulernen. Schweden ist riesig (von Süd nach Nord sind es 2000 Kilometer!) und extrem vielfältig. Ganz Schweden wirst du in einem zwei- oder dreiwöchigen Urlaub daher ganz sicher nicht entdecken können. Es ist schlichtweg nicht möglich. Weniger ist daher definitiv mehr!

Daher bietet es sich an, vor allem wenn du mit Kindern reist, ein Basislager zu errichten. Lieber einen kleinen Teil Schwedens intensiv kennenlernen, als durch das ganze Land zu hetzen! Von diesem Basislager aus kannst du dann Ausflüge unternehmen, oder du kannst auch einfach mal ganz entspannt den Tag am See verbringen. Tipps für die Suche nach einem Ferienhaus haben wir in einem eigenen Artikel für dich zusammengestellt.

der erste Schwedenurlaub - Warum nicht in einem gemütlichen Ferienhaus?
rotes Ferienhaus in Schweden; Foto: Ulf Lundin / imagebank.sweden.se

Wo dieses Basislager am besten aufgeschlagen werden soll, können wir nicht beantworten. Willst du einen schönen Strand in der Nähe oder lieber an einem einsamen See leben? Brauchst du eine pulsierende Großstadt in Reichweite oder suchst du eher die Einsamkeit tiefer Wälder oder der Berge? Es gibt in Schweden nicht den einen Ort, an dem du gewesen sein musst. Und wenn dir jemand versucht, das zu erzählen, dann hör nicht auf ihn! Vielmehr gibt es unzählige Orte, an denen du perfekt Urlaub machen kannst.

Tipps für die erste Schwedenreise

Nichtsdestotrotz haben wir versucht, ein paar Reisetipps zusammenzustellen:

Ein Basislager kann sinnvoll sein. Das heißt aber nicht, dass eine Rundreise nicht zu empfehlen ist. Gute Erfahrungen haben wir auch mit einer Kombination gemacht: zuerst ein bis zwei Wochen Rundreise und dann ein bis zwei Wochen Urlaub im Ferienhaus oder auf dem Bauernhof. Eine schöne Rundreise für Schweden-Neulinge führt von Göteborg über Örebro nach Stockholm und von dort aus über Småland zurück nach Malmö. Hier findest du die ausführliche Tourenbeschreibung.

Soll ich vorbuchen?

Wenn du in einem Ferienhaus oder auf einem Bauernhof Urlaub machen willst, dann kommst du ums Buchen nicht drumrum, das ist klar. Hotels, Hostels und Jugendherbergen in den bei Touristen beliebten Orten, vor allem in Stockholm, in der Hochsaison sollten ebenso im Vorfeld gebucht werden wie auch Hütten im Gebirge (Fjäll). Bei Campingplätzen kannst du hingegen meist entspannter sein. Gerade in ländlichen Gebieten findest du eigentlich immer einen Platz. Anders sieht es in Göteborg und Stockholm aus oder wenn irgendwo eine Großveranstaltung ist, zum Beispiel die Mittelalterwoche in Visby.

Jugendherbergen und Hütten in den Bergen kannst du bei der Svenska Turistföreningen buchen.

Der erste Schwedenurlaub: So verhältst du dich angemessen

Das Schöne vorneweg: Schweden ist Deutschland in vielem ähnlich. Weder beim Essen noch bei grundsätzlichen Verhaltensweisen musst du dich auf etwas ganz Neues einstellen. Zudem ist Schweden Mitglied in der EU, du kannst überall mit Karte bezahlen und die Schweden sprechen hervorragendes Englisch. Einen Kulturschock wirst du daher ganz sicher nicht erleben. Und solange du dich umsichtig und rücksichtsvoll verhältst, wirst du auch keinem Schweden auf den Schlips treten.

Dennoch gibt es ein paar Fettnäpfchen, die du vermeiden solltest. Insbesondere das wichtige Jedermannsrecht solltest du unbedingt einhalten. Da die Schweden sehr höfliche und eher zurückhaltende Menschen sind, werden sie dich wahrscheinlich nicht offensiv angehen, wenn du diese Regeln missachtest. Die Nase rümpfen werden sie aber vielleicht schon. Auch beim Reisen mit Hund müssen ein paar Dinge beachtet werden – auch wenn es nicht viele sind.

Der erste Schwedenurlaub: Tipps für eine gelungene Reise

Lieber loppis statt IKEA, lieber dagens rätt als abends essen gehen, lieber entspannt Schlange stehen als rumstressen – mit ein paar einfachen Tipps und Tricks lässt sich dein Schwedenurlaub besonders schön, abwechslungsreich und intensiv gestalten.

Loppis? Dagens rätt? – Was soll das denn bedeuten? Zwar beherrschen die Schweden normalerweise perfektes Englisch und einige, insbesondere von der älteren Generation, können auch Deutsch. Doch mit ein paar Brocken Schwedisch zauberst du den Schweden nicht nur ein Lächeln ins Gesicht, die Orientierung kann manchmal auch leichter werden. Der sympathische Schwede Joakim hat auf seiner Seite sprichmalschwedisch.com einige gute und nach Themen geordnete Vokabellisten zusammengestellt.

Zu guter Letzt: das Geld

Ist in Schweden der Alkohol nicht wahnsinnig teuer? Und das Leben allgemein? Solche Fragen erreichen uns immer wieder. Kurz geantwortet: Das Leben in Schweden ist etwas teurer als in Deutschland, aber nicht sonderlich – wenn wir vom Alkohol und abends Essengehen mal absehen.

Geld musst du im Normalfall nicht vor Antritt der Reise umtauschen. Zum einen kannst du in Schweden so gut wie überall mit Karte bezahlen (manchmal sogar nur noch), zum anderen kannst du mit speziellen Kreditkarten, wie zum Beispiel der der DKB, im Ausland kostenlos abheben.

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Wir hoffen, dass wir alle oder zumindest viele deiner Fragen beantworten konnten. Falls nicht, hinterlasse einfach einen Kommentar unter dem Artikel. Wir beantworten deine Frage dann so schnell wie möglich.

Nun aber wünschen wir dir viel Spaß und tolle Erlebnisse bei deinem ersten Urlaub in Schweden! Wir sind uns sicher, dass es nicht deine letzte Reise in den Norden bleiben wird.  🙂

 

Beitragsbild: Per Pixel Petersson / imagebank.sweden.se

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Mit dem Hund nach Schweden reisen

Mit dem Hund nach Schweden reisen

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Manch ein Hundebesitzer wird an das berühmte Loriot-Zitat denken, wenn er den nächsten Urlaub plant. Ist nicht auch ein Urlaub ohne Hund möglich, aber sinnlos? Klar kann man das Tier zu einem Hundesitter geben. Schöner ist es jedoch, den Hund mitnehmen zu können. Bei einem Urlaub in Schweden ist dies problemlos möglich. Doch ein paar Dinge solltest du beachten.

Ich höre immer wieder von Hundebesitzern, dass Schweden kein hundefreundliches Land sei, da Hunde in Restaurants und Cafés nicht erwünscht sind und es Strände mit Hundeverboten gibt. Ich würde es anders formulieren: Die Schweden sind Hunden gegenüber definitiv aufgeschlossen, aber es gibt manchmal etwas strengere Regeln.* Wer sie kennt und sich auf sie einstellt, kann aber auch gut mit ihnen umgehen, sodass einem entspannten und ruhigen Urlaub nichts im Wege steht.

Einreise mit Hund

Seit 2012 sind die notwendigen Unterlagen und Impfungen, die du bei der Einreise mit einem Hund vorlegen musst, deutlich verringert und vereinfacht worden. Beispielsweise waren früher noch Wurmkuren vorgeschrieben, die mittlerweile aber weggefallen sind. Die Dokumente und Impfungen, die noch notwendig sind, hat man als Hundebesitzer im Normalfall schon:

  • Tollwutimpfung
  • Chip-Kennzeichnung
  • europäischer Haustierausweis

Wie du siehst, sind das keine großen Hürden. Schwierig kann es nur bei sehr jungen Hunden werden, denn sie dürfen frühestens drei Wochen nach der ersten Tollwutimpfung eingeführt werden. Da Jungtiere aber erst ab etwa einem Alter von drei Monaten gegen Tollwut geimpft werden sollten, wird eine Einfuhr in den ersten vier Lebensmonaten schwierig.

Der Hund muss zudem beim Zoll angemeldet werden. Das geht aber in wenigen Minuten und völlig unproblematisch im Vorfeld online. Melde einfach beim Zoll dein Tier an, dann erhältst du eine Registrierungsnummer, die du – solltest du vom Zoll überprüft werden – vorweisen können musst.

Auf der Fähre mit dem Hund

Wer mit der Fähre nach Schweden reist, sollte sich im Vorfeld bei der jeweiligen Fährgesellschaft erkundigen, welche Bestimmungen an Bord gelten. Diese können sich teilweise auch von Schiff zu Schiff ein und derselben Fährgesellschaft ändern. Normalerweise ist es aber kein Problem, einen Hund mitzunehmen. Mal muss er bei der Buchung angegeben werden, mal genügt eine Anmeldung beim Check-In. Wenn eine Kabinenpflicht besteht (was bei den meisten Nachtfähren der Fall ist), muss für gewöhnlich eine spezielle Haustierkabine gebucht werden. Da diese nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine rechtzeitige Buchung.

An Bord der Schiffe gibt es meist spezielle Hundebereiche mit Napf und Hundetoilette. Die Tiere sind an der kurzen Leine zu führen. Manchmal besteht auch Maulkorbpflicht, und zwar nicht nur für Kampfhunde (z.B. mit der Stena Line von Rostock nach Trelleborg). Bei kurzen Fährüberfahrten können die Hunde zum Teil auch im Auto gelassen werden.

Hunde in Schweden
Die Schweden sind Hunden gegenüber aufgeschlossen. Oft müssen sie aber an der Leine geführt werden. Foto: Lindsten & Nilsson / imagebank.sweden.se

Leinenzwang und Hundeverbot

Die Schweden sind Hunden gegenüber normalerweise wirklich aufgeschlossen. Allerdings sind freilaufende Hunde beispielsweise an Stränden oder Hunde generell in Restaurants oder Cafés nicht gerne gesehen bzw. verboten. Hierauf musst du dich einstellen, wenn du mit deinem Hund nach Schweden reist. Die Tiere sind in fast keinen Restaurants oder Cafés geduldet. Dafür gibt es meist aber spezielle Außenbereiche, wo sie angeleint werden können, oft auch mit einem Napf.

Zwischen 1. März und 20. August dürfen Hunde nicht frei in der Natur herumrennen. So will man andere Tiere schützen. Auch wenn es so nicht wörtlich im Gesetz steht, bedeutet dies de facto einen Leinenpflicht in dieser Zeit. Auch an den Stränden besteht häufig Leinenzwang. Dasselbe gilt für Parkanlagen, Campingplätze und immer in den Nationalparks. An manchen Badeplätzen sind Hunde zudem grundsätzlich nicht erlaubt. Hier gilt es, sich nicht einfach über das Verbot hinwegzusetzen, sondern besser zum nächsten Strand zu gehen, an dem die Tiere erlaubt sind.

Hundebesitzer in der Pflicht

Es sollte natürlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass man sich als Hundebesitzer in der Verantwortung fühlt und die Regeln einhält. Auch dass der Hundekot weggeräumt wird, sollte eigentlich klar sein. In Schweden ist dies schon seit vielen Jahren absolut üblich.

Mit dem Hund im Wald in Schweden
Mit dem Hund im Wald – einfach herrlich! Aber Vorsicht vor Zecken! Foto: Alexander Hall / imagebank.sweden.se

Zecken, Ottern, Ärzte

Wenn der Hund erkrankt, ist das nie schön – im Urlaub schon erst recht nicht. Aber was tun, wenn es doch passieren sollte?

Die Behandlung durch Tierärzte ist in Schweden meist deutlich teurer als in Deutschland. Zudem ist das Land, vor allem in der Mitte und im Norden, dünn besiedelt, was bedeutet, dass der Weg zur nächsten Tierklinik bzw. zum nächsten Tierarzt weit sein kann. Es empfiehlt sich daher, eine Notfallapotheke für den Hund zusammenzustellen und mitzunehmen. Wenn du keine Rundreise planst, sondern an einem Ort bleibst, kann es sich auch lohnen, schon im Vorfeld die Adresse und Telefonnummer des nächsten Tierarztes herauszuschreiben.

Zecken sind in Schweden wirklich zahlreich. Und auch die schwedischen übertragen Borreliose. Ein Zeckenschutz ist daher eigentlich ein Muss.

Neben den Zecken können Kreuzottern vor allem kleineren Hunden gefährlich werden. Kreuzottern gibt es in Schweden recht häufig. Daher ist es sinnvoll, den Hund nicht unbeobachtet irgendwo im Unterholz herumtoben zu lassen.

 

Gewisse Verbote, Zecken und Kreuzottern sollen dich aber ganz sicher nicht davon abhalten, deinen Hund mit nach Schweden zu nehmen. Er wird die Wälder und die vielen Flüsse und Seen, in denen er sich abkühlen kann, ganz gewiss genießen.

Vielen Dank an Kerstin Juth für ihre wertvollen Tipps und Hinweise!

Hast du Fragen zum Schwedenurlaub mit Hund? Oder weitere Tipps? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar!

 

Beitragsbild: Guillaume de Basly / imagebank.sweden.se

 

* Wichtiger Hinweis: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Mit dem Auto in Schweden unterwegs – Regeln, Gebühren, Tipps

Mit dem Auto nach Schweden fahren

Am 3. September 1967 um 4:50 Uhr fuhren auf allen Straßen in Schweden die Autos an den Straßenrand. Dann bewegten sie sich vorsichtig auf die rechte Straßenseite. Im Radio wurde zeitgleich der Countdown heruntergezählt. Um 5 Uhr setzte sich der Verkehr wieder in Bewegung – jetzt aber auf der rechten Straßenseite. Seit diesem Moment gilt Rechtsverkehr in Schweden. Vielleicht sagt es einiges über die schwedische Mentalität aus, wie ruhig und geordnet dieser Wechsel vonstatten ging. Wobei Unfälle natürlich nicht ausblieben: Am Nachmittag desselben Tages kam es zum ersten großen Unfall, als ein Betrunkener auf der falschen Seite fuhr und ein entgegenkommendes Auto frontal rammte.

In Schweden wird also wie in Deutschland rechts gefahren. Auch ansonsten sind viele Regeln im Verkehr gleich. Aber es gibt dennoch ein paar Dinge, die du beachten solltest – von Höchstgeschwindigkeiten, Elchschildern und Mautgebühren:

Unterwegs mit dem Auto: Höchstgeschwindigkeiten auf schwedischen Straßen

Momentan liegen die grundsätzlichen Höchstgeschwindigkeiten bei 50 km/h innerorts, 70 auf Landstraßen und 110 auf Autobahnen. Das Verkehrsministerium arbeitet aber an flexibleren Grenzen, sodass zum Beispiel auf Landstraßen auch 80, 90 oder 100 erlaubt sein können. Auf manchen Autobahnstrecken darf man 120 km/h fahren.

Mit Anhänger ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit immer 80 km/h, also auch auf Autobahnen.

Normalerweise geht es auf schwedischen Straßen recht gemütlich und stressfrei zu, was am Tempolimit auf den Autobahnen liegt, sicherlich aber auch an der Mentalität der Schweden: Man stresst sich nicht und auch nicht andere. Drängeln, hupen oder gar Lichthupe sind daher überhaupt nicht gerne gesehen.

An den Landstraßen stehen ziemlich viele Blitzer. Aber du musst schon sehr verträumt fahren, um tatsächlich geblitzt zu werden, denn für gewöhnlich werden sie angekündigt.

Standstreifen oder Fahrspur?

An vielen Landstraßen wirst du rechts von der eigentlichen Fahrspur noch eine weitere Spur entdecken, die recht breit ist, aber nicht so breit, dass sie eine eigene Fahrspur ist. Diese Spur ist für Fußgänger, Fahrradfahrer und Traktoren gedacht, weshalb du sie nicht dauerhaft befahren solltest. Wenn von hinten jedoch jemand kommt, der schneller ist als du, dann kannst du nach rechts fahren, sodass der andere bequem und ohne größeres Risiko überholen kann.

Licht nicht vergessen!

In Schweden ist es vorgeschrieben, immer mit Abblendlicht zu fahren. Auch besteht Gurtpflicht für alle Autoinsassen. Kinder bis zum Alter von sieben Jahren müssen zudem auf einem Kinder-Sicherheitssitz sitzen.

Auto und Alkohol – eine Kombination nur für Beifahrer

„Ein Bier geht schon.“ In Deutschland wird dieser Satz meist kommentarlos akzeptiert. In Schweden ist es zwar rein rechtlich durchaus möglich, ein Bier zu trinken. Denn wenn man dann noch etwas wartet, ehe man nach Hause fährt, kann man eventuell unter der Promillegrenze von 0,2 liegen. Aber kritische und schiefe Blicke werden einem mit Sicherheit zugeworfen, wenn man diesen Satz ausspricht. Denn für die meisten Schweden ist es schlichtweg unpassend, Alkohol zu trinken und Auto zu fahren.

Die Strafen bei Fahren mit zu viel Alkohol im Blut sind recht üppig. Also gar nicht erst ausprobieren!

Während die Schweden beim Alkohol sehr rigide sind, nehmen viele das Handyverbot am Steuer offensichtlich nicht ganz so ernst. Denn obwohl es verboten ist, beim Fahren ein Handy in der Hand zu halten (also auch nicht mal schnell eine Whatsapp-Nachricht verschicken!), sieht man doch recht viele damit hinter dem Steuer.

Elchschilder abmontieren? Geht gar nicht!

Manche Touristen meinen noch immer, sie könnten so ein putziges Elch-Warnschild abmontieren und als nettes Souvenir mit nach Hause nehmen. Wenn du auch versucht bist, dies zu tun, dann, bitte, geh in den nächsten Souvenirshop und kauf dir dort dein Elchschild!

Wenn es zu einem Verkehrsunfall mit einem Elch kommt, dann sind das meist heftige Unfälle – nicht nur für den Elch, sondern auch für das Auto und die Insassen. Wird am Straßenrand also gewarnt, sollte dies ernst genommen werden. Vor allem in der Dämmerung sind die Elche unterwegs und gerade dann schlecht zu sehen.

Wer ein Elchschild abmontiert, gefährdet nicht nur Elche, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer!

Maut und kostenfreie Fähren

Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist das schwedische Straßennetz mautfrei. Nur in den Innenstädten von Stockholm und Göteborg und bei zwei Brücken in Motala und Sundsvall wird eine Mautgebühr fällig.

Um den innerstädtischen Verkehr zu reduzieren, haben die Städte Stockholm und Göteborg die sog. trängselskatt eingeführt. An den Kontrollpunkten stehen elektronische Tafeln, die anzeigen, wie hoch die Gebühr ist. Das Bezahlen der Gebühren ist denkbar einfach: Das Autokennzeichen wird bei der Durchfahrt automatisch registriert und nach einiger Zeit flattert ein Brief mit der Rechnung ins Haus.

Auch bei den Brücken bei Motala am Vätternsee und der Sundsvallbrücke (Autobahn E4) werden Gebühren fällig, die auf gleiche Weise wie die Citymaut-Gebühren eingezogen werden. Als Besitzer eines ausländischen Fahrzeugs gibt es also nicht mehr zu tun, als die Rechnung zu begleichen, sobald sie kommt.

Kostenlos hingegen sind häufig die vielen gelben Fähren, die das Vägverket an der Küste betreibt, beispielsweise zu den nördlichen Göteborger Schären oder einige Boote innerhalb der Stockholmer Schären. Doch manche Fähren kosten auch etwas. Die Kreditkarte bereitzuhalten, kann daher nicht verkehrt sein.

 

Autofahren ist in Schweden insgesamt also sehr entspannt. Und immer wieder auch sehr amüsant! Denn die Schweden haben einen wirklich tollen Humor, wenn es um die Gestaltung von Verkehrsschildern geht. Vielleicht entdeckst du ja ein paar lustige. Ansonsten bekommst du hier einen kleinen Vorgeschmack:

https://www.facebook.com/happyprint.se/

 

Beitragsbild: Cecilia Larsson Lantz / imagebank.sweden.se

Wenn die Sehnsucht ruft – nach Schweden auswandern

nach Schweden auswandern - die schöne Natur lockt

Die Sehnsucht wird immer stärker? Du willst am liebsten gleich heute deine Koffer packen? Nur Urlaub in Schweden reicht dir schon lange nicht mehr? Dann ist es an der Zeit für den großen Schritt: nach Schweden auswandern. Ein solches lebensveränderndes Projekt mag anfangs wie ein riesiger Berg wirken, der kaum zu überwinden ist. Du musst an vieles denken, schließlich soll die Auswanderung nicht im Debakel enden. 

Das Schöne ist: Du bist nicht alleine. Es gibt viele andere, die den gleichen Schritt wie du planen oder die ihn bereits gegangen sind. Das noch Schönere ist: Schweden ist ein beliebtes Land zum Auswandern, gehört aber nicht zu den Top-Adressen deutscher Auswanderer. Du wirst also auf manche Deutsche treffen, die wie du in Schweden eine neue Existenz aufbauen, aber es gibt keine deutschen Kolonien, in denen fast nur deutsch gesprochen wird, wie beispielsweise in Spanien.

Bevor du nach Schweden auswandern kannst, musst du einiges organisieren. Job? Wohnung? Versicherungen? Bankkonto? Personnummer? Schwedisch lernen? Da Schweden glücklicherweise in der EU ist, sind die bürokratischen Hindernisse nicht allzu hoch. Vieles läuft sogar ziemlich unkompliziert ab.

Nach Schweden auswandern: Erfahrungen anderer Auswanderer

Wir wollen hier jedoch keine Schritt-für-Schritt-Anleitung fürs Auswandern geben. Die Bedürfnisse sind bei jedem Einzelnen doch sehr unterschiedlich. Am meisten lernt man vielmehr, wenn man den Geschichten und Erfahrungen anderer zuhört. Das wollen wir tun. Wir hören anderen Auswanderern zu. Sie berichten hier von ihren Erfahrungen, von Herausforderungen, Problemen, Glücksmomenten, und sie geben nicht zuletzt wertvolle Tipps und Hinweise. In regelmäßigen Abständen wird hier ein neuer Erfahrungsbericht erscheinen.

Wie gelingt die Suche nach dem Ferienhaus in Schweden?

Ferienhaus in Schweden

Das hat sich Melanie wahrlich anders vorgestellt. So lange hat sie sich auf den Schweden-Urlaub mit ihrer Familie gefreut. Und dann das. Das gebuchte Ferienhaus erweist sich als Horrorhaus: Die Bettwäsche ist fleckig und schimmlig, die Küche komplett verdreckt, die Ruder des hauseigenen Bootes sind angebrochen, Schränke, die auf den Bildern im Internet zu sehen waren, nicht mehr vorzufinden. Melanie ruft augenblicklich die Vermittlungsagentur[1] an, doch ihr wird lediglich gesagt, dass man da nichts machen könne. Im Laufe des zweiwöchigen Urlaubs kommt schließlich doch der Vermittler vorbei. Aber die Schäden sind zu groß. Am Ende bleibt nur, das Haus aus dem Programm zu nehmen. Und Melanie und ihrer Familie ein Urlaubserlebnis, auf das sie gerne verzichtet hätten.

Der Hausbesitzer hatte seine Frau verloren und daraufhin sich und seine Ferienhäuser gehen lassen. Da die Vermittlungsagentur nur zu Beginn der Zusammenarbeit zwischen Hausbesitzer und Agentur das Haus begutachtet, konnte ihr nicht auffallen, dass die versprochene Qualität nicht mehr vorhanden war. Erst als Melanie reklamiert, reagiert sie.

Ein Ferienhaus in Schweden ohne Enttäuschung

Dieses Szenario ist der Schrecken aller Ferienhausmieter. Wenn das Haus eine Katastrophe ist, wie soll dann der Urlaub noch schön werden? Was sollte man also beachten, wenn man ein Ferienhaus in Schweden bucht, damit aus dem Traum keine Enttäuschung wird?

Mutter mit Kind vor ihrem Ferienhaus in Schweden
So sieht Gemütlichkeit aus

Eines vorneweg: Fälle, wie ihn Melanie erlebt hat, sind die große Ausnahme. Im Normalfall sind die Kunden glücklich und zufrieden. So verzeichnet beispielsweise Novasol, einer der Marktführer in der Ferienhausvermittlung, nach eigenen Angaben jährlich nur 1,8% Reklamationen – von insgesamt zwei Millionen Buchungen weltweit. Die Vermittlungen bemühen sich darum, die Qualität, die im Katalog versprochen wird, auch tatsächlich anzubieten. Enttäuschte Kunden und Reklamationen sind schließlich äußerst negative Werbung und damit schlecht fürs Geschäft.

Wein und Blumen zur Begrüßung

Maria Dertnig von besuchschweden.de betont, dass Reklamationen äußerst ernst genommen und umgehend behoben werden. Die Vermittlung, die die Schwedin zusammen mit ihrem österreichischen Mann 2001 gegründet hat, hat mittlerweile etwa 1000 Häuser in ganz Schweden im Angebot. Auch sie sagt, dass es eher selten zu Beschwerden komme. Für die Qualität der Häuser und dafür, dass die Angaben im Katalog stimmen, seien die Vermieter zuständig. Schwedischen Hausbesitzern sei es jedoch sehr daran gelegen, dass sich die Gäste wohlfühlen. Dass die Urlauber mit einer Flasche Wein, Gebäck oder Blumen auf dem Tisch begrüßt würden, sei keine Seltenheit.

Melanie würde sich schon über einen Staubsauger oder einen Besen freuen, um das schmutzige Haus sauber zu bekommen. Aber selbst das findet sie nicht. Sie zieht mit ihrer Familie schließlich in eine Jugendherberge, um den Urlaub noch zu retten. Eigentlich hat sie im Vorfeld alles richtig gemacht: Sie hat sich die Beschreibung des Hauses genau durchgelesen, sich die Lage angeschaut und überlegt, was ihr wichtig ist und was weniger.

Uriges Ferienhaus in Schweden
Lieber einsam im Wald oder doch mit Nachbarn?

Welches Ferienhaus will ich?

Dazu raten auch Maria Dertnig und Ursula Oldenburg, PR-Beauftragte von Novasol. Die Basis für einen glücklichen Urlaub und eine hohe Zufriedenheit mit dem Ferienhaus sei, dass sich der Mieter im Vorfeld darüber klar wird, was er eigentlich möchte, und nicht überstürzt ein Haus bucht.

  • In welcher Lage möchte ich mein Haus? Soll es direkt an einem See oder am Meer liegen? Will ich ein uriges Häuschen mitten im Wald oder sind mir Nachbarn doch wichtiger?
  • Soll ein Boot verfügbar sein? Will ich es mit anderen teilen oder nicht?
  • In welcher Region soll das Haus liegen? Bin ich ein Seen- und Waldfan, dann könnten Småland, Värmland oder die Region nördlich von Örebro ideal sein. Will ich ans Meer, ist Bohuslän geeignet. Als Strandgänger komme ich in Skåne und Blekinge auf meine Kosten. Dabei sollte auch beachtet werden, dass die Entfernungen in Schweden weit sind. In Värmland mag ein Haus vielleicht billiger sein. Wenn ich aber auch einen Ausflug nach Stockholm einplane, ist es möglicherweise doch nicht passend.
  • Möchte ich möglichst günstig Urlaub machen oder genieße ich gerne einen gewissen Komfort?

Wer diese Fragen für sich beantwortet hat, kann sich gezielt auf die Suche machen und die Kataloge der Vermittlungen durchstöbern oder direkt bei ihnen anrufen und sich beraten lassen. Vorschläge werden unterbreitet. Doch auf was soll ich beim nächsten Schritt achten? Und ist der Preis überhaupt angemessen?

Die Beschreibung des Ferienhauses – aufmerksam lesen!

In einem Forum hat sich neulich eine Schwedenurlauberin bitterlich beschwert. Das Haus sei der blanke Horror, schrieb sie. Sie wolle sofort wieder abreisen. Die Treppe ins Obergeschoss sei viel zu steil und für ihr kleines Kind lebensgefährlich. Dazu postete sie Bilder, die die Treppe zeigten. Und tatsächlich: Ein ungutes Gefühl schlich sich ein. Dort in der ersten Etage kann man kein Kind unbeaufsichtigt spielen lassen. Beim Blick in die Objektbeschreibung ergab sich jedoch ein anderes Bild. Sehr deutlich wurde darauf hingewiesen, dass das Haus über eine „sehr steile Treppe“ verfüge. Offensichtlich hatte jemand die Informationen über das Haus nicht gründlich gelesen.

Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und sich nicht vom hübschen Äußeren eines Ferienhauses blenden zu lassen. Dabei sind nicht nur die Größe des Hauses, die Lage, die Anzahl der Schlafzimmer oder die Frage, ob eine Sauna, Fahrräder, eine Waschmaschine oder ein eigenes Boot vorhanden sind, wichtig. Entscheidende Punkte verstecken sich oftmals im Detail: Im schwedischen Sommer sind beispielsweise Fliegengitter an den Fenstern segensreich. Manche Häuser bieten zwar ein eigenes Boot, aber der E-Motor muss täglich mehrere hundert Meter zum Steg geschleppt werden. Oder eben die Treppe ist zu steil. Ursula Oldenburg rät daher dazu, im Zweifelsfall bei der Vermittlung anzurufen und sich nicht davor zu scheuen, kleine Details nachzufragen.

Einfachere Ausstattung in schwedischen Ferienhäusern

Melanie hat sich zwar im Vorfeld alles ganz genau angeschaut. Nur eines hat sie vergessen: Als Fluganglerin ist es ihr wichtig, dass ein Fluss in der Nähe des Hauses ist. Das Ferienhaus, das sie sich ausgesucht hat, liegt nur 200 Meter vom nächsten fließenden Gewässer entfernt. Perfekt. Doch dann erweist sich der Fluss als zu tief und damit ungeeignet zum Fliegenfischen. Solche Details stehen normalerweise nicht in der Objektbeschreibung und sollten daher nachgefragt werden.

Ferienhaus mit Plumpsklo
Plumpsklo bei einem Ferienhaus

Maria Dertnig betont, dass die Ausstattung schwedischer Ferienhäuser oftmals einfacher ist, als man das möglicherweise aus Deutschland oder Dänemark kennt. Auch werden die Rohre in den Bädern meist nicht Unterputz verlegt, sondern sind sichtbar. Auf solche Dinge sollte man sich einstellen, um nicht enttäuscht zu werden. Viel wichtiger als die Ausstattung, so Dertnig, sei in Schweden die Lage des Hauses.

Der Preis für ein Ferienhaus

Und damit sind wir beim Preis: Welcher Preis für ein Ferienhaus ist angemessen? Neben der Größe des Hauses, der Qualität der Ausstattung und dem Zeitpunkt der Buchung (Haupt- oder Nebensaison?) ist vor allem die Lage ausschlaggebend für den Preis. Entscheidend ist dabei stets die Entfernung zum Wasser. Für ein Haus direkt am See oder Meer muss man also deutlich tiefer in die Tasche greifen als für eines, das einen Kilometer oder mehr von der nächsten Badestelle entfernt ist. Ebenso wichtig ist die Lage innerhalb Schwedens. Häuser im Norden sind günstiger als im Süden. Wer in Bohuslän oder in der Region Stockholm ein Ferienhaus mieten will, muss meist mehr zahlen als in Småland.

Will ich also einen günstigen Urlaub machen, aber dennoch am See wohnen, dann muss ich mir ein Haus im Norden oder in der Nebensaison (ab Mitte oder Ende August) suchen oder eben auf Komfort verzichten. Es gibt Häuser, die einfach ausgestattet und klein sind, bereits ab etwa 400 Euro pro Woche. Für ein Haus mit mittlerem bis gehobenem Standard am See in Småland (3 Schlafzimmer, ca. 80 bis 100 Quadratmeter) sind Preise um 1000 Euro oder etwas darüber angemessen.

Melanie hat ihrem Unmut über das schimmlige und dreckige Haus nicht freien Lauf gelassen, so wie die drei Österreicher, von denen Maria Dertnig berichtet: Sie haben als „Abschiedsgeschenk“ drei Häufchen auf der Veranda hinterlassen, um auszudrücken, was sie von dem Ferienhaus hielten. Nicht die feine Art und ganz sicher nicht der Ton, den man in Schweden schätzt. Melanie hat im nächsten Urlaub einfach ein anderes Haus gebucht. Für zwei Wochen hat sie für ein riesiges Haus inklusive einer kleinen Halbinsel zum Baden zwar 2500 Euro gezahlt, doch hier war alles schön und sauber. Dennoch hat sie eine Bitte an alle Vermittler: die Häuser öfter zu kontrollieren, damit sich ein Drama, wie sie es erlebt hat, nicht wiederholt.

 

Checkliste bei der Buchung eines Ferienhauses in Schweden:

  • Werde dir darüber klar, was dir wichtig ist und welche Kompromisse du eingehen kannst (Lage, Ausstattung, Preis)!
  • Suche passende Häuser in den Katalogen oder lass dich telefonisch beraten!
  • Lies die Objektbeschreibung aufmerksam durch und achte auf Details! Frage bei Unklarheiten beim Vermittler nach!
  • Vergleiche den Preis mit ähnlichen Häusern (auch von anderen Anbietern)!
  • Buche und freue dich auf deinen nächsten Urlaub!

 

Ferienhäuser kannst du buchen bei:

Sowie u.a. bei:

Beitragsbild: Johan Willner / imagebank.sweden.se

[1] Bei der Vermittlungsagentur, die Melanie gewählt hat, handelt es sich nicht um eine der beiden, die im Artikel erwähnt werden.

Das Jedermannsrecht – So verhältst du dich richtig

Jedermannsrecht - jeder soll freien Zugang zur Natur haben

Schweden ist ein Traum für jeden Camper. Das „Allemansrätten“, das Jedermannsrecht, macht’s möglich. Das Zelt einfach irgendwo, wo es dir gefällt, aufschlagen? Das Wohnmobil an den schönsten Stellen direkt am See abstellen? Herrlich! Aber so einfach ist das Jedermannsrecht dann doch wieder nicht.

Das „Allemansrätt“ ist ein uraltes Gewohnheitsrecht und daher nur in den grundlegenden Zügen schriftlich festgehalten. Dies lässt Raum für Interpretationen, was immer wieder Grund für Ärger sein kann. Grundsätzlich beschreibt das Jedermannsrecht das Recht jedes Einzelnen, freien Zugang zur Natur zu haben. Die Wildnis und in begrenztem Umfang auch Privatgrund können also frei durchwandert werden. Allerdings gehen mit diesen Rechten auch Pflichten einher.

Das Jedermannsrecht: die wichtigsten Bestimmungen im Überblick

Durchqueren von Land und Übernachten

Zu Fuß und mit nicht motorisierten Fahrzeugen (Skier, Kanu, Fahrräder …) darfst du das Land frei durchqueren. Jedoch dürfen keine Schäden verursacht werden. So ist es im Sommer aus nachvollziehbaren Gründen nicht erlaubt, bepflanzte Felder abseits von Wegen zu begehen. Es darf auch Privatgrund betreten werden, allerdings ist der Bereich unmittelbar um ein Wohnhaus geschützt. Grundsätzlich solltest du darauf achten, keinen Anwohner zu stören. Wenn du über eine eingezäunte Weide gehst, ist es wichtig, das Gatter sofort wieder zu schließen, damit kein Vieh aus der Umzäunung kann.

Das Zelt kannst du problemlos in der Wildnis aufschlagen und dort eine Nacht verbringen. Sollten sich allerdings Wohnhäuser in der Nähe befinden und es sich um Privatbesitz handeln, muss die Erlaubnis des Besitzers eingeholt werden. Nachdem du abgereist bist, sollte nichts auf deine Anwesenheit hindeuten, das heißt, dass jeglicher Müll mitgenommen wird und der Boden nicht umgegraben wird (dies gilt vor allem für schwere Wohnmobile bei nasser Erde).

Gerade das freie Campen mit Wohnwagen oder Wohnmobil sorgt hin und wieder für Ärger, wenn sich Touristen an den besten Badestellen an einem See breit machen und den Badeplatz als ihren Privat-Campingplatz ansehen. Grundsätzlich gilt das Jedermannsrecht nur für nicht motorisierte Fahrzeuge. Frei stehen mit dem Wohnmobil und dann vielleicht sogar noch die Campingmöbel nach draußen stellen, ist also nicht abgedeckt. Hier solltest du große Sensibilität zeigen und niemanden stören.

Rast bei einem Kanu-Tripauf einem Zeltplatz bei Kloten, Schweden
Das Zelt irgendwo inmitten wunderschöner Landschaft aufstellen – in Schweden ist es möglich

Da das „Allemansrätt“ zu Land und zu Wasser gilt, kannst du auch mit dem Segel- oder Motorboot überall Anker werfen und anlegen (solange es sich natürlich nicht um einen Privatsteg handelt). Vogelschutzgebiete sind davon selbstverständlich ausgenommen.

Beeren und Pilze sammeln sowie angeln

Von Nüssen und Eicheln abgesehen darfst du alle wild wachsenden Beeren und Pilze pflücken beziehungsweise sammeln. Natürlich solltest du bei Pilzen wissen, was genau du da eingesammelt hast. Das Angeln fällt nicht unter das Jedermannsrecht! Hierzu brauchst du eine Angelkarte („fiskekort“). Auch kann es vorkommen, dass bestimmte Einschränkungen gemacht werden. Auf den fünf größten Seen (Vänern, Vättern, Hjälmaren, Mälaren und Storsjön) sowie im Meer ist es hingegen erlaubt, frei zu fischen. Allerdings nur mit „handredskap“, also beispielsweise einer Angel, und ohne Boot. Die Einzelheiten werden im „Fiskelag“ geregelt.

Feuer machen

In Schweden ist es erlaubt, in der freien Wildbahn Feuer zu machen. Dass dabei größte Vorsicht geboten ist, sollte selbstverständlich sein. Gerade die Sommer können in Schweden sehr trocken sein, sodass die Waldbrandgefahr teils extrem ist. In solchen Fällen kann das Feuermachen verboten werden. Achte zudem darauf, die Feuerstelle nicht auf Felsen zu legen (sie können bei großer Hitze bersten) und moosigen Untergrund zu vermeiden (sehr leicht entzündlich)!

Rastplätze, die von Kommunen gepflegt werden, verfügen meist über eine eingegrenzte Feuerstelle. Auch ist normalerweise ein Holzvorrat aufgeschichtet. Wer einen dieser Plätze ansteuert, der geht zum einen auf Nummer sicher und spart sich zudem das Holzmachen.

Hunde

Hunde sind selbstverständlich in der freien Natur willkommen. Von 1. März bis 20. August besteht allerdings überall Leinenpflicht. Dies ist die Zeit, in der die meisten Tiere ihre Jungen bekommen und aufziehen. Und sie sollen natürlich nicht von einem Hund gestört werden. Auch außerhalb dieses Zeitraums muss der Hund stets so unter Aufsicht sein, dass er weder einem Menschen noch einem anderen Tier Schaden zufügen kann. Manche Gebiete haben während des gesamten Jahres Leinenzwang.

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Es ist schön in Schweden, und so wird es bleiben, wenn sich jeder ans Jedermannsrecht hält

Das Jedermannsrecht ist eine wunderbare Sache. Jeder kann sich nahezu unbegrenzt in der Natur bewegen. Das funktioniert jedoch nur, wenn jeder sich nicht nur an seine Rechte, sondern auch an seine Pflichten hält. Nicht stören – nicht zerstören! Das sollte als Leitsatz für alle gelten. Dann ist die Natur für jeden ein Traum – und wird es auch bleiben.

 

Weitere Informationen (auch auf Deutsch) beim Naturvårdsverket.

 

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