Kategorie: Schwedisch leben

Hol Schweden in dein Leben und zu dir nach Hause! Zum schwedischen Lebensgefühl gehören aber nicht nur Lagom und Fika. Schweden kannst du auf vielfältige Weise in dein Leben holen – zum Beispiel, indem du schwedisch kochst oder dein Zuhause schwedisch einrichtest. Es gibt viele Wege, dass es in deinen eigenen vier Wänden und in dir selbst ein wenig schwedischer zugeht.

Das Dalahäst – ein Holzpferd wird zum Symbol Schwedens

Ein kleines Pferd, normalerweise nur ein paar Zentimeter hoch, hat es zum schwedischen Nationalsymbol geschafft. Es ist aus Holz, meist rot angemalt und wird bis heute in Handarbeit in Dalarna gefertigt – das Dalahäst. Aber wieso ist ausgerechnet dieses Holzpferd das meistverkaufte Souvenir, das Schwedenbesucher mit nach Hause nehmen? Auf der Spurensuche müssen wir bis ins 17. Jahrhundert zurück zu einem wütenden Bischof, einen Abstecher nach New York machen, vor allem aber nach Nusnäs an den Siljansee blicken.

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10 Ideen, um Schweden nach Hause zu holen – gegen den Corona-Koller

Ausgangsbeschränkungen zwingen uns in vielen Ländern, zu Hause zu bleiben. Rausgehen dürfen wir nur noch mit triftigen Gründen. Schweden hat die Grenzen zwar noch nicht geschlossen, aber dennoch ist es für viele von uns momentan unerreichbar. Das Corona-Virus verhindert das Reisen, das für uns eine Selbstverständlichkeit gewesen ist. Es ist eine völlig ungewöhnliche Situation – Ausgang ungewiss. Schweden würden sagen: „Det ordnar sig!“ Bis es sich aber wieder ordnet, müssen wir eben Schweden nach Hause holen, wenn wir schon nicht dorthin reisen können. Wir haben 10 Ideen gesammelt, wie du daheim die Schweden-Sehnsucht ein wenig stillen (oder erst recht wecken) kannst.

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Julklapp – 10 Ideen für ein schwedisches Weihnachtsgeschenk

Weihnachtsgeschenk schwedisch

Weihnachten steht wieder vor der Tür. Und es ist wie jedes Jahr: Während manche schon seit Oktober alle Geschenke eingetütet haben, suchen andere bis zum letzten Tag verzweifelt nach einem schönen Weihnachtsgeschenk für ihre Lieben. Geht’s dir so ähnlich? Dann mach ihnen doch eine Freude mit einem Geschenk, das mit Schweden zu tun hat. Wir haben zehn Tipps für dich. So wird dein Weihnachtsgeschenk zu einem echten „Julklapp“.

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Das IKEA-Museum – der Ort, wo das IKEA-Essen schmeckt

IKEA-Museum in Älmhult, Schweden

2018 verstarb Ingvar Kamprad, der legendäre Gründer von IKEA – 60 Jahre nach der Eröffnung des ersten IKEA-Möbelhauses im schwedischen Älmhult. Im Gebäude dieses ersten IKEA-Hauses ist seit 2016 das IKEA-Museum untergebracht. Dort kannst du einige spannende Ausstellungsstücken und interessante Details finden, vor allem huldigt es aber der eigenen Firmengeschichte. Doch zumindest das Essen schmeckt hier – im Gegensatz zu den meisten IKEA-Häusern – richtig gut. Aber der Reihe nach.

Älmhult, die Heimat von IKEA, ist ein kleiner, überschaubarer Ort in Småland, direkt an der Straße 23 gelegen, die von Skåne nach Växjö führt. Wenn du nach Mittel- oder Nordschweden fährst oder von dort kommst, kannst du deine Reiseroute also so legen, dass du an Älmhult und somit am IKEA-Museum vorbeikommst und keinen Umweg machen musst. Das ist ganz praktisch, denn das Museum kann man durchaus mal besuchen, einen großen Umweg lohnt es aber nicht.

Das IKEA-Museum ist im ersten IKEA-Möbelhaus untergebracht, das hier im Jahr 1958 eröffnet wurde. Der Gründer Ingvar Kamprad war ein typischer Småländer: eigensinnig, sparsam und erfindungsreich. Seine Idee: Möbel herzustellen und zu verkaufen, die ein einfaches und klares Design hatten, die sich jeder leisten konnte und – und das war der entscheidende Clou – die man praktisch verpackt direkt mitnehmen und zu Hause aufbauen konnte.

Im IKEA-Museum
Farbenfroher Beginn der Dauerausstellung im IKEA-Museum

Die Dauerausstellung im IKEA-Museum: die Wurzeln und die Geschichte von IKEA

Diese Idee und die Wurzeln, aus denen sie sich speist und die damit auch IKEA groß machten, stehen im Mittelpunkt des ersten Teils der Dauerausstellung im IKEA-Museum. Mit spannenden Exponaten wird gezeigt, wie Ingvar Kamprad vom Leben und der Einrichtung in Småland geprägt war, aber auch, welchen Einfluss vor allem das Künstlerpaar Carl und Karin Larsson und die Traditionen Dalarnas auf das IKEA-Design hatten.

Im zweiten Teil der Ausstellung geht es dann um die Entwicklung von IKEA vom kleinen småländischen Unternehmen zum weltumspannenden Konzern. Auch hier werden noch einige interessante Ausstellungsgegenstände gezeigt, die den Besucher beispielsweise in Wohn- und Schlafzimmer der 60er und 70er Jahre reisen lassen.

Zeitreise im IKEA-Museum
Zeitreise im IKEA-Museum

Im IKEA-Museum
Gerade zu Beginn der Ausstellung wartet das Museum mit schönen Exponaten auf.

Eine sehr schöne Idee ist es auch, dass man sein ganz persönliches Cover eines IKEA-Katalogs anfertigen lassen kann. Ein Wohnzimmer ist vorbereitet, man muss sich nur bequem aufs Sofa setzen und fotografieren lassen. Das Foto bekommt man sofort mit und hat ein wunderbares, individuelles Erinnerungsstück. (Leider wurde dieser Bereich umgebaut, als wir im Museum waren, sodass wir kein Foto machen konnten.)

Davon abgesehen ist dieser zweite Teil der Dauerausstellung aber nicht viel spannender als der Wikipedia-Eintrag zu IKEA. Zwar mag es ganz nett sein, zu sehen, wo ständig neue IKEA-Häuser eröffnet wurden und wie schnell das Möbel-Imperium wuchs. IKEA ist eine Erfolgsstory – trotz kleinerer Rückschläge. Das soll vermittelt werden. Freilich ist das vollkommen legitim. Als Museumsbesucher erwarte ich aber mehr.

Hinter den Erwartungen

Ingvar Kamprads Hang zum Nationalsozialismus wird nur äußerst knapp abgehandelt. Dass IKEA von politischen Zwangsarbeitern in der DDR profitierte? Kein Wort. Kaum wird über Kritisches am Konzern gesprochen. Fast schon zynisch wirkt die Erklärung für Ingvar Kamprads Umzug in die Schweiz: Er wollte dadurch näher am Puls der Expansion leben. Wollte der knausrige Småländer nicht einfach Steuern sparen?

Ein Unternehmen zeigt dann Größe, wenn es seine Geschichte reflektiert und kritisch aufarbeitet. Davon ist im IKEA-Museum aber nur wenig zu sehen. Hinzu kommt, dass man wenig Neues oder Interessantes erfährt. Beispielsweise wäre es doch spannend zu sehen, wie ein Produkt entsteht – von der ersten Skizze über die gesamte Produktionskette bis hin zum Verkauf. Oder dass man mehr über die Produktionsstandorte weltweit erfährt.

Upside down im IKEA-Museum
Upside down im IKEA-Museum

Dem IKEA-Museum sei Dank: Köttbullar, die schmecken

Wir verlassen daher die Dauerausstellung mit einer gewissen Ernüchterung. Denn wir hatten uns definitiv mehr erwartet. Ähnlich ergeht es uns in der temporären Ausstellung, die im Keller des Gebäudes angesiedelt ist und nach gewissen Zeiträumen wechselt.

Zum Abschluss gehen wir ins Restaurant. Und werden überrascht! Kein billiger Kartoffelbrei, kein verkochtes Gemüse, wie man es nur zu häufig in IKEA-Restaurants essen muss. Zwar stehen auch hier Köttbullar im Mittelpunkt der Speisekarte. Aber sie schmecken richtig lecker.

Unser Fazit lautet daher: Man kann sich das IKEA-Museum durchaus anschauen, wenn man gerade auf der Durchfahrt ist. Wer es nicht besucht, hat aber nicht allzu viel verpasst. Für eine Mittagspause mit gutem Essen lohnt sich der Halt aber allemal!

 

Öffnungszeiten des IKEA-Museums:

Tracht aus IKEA-Taschen
Witzig: Tracht aus IKEA-Taschen

Täglich von 10 – 18 Uhr

An manchen Feiertagen, zum Beispiel an Mittsommer, ist das Museum geschlossen.

 

Eintritt in das IKEA-Museum:

  • Erwachsene 60 SEK
  • Kinder 6 – 17 Jahre 40 SEK
  • Kinder unter 6 Jahren frei

Das Restaurant und den Shop kannst du auch besuchen, ohne Eintritt zu bezahlen.

 

Hast du dir schön öfter Gedanken über die Namen all der IKEA-Produkte gemacht? Erfahre mehr über die Namen und teste dich in einem kleinen Quiz zu den IKEA-Namen!

Kallax, Duktig, Sömntuta – woher IKEA-Produkte ihre Namen haben (mit Quiz)

IKEA Fahnen

Die Pannen sind legendär: Wenn die WC-Bürste VIREN heißt, die Bettgestelle REKDAL und GUTVIK oder das Stuhlkissen KACKLING, dann ist das Gelächter groß. Da kann IKEA noch so lange darauf hinweisen, dass Viren einfach ein See in Schweden und Rekdal und Gutvik Orte in Norwegen sind. Damit passen sie eigentlich ideal ins IKEA-Namensystem. Aber ein System kann eben nicht allen Missverständnissen vorbeugen.

Badartikel werden nach Gewässern benannt. Schlafzimmermöbel nach norwegischen Ortsnamen. Die Namen werden bei IKEA mit System gegeben. Aber wie sieht diese Namenssystematik aus? Wir haben uns die Produkte und ihre Namen ein wenig genauer angeschaut. Am Ende des Artikels findest du ein Quiz, mit dem du dich testen kannst: Bist du ein IKEA- und Schwedischkenner?

Seit der Gründung des Möbelhauses tragen alle IKEA-Produkte einen Namen. Und hinter all den manchmal lustig, manchmal komisch anmutenden Namen versteckt sich ein System. Zum Aufgabenbereich von zwei Mitarbeiterinnen gehört es, ständig neue Namen für die unzähligen IKEA-Produkte zu finden.

Aber welche Systematik steckt nun hinter den Namen?

Skandinavische Ortsnamen als Namensgeber

Sehr viele IKEA-Produkte tragen skandinavische Ortsnamen. Zwar gibt es auch manche Ausnahmen, meist verteilen sich die Namen aber so:

  • Betten und Schränke: norwegische Ortsnamen
  • Bücherregale, Sofas und Couchtisch: schwedische Ortsnamen
  • Esstische und Stühle: finnische Ortsnamen
  • Teppiche: dänische Ortsnamen
  • Gartenmöbel: schwedische Küstenorte und Inseln
  • Badartikel: skandinavische Flüsse, Seen und Buchten

Morgedal, das einer IKEA-Matratze seinen Namen gegeben hat, ist beispielsweise ein kleines Dorf in der Telemark in Südnorwegen. Den Ort KALLAX kennt man wahrscheinlich nur wegen den IKEA-Regalen. Der winzige Ort bei Luleå besteht nämlich nur aus ein paar Häusern. Oft sind es kleine Ortschaften, die für die Produkte verwendet werden. MALMSTA in Dalarna oder KNOXHULT in Småland sind weitere Beispiele.

Die Gartenmöbel der Reihe ÄPPLARÖ haben ihren Namen von der gleichnamigen Insel in den Stockholmer Schären. BRÅVIKEN ist die lange Bucht vor Norrköping, RÄTTVIKEN eine Bucht im Siljansee bei Rättvik. Daher sind sie Namensgeber für Waschbeckenschränke, finden sich also im Badezimmer wieder. Dort steht in vielen Häusern wahrscheinlich auch der Kinderhocker BOLMEN. Ein See in Südschweden steht Pate für diesen Namen.

IKEA Sofa Friheten
Dieses Sofa fällt aus der Reihe, da es keinen Ortsnamen trägt. Dafür aber ein großes Versprechen: die Freiheit

Funktionen und Eigenschaften geben den Namen

Oftmals tragen die Produkte aber auch Namen, die ihre Funktion oder bestimmte Eigenschaften näher beschreiben. Solche findest du häufig in der Kinderabteilung oder bei Küchenartikeln. Wenn du etwas Schwedisch kannst, hast du sicherlich schon einige solcher Produktnamen übersetzt.

Die berühmte Kinderküche heißt zum Beispiel DUKTIG, was übersetzt „tüchtig, fleißig“ bedeutet. Mit dem Kindergeschirr können Kindergeburtstage gefeiert werden. Also trägt es den Namen KALAS, was nichts anderes als „Fest“ bedeutet. Die Stofftiere sind zum Schmusen da, folglich heißen sie GOSIG („kuschelig“). Diese Liste könnte lang weitergeführt werden. In unserem IKEA-Namensquiz triffst du auf weitere solche Namen.

Auch in der Küche tummeln sich einige Produktnamen, die etwas über das Gerät verraten sollen. Ein Backofen heißt MATTRADITION („Essenstradition“), das Induktionskochfeld SMAKLIG („geschmackvoll, schmackhaft“) und der Geschirrspüler RENGÖRA („sauber machen, reinigen“).

IKEA Kochfeld Smaklig
Schmackhaft kochen mit SMAKLIG, dem Kochfeld

Schwedisch lernen bei IKEA

Es lohnt sich also, beim nächsten IKEA-Besuch sich die Produktnamen etwas genauer anzuschauen. So lernt man immer wieder etwas dazu. Zum Beispiel habe ich das Wort SÖMNTUTA durch IKEA gelernt. Übersetzt bedeutet es „Schlafmütze“. Klar, dass ein Bettbezug so heißt. Auch PLATSA, NJUTA, SMALRUTA, DJUNGELSKOG, SPARKA, MÅLA, SAGOSKATT und weitere Produktnamen können deinen Wortschatz erweitern. Mach einfach das Quiz und teste dich, ob du den Namen das richtige Produkt zuweisen kannst!

IKEA Kinderprodukte
Besonders in der Kinderabteilung kann man gut schwedische Vokabeln trainieren.

Das Büro ist männlich, Stoffe weiblich

In recht traditionellen Rollenmustern ist IKEA bei der Benennung von Büroartikeln und Stoffen verhaftet. So tragen Stühle und Schreibtische männliche Vornamen, während Stoffen und Gardinen weibliche Vornamen zugewiesen wurden.

Bücherregalserien haben häufig Berufsbezeichnungen. Bei Lampen und Leuchtmitteln werden oft Begriffe aus der Chemie, Meteorologie oder Musik herangezogen.

Und manchmal geht’s auch ganz einfach: So heißt eine Nachttischlampe kurz und prägnant LAMPAN (= „die Lampe“).

Rätselhafte Namen

Hinter den IKEA-Namen steckt also ein relativ klares System, wenngleich es gewisse Ausnahmen natürlich immer gibt.

Aber trotz aller Systematik bleiben manche Namen rätselhaft. Warum ein Kopfkissen den Namen ELDBOLL („Feuerball“) trägt, ist mir nach wie vor unklar. Und unter einem ÖKENLÖPARE („Wüstenläufer“) könnte ich mir einige Tiere vorstellen, auf ein Pferd wäre ich aber nicht gekommen. Aber genau so heißt ein Stoffpferd bei IKEA.

Aber vielleicht soll es ja gerade so sein: Manche Namen liefern Informationen, andere sind witzig und manche eben rätselhaft. So bleiben die IKEA-Namen jedenfalls immer interessant und Gesprächsstoff.

Beitragsbild: Inter IKEA Systems B.V.

 

Lies hier weiter, wenn du mehr kuriose schwedische Wörter kennenlernen willst. Und hier, wenn du wissen willst, ob sich ein Besuch im IKEA-Museum lohnt.

Oder bleib auf dieser Seite und teste dich im IKEA-Namensquiz:

Bist du ein IKEA-Experte? Welches Produkt versteckt sich hinter dem angegebenen Namen?

1. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

MÅLA ?

 
 
 
 

2. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

SAGOSKATT ?

 
 
 
 

3. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

FROSTKALL ?

 
 
 
 

4. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

KULINARISK ?

 
 
 
 

5. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

SPARKA ?

 
 
 
 

6. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

LÅTSAS ?

 
 
 
 

7. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

PYSSLA ?

 
 
 
 

8. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

BESKYDDA ?

 
 
 
 

9. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

SVÄVANDE ?

 
 
 
 

10. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

NJUTA ?

 
 
 
 

11. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

SMALRUTA ?

 
 
 
 

12. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

PLATSA ?

 
 
 
 

13. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

DJUNGELSKOG ?

 
 
 
 

14. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

VAKTA ?

 
 
 
 

15. Welches Produkt steckt hinter dem Namen

GOSIG ?

 
 
 
 


„Hygge“ – eine Lebensart wird zum Hype

Plötzlich muss alles „Hygge“ sein. Wer wirklich glücklich leben will, der sollte es sich dringend „hyggelig“ machen. So sagt es zumindest der Trend aus Dänemark. Oder besser gesagt all diejenigen, die uns „Hygge“ als Trend, als neuesten Modeschrei verkaufen wollen. Wie bei so vielen Trends sollte man genauer hinschauen.

Was ist „Hygge“ überhaupt?

Es gibt jetzt sogar eine Zeitschrift, die „Hygge“ heißt. In Büchern, die in den letzten Monaten auf den Markt geworfen wurden, kann man nachlesen, wie es sich „hyggelig“ leben lässt oder wie man seine Wohnung „hyggelig“ einrichtet. Allein wie dieser Trend momentan gehypt wird, erscheint dabei alles anderes als „hyggelig“, ja, geradezu „ohyggelig“. Und das auch noch in Deutschland, wo die Deutschen von den Skandinaviern gerne als Prototyp des „ohyggeligen“ Menschen angesehen werden.

In Dänemark, dem Ursprungsland von „Hygge“, würde auch niemand von einem Trend sprechen. Denn es ist alles anderes als das. „Hygge“ ist schon seit jeher fester Bestandteil dänischer (und norwegischer!) Lebensart. Es sich ab und zu einfach mal gemütlich zu machen, die Seele baumeln zu lassen, das heimische, gemütliche Sofa dem Club vorzuziehen, es langsam angehen zu lassen, das ist „Hygge“. Eine „hyggelige“ Wohnung verfügt daher mindestens über ein gemütliches Sofa, am besten mit großen weichen Kissen. Dimmbares Licht, besser noch Kerzen, gehören ebenso zur gemütlichen Grundausrüstung wie warme Farben, Einfachheit und klare Strukturen.

Der Kern von Hygge ist die innere Einstellung

Wichtiger als die Einrichtung ist aber die innere Einstellung. Man muss den Stress tatsächlich hinter sich lassen, den Alltag mal Alltag sein lassen und nicht ständig nach dem nächsten Kick suchen. Dazu ist die heimische Wohnung natürlich geeignet, aber auch ein Picknick irgendwo weit draußen oder ein Tag am Strand können sich anbieten. Besonders jedoch an kalten Wintertagen kann man es sich gemütlich machen. Kerzen anzünden, leckeres Gebäck (aber bitte selbstgebacken!), ein warmes Getränk und eine kuschelige Decke auf dem Sofa. So lässt sich auch der lange, dunkle Winter deutlich besser aushalten.

Fika und Hygge passt wunderbar zusammen
Foto: Simon Paulin / imagebank.sweden.se

„Hygge“ als Gegenentwurf zur schnelllebigen Welt

„Hyggelig“ zu leben, bedeutet vor allem, es ruhig angehen zu lassen. Damit kann diese Lebensart durchaus als Gegenentwurf zur hektischen, schnelllebigen Welt gesehen werden, weshalb es wahrscheinlich auch kein Zufall ist, dass dieser „Trend“ gerade jetzt nach Deutschland schwappt.

Und ganz nebenbei lässt sich auch noch gutes Geld verdienen. Das ist ja das Schöne an Trends und Hypes. Bücher, Zeitschriften, Einrichtungsgegenstände etc. müssen gekauft werden, damit man auch ganz genau weiß, wie man das macht, das mit dem „hyggeligen“ Leben. Aber für wirklich gelebte „Hygge“ gibt es keine Anleitung. Es ist eine Einstellungssache. Wer seine Wohnung teuer umgestaltet, um es sich dann mal schnell zwischendurch gemütlich zu machen, ehe die nächste Verpflichtung wartet, der wird weiterhin ganz schön „ohyggelig“ durchs Leben hetzen.

„Hygge“ in Schweden?

Auch das Schwedische kennt das Adjektiv „hyggelig“. Allerdings bezeichnet es eher einen netten, angenehmen Menschen. Und Vorsicht: Wer „Hygge“ in Schweden macht, der schlägt Holz. Allerdings können es sich die Schweden auch gemütlich machen. Das ist dann aber nicht „hyggelig“, sondern „mysig“. Ein anderes Wort, aber genau der gleiche Inhalt.

 

„Hygge“ hat mit dem schwedischen „lagom“ übrigens nichts zu tun – auch wenn beide Begriffe in manchen schlecht recherchierten Zeitschriftenartikel gerne mal zusammengeworfen werden.

Beitragsbild: Niclas Vestefjell / imagebank.sweden.se

10 Gründe, warum du Schweden lieben musst – Platz 3: Fika

Fika

Bei den Punkten „Det ordnar sig“ und „lagom“, die mit der schwedischen Mentalität zu tun haben, kann man, wenn man es denn will, auch negative Aspekte herauslesen. Bei der dritten sehr typischen schwedischen Sache geht das meiner Meinung nach nicht. Oder gibt es an der Fika-Pause irgendetwas Negatives? Mir fällt jedenfalls nichts ein.

Fika ist mehr als Kaffeepause

Was ist „Fika“? Man könnte es einfach mit „Kaffeepause“ übersetzen, denn das ist es, was die Schweden machen, wenn sie „fikar“: Sie trinken Kaffee (das machen sie übrigens im Überfluss), machen Pause und essen dabei leckeres Gebäck.

Mir ist ein Erlebnis sehr prägnant in Erinnerung, das vielleicht am besten beschreibt, dass Fika mehr als das ist: Als ich als Student in Falun lebte, besuchte ich ein Seminar, das immer von 15 bis 17 Uhr ging. Pünktlich um 16 Uhr sagte der Dozent stets, dass wir nun zwangsläufig Fika-Pause machen müssen, denn ohne könnten wir unmöglich weiterarbeiten. Und für alle war klar, dass es nur so sein konnte, wie es der Dozent gesagt hatte. Gar keine Frage! Man macht eben nachmittags eine Fika-Pause. Das ist Gesetz. Religion. Was auch immer, jedenfalls ist es unumstößlich. Zugleich ist es nicht nur eine Pause, sondern auch etwas Soziales, denn man unterhält sich, kommt mit anderen ins Gespräch.

Gehört zu Schweden wie das Amen in die Kirche: Fika
Kaffee und fika gehören zu Schweden, Foto: Miriam Preis / imagebank.sweden.se

Sieben Sorten Gebäck

Früher war es üblich, dass eine perfekte Hausfrau sieben unterschiedliche Gebäcksorten anbot, wenn sie zum Fika lud. Das ist heute nicht mehr nötig (aber dennoch gerne gesehen). Viel wichtiger ist das Zusammenkommen und zugleich das Herauskommen aus der Arbeit oder dem Trubel des Alltags. Und damit hat sich die Fika-Pause tief in die schwedische Kultur und Mentalität eingegraben.

Könnte man das in Deutschland nicht auch etablieren? Wäre doch was.

Am besten eignet sich dazu natürlich ein schwedisches Café in Deutschland.

 

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Beitragsbild: Tove Freiij / imagebank.sweden.se

10 Gründe, warum du Schweden lieben musst – Platz 6: „lagom“

Ich liebe dieses schwedischste aller Wörter! Das Wörterbuch übersetzt es mit „gerade recht, passend, angemessen“. Das trifft es, letztlich aber doch nur unzureichend. Die Schweden selbst bezeichnen sich gerne als „lagom“. Sie, die Gesellschaft, das ganze Land seien „lagom“.

Der genau richtige Mittelweg

Sie haben also einen guten, richtigen Mittelweg zwischen den Extremen gefunden. Das seit den 1920er Jahren aufgebaute „folkhem“, der schwedische Sozialstaat, ist wahrscheinlich die Inkarnation von „lagom“ – ein Brise Sozialismus, ein Stückchen Kapitalismus, aber von keinem zu viel. Nicht-Schweden reagieren manchmal auf zu viel „lagom“ etwas befremdlich, denn notwendige, polarisierende Kontroversen oder auch mal ein Streit werden oftmals nicht geführt.

Kritik am „Lagom“-Lifestyle

„Lagom“ hat daher sicherlich auch seine Schattenseiten. So hat das Wort auch Eingang in unsere Liste gefunden, was einen an Schweden stören kann (Platz 4). Auch die Schwedin Carina Middendorf von Svenska Intensiv steht dem Begriff und vor allem der Tatsache, dass er momentan als Lifestyle gehypt wird, ziemlich kritisch gegenüber.

Trotz aller (berechtigten) Kritik: Einfach mal den Ball flach zu halten, nicht immer gleich ins Extreme zu gehen, sondern den genau richtigen Mittelweg zu suchen, das hat schon viel Charme. Und vielen Menschen täte eine solche Einstellung wahrscheinlich sehr gut, um selbst glücklich zu werden und andere glücklich zu machen. Ein bisschen mehr „lagom“ in unserem Leben dürfen wir also alle wagen.

Wie siehst du es? Ist der Begriff für dich eher negativ oder positiv geprägt? Schreibe deine Meinung gerne in einem Kommentar.

 

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10 Gründe, warum du Schweden lieben musst – Platz 7: die Mode

Sind die Schweden wirklich schöner? Ist das genetisch bedingt? Wie unfair wäre das denn? Aber nein, so ist es nicht: Sie legen einfach nur etwas mehr Wert auf ihr Äußeres. Viele Schweden sind nicht nur absolut sportfanatisch und lassen sich regelmäßig die Haare färben (natürlich blond sind sie nämlich ganz gewiss nicht alle!), sie haben auch einen Sinn für Mode.

Mode mit hohem Stellenwert

Egal, wo man sich befindet, ob in der Schule, auf einem Studentenfest, beim Workout am Freitagabend oder am Wochenende im Park, von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die Schwedinnen und Schweden einfach schick gekleidet.

Foto: Susanne Walström / imagebank.sweden.se
Schick selbst beim Grillfest auf den Felsen in Stockholm; Foto: Susanne Walström / imagebank.sweden.se

Viele schwedische Modelabels

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass mit Tiger of Sweden, HappySocks, Björn Borg, Filippa K, Hope, Vagabond, Gudrun Sjödén, Haglöfs, Hunkydory, Peak Performance, Fjällräven uvm. unzählige Modelabels aus Schweden kommen.

Diese wiederum beeinflussen die Mode im restlichen Europa oder sogar in der restlichen Welt. Wenn du deinen Kleiderschrank durchsuchst, wirst du sicherlich das eine oder andere Kleidungsstück aus einer schwedischen Modefirma finden.

So findet das schwedische Modebewusstsein seinen Weg auf den Kontinent. Manche sagen, Mode à la H&M sei langweilig, gleichmacherisch und alles andere als individuell. Da mag etwas dran sein. Aber dennoch scheint es nicht das Schlechteste zu sein, wenn ein wenig der schwedische Mode auch zu uns herüberschwappt.

Beitragsbild: Simon Paulin / imagebank.sweden.se

 

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