Auswanderer-Geschichten 10: vom Roadtrip zur Ferienhausvermittlung

Keine Auswanderung verläuft wie die andere. Dennoch gibt es typischere Verläufe und komplett untypische. Die Auswanderung nach Schweden von Josefine und Kai kann klar in die zweite Sorte einkategorisiert werden. Denn am Anfang stand überhaupt nicht die Auswanderung auf dem Plan, sondern das Sesshaftwerden in Deutschland. Was dann folgte, war eine abrupte Kehrtwende, ein langer Roadtrip durch Europa und schließlich die Auswanderung nach Schweden mit der Gründung einer eigenen Ferienhausvermittlung. Hier ist ihre ungewöhnliche Geschichte:

Es ist November 2023. Wir haben eine lange Reise hinter uns und sind von Süditalien nach Schweden gefahren. Wir stehen in der Kälte, unser Atem bildet kleine Wolken in der Luft, und vor uns liegt ein graues Haus in Småland, das genau das hat, was wir uns immer erträumt haben. Die Kinder laufen durch den Garten, als hätten sie nie etwas anderes gekannt. Wir schauen uns an – müde von der Reise, aber gleichzeitig erfüllt. Nach vier Jahren unterwegs wissen wir in diesem Moment ganz klar: Hier bleiben wir. 

Hej! Wir sind Josefine und Kai – die Gründer von Schweden-Ferienhaus24.

Vom Fast-Hauskauf in Deutschland zum Roadtrip durch Europa

Unsere Geschichte beginnt allerdings nicht mit einem klassischen Auswanderungsplan, sondern mit einer ganz anderen Idee. Ein Jahr Auszeit – so dachten wir zumindest. 2020 haben wir Deutschland mit unseren zwei kleinen Kindern und einem Wohnmobil verlassen. Wir standen eigentlich kurz davor ein Haus zu kaufen. Die Vorstellung, einen Kredit aufzunehmen und diesen dann bis zur Rente abzuzahlen, hat uns aber so sehr beängstigt, dass wir von der Anzahlung, die wir eigentlich für das Haus ausgeben wollten, im letzten Moment lieber ein Wohnmobil gekauft haben.

Der Plan war überschaubar: ein Jahr reisen. Zeit für uns als Familie, raus aus dem Alltag, durchatmen, neu sortieren.

Was wir damals nicht wussten: Dieses eine Jahr würde unser komplettes Leben verändern. Durch die Reise wurde uns eines klar: Wir wussten ziemlich genau, wo wir nicht mehr leben wollten. Aber wir wussten nicht wirklich, wo wir stattdessen hingehören.

Schon die ersten Wochen unterwegs haben uns gezeigt, wie wenig es eigentlich braucht, um zufrieden zu sein. Weniger Besitz, weniger Termine – dafür mehr Zeit, mehr Erlebnisse, mehr echtes Leben.

In Schweden am Polarkreis
Ein erstes Zwischenziel: In Schweden am Polarkreis

Schweden als Anfang

Unsere erste Station war Schweden. Und rückblickend können wir sagen: Genau dort hat alles begonnen. Die Weite, die Wälder, die Seen, diese besondere Ruhe – das hat uns sofort berührt. Wir sind mit unserem Wohnmobil durch das ganze Land gefahren, fast 6 Monate lang, bis hinauf zum Polarkreis. Haben unterschiedliche Regionen gesehen, Landschaften erlebt, Menschen getroffen.

Und schon damals war da dieser Gedanke: Ob wir hier vielleicht mal leben werden? Aber statt zu bleiben, sind wir weitergezogen – auch, weil wir noch nicht sicher waren, ob es wirklich „unser“ Ort ist oder nur ein Gefühl des Moments.

Fast vier Jahre unterwegs – und viele Veränderungen

Aus dem geplanten Jahr wurde eine Reise von fast vier Jahren. Eine Zeit, die uns mehr geprägt hat als alles davor. Wir sind mit dem Wohnmobil durch Europa gereist, über den Balkan, weiter in die Türkei und nach Marokko. Haben unterschiedlichste Kulturen erlebt, neue Perspektiven gewonnen und vieles hinterfragt, was vorher selbstverständlich war. Diese Reise war nicht nur geografisch, sondern auch persönlich eine enorme Entwicklung für uns alle.

Roadtrip vor der Auswanderung - Familie König unterwegs
Roadtrip vor der Auswanderung – Familie König unterwegs

Unterwegs haben wir Herzensprojekte umgesetzt, die uns bis heute begleiten:

  • wir haben ein eigenes Camper FreundeBuch geschrieben und veröffentlicht
  • einen Verein in Rumänien unterstützt, der Kinder in schwierigen Lebenssituationen begleitet
  • wir haben eine große deutschsprachige Community für reisende Eltern aufgebaut
  • uns in der Zeit intensiv weitergebildet – unter anderem im Bereich Business Management, Coaching und Mediation

All das hat uns verändert. Es hat unseren Blick geschärft für das, was wirklich zählt – und für das Leben, das wir führen wollen.

Warum es am Ende doch Schweden wurde

So viele Länder wir auch gesehen haben – Schweden war wirklich oft in unserem Hinterkopf. Es war nie laut oder aufdringlich, sondern eher wie ein ruhiger Anker im Hintergrund. Ein Ort, der sich richtig angefühlt hat, ohne dass wir es logisch erklären konnten. Zur Auswahl stand für uns unter anderem noch die Schweiz oder Spanien. Wie glücklich wir uns schätzen können, dass wir überhaupt die Wahl haben, uns unsere Heimat auszusuchen.

Elch im Elchpark
Gekommen, um zu bleiben – am Ende wurde es Schweden

Und vielleicht lag genau darin die Antwort auf unsere ursprüngliche Unsicherheit: Wir mussten erst herausfinden, wo wir nicht hingehören, um zu verstehen, wo wir wirklich sein wollen. Als wir nach vier Jahren wieder nach Schweden zurückgekehrt sind, war die Entscheidung plötzlich klar. Ohne große Diskussionen. Ohne Zweifel. Wir sind angekommen – innerlich und äußerlich.

Falls du jetzt noch wissen willst, wie wir von dem Ankommen in Schweden zu SchwedenFerienhaus24.de gekommen sind, dann lest gerne unseren folgenden Beitrag. (Er erscheint in wenigen Tagen hier.)

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