Schweden vor 500 Jahren

1520: Stockholm gibt den Widerstand auf

Widerstand aufgegeben - September 1520

Während Gustav Vasa sich an verschiedenen Orten vor den Dänen versteckt, erhält der dänische König immer mehr Kontrolle über Schweden. Am 5. September scheint er am Ziel zu sein, denn Kristina Nilsdotter und mit ihr Stockholm geben den Widerstand auf. 

1520:

5. September: Alles verloren oder endlich Frieden? Stockholm gibt Widerstand auf

Gustav Vasa vernimmt die großen Neuigkeiten auf Schloss Tärnö in der Nähe von Nyköping. Hier, auf dem Schloss seines Schwagers Joakim Brahe, versteckt er sich inzwischen. Die Bauern Smålands gegen Kristian II. aufzuwiegeln, ist ihm nicht geglückt. Jetzt muss er sich hier verbergen, um nicht den Häschern des Dänenkönigs in die Hände zu fallen. Alles scheint verloren zu sein.

Oder wird er sich bald wieder frei bewegen können?

Die Nachrichten, die ihn und seinen Schwager an diesem 5. September erreichen, lassen beide Schlüsse zu:

Stockholm hat den Widerstand gegen Kristian II. aufgegeben. Gustavs Tante Kristina Nilsdotter, die so lange versucht hat, den Kampf ihres verstorbenen Mannes fortzuführen, hat sich dazu überreden lassen, die Tore der Stadt zu öffnen. Wohl habe Hemming Gadh dazu beigetragen, dass Kristina die Segel strich. So sagt man zumindest. Hemming Gadh, Bischof und Politiker, Vertrauter Sten Stures – wie Gustav Vasa wurde er nach Dänemark entführt. Aber offensichtlich hat er mittlerweile die Seiten gewechselt.

Stockholm ist also verloren. Bald wird der dänische König Kristian II. in der Hauptstadt einziehen und sich dort zum König krönen lassen. Die Kalmarer Union wird wieder aufgebaut werden, der schwedische Widerstand ist am Ende. Alles verloren.

Doch es gibt zumindest ein wenig Hoffnung: Denn Kristian II. gelobt eine Amnestie für Kristina Nilsdotter, posthum für ihren Gemahl Sten Sture sowie für alle ihre Mithelfer, wenn sich Stockholm ergibt. Alles soll vergessen sein, alle Taten gegen Kristian II., seinen Vater Hans und seinen Großvater Kristian I., so die Botschaft des Königs. Alle Gefangenen und Aufständischen sollen freigelassen werden. Der Dänenkönig will ihnen verzeihen. Joakim Brahe ist ein solcher Aufständischer, schließlich war er ein enger Vertrauter Sten Stures. Er atmet auf, als er diese Nachricht vernimmt. Vielleicht ist mit Kristian II. ja tatsächlich Frieden möglich, wenn sich die Schweden nur seiner Herrschaft unterwerfen.

Auch Gustav würde von dieser Amnestie profitieren. Aber er zweifelt. Schließlich vertraute er schon einmal den Worten des dänischen Königs, als er als Geisel an Bord eines dänischen Schiffs ging – und dann entführt wurde. Kann man ihm nun trauen?

7. September: Kristian zieht in Stockholm ein – endlich Frieden

Nachdem Kristina Nilsdotter den Widerstand gegen den dänischen König aufgegeben hat, kann dieser triumphal in Stockholm einziehen. Alle Kirchenglocken läuten zum Zeichen des Friedens. Denn das erhoffen sich die Menschen: Frieden.

Zwar müssen sie ihr Haupt dem Dänenkönig beugen, sie müssen den Kampf für ein unabhängiges Schweden aufgeben. Aber dafür nimmt dieser entsetzliche Krieg endlich ein Ende. Viele jubeln daher zwar nicht, sind aber dennoch erleichtert.

Die hohen Adligen, die im März auf die Seite der Dänen wechselten, können frohlocken. Offensichtlich haben sie alles richtig gemacht. Und einer aus dem Hochadel triumphiert besonders: Gustav Trolle, der abgesetzte Erzbischof. Aber er will nicht nur im Stillen triumphieren. Er hat noch ganz andere Pläne …

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