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10 Gründe, warum du Schweden lieben musst – Platz 3: Fika

Fika

Bei den Punkten „Det ordnar sig“ und „lagom“, die mit der schwedischen Mentalität zu tun haben, kann man, wenn man es denn will, auch negative Aspekte herauslesen. Bei der dritten sehr typischen schwedischen Sache geht das meiner Meinung nach nicht. Oder gibt es an der Fika-Pause irgendetwas Negatives? Mir fällt jedenfalls nichts ein.

Fika ist mehr als Kaffeepause

Was ist „Fika“? Man könnte es einfach mit „Kaffeepause“ übersetzen, denn das ist es, was die Schweden machen, wenn sie „fikar“: Sie trinken Kaffee (das machen sie übrigens im Überfluss), machen Pause und essen dabei leckeres Gebäck. Mir ist ein Erlebnis sehr prägnant in Erinnerung, das vielleicht am besten beschreibt, dass Fika mehr als das ist: Als ich als Student in Falun lebte, besuchte ich ein Seminar, das immer von 15 bis 17 Uhr ging. Pünktlich um 16 Uhr sagte der Dozent stets, dass wir nun zwangsläufig Fika-Pause machen müssen, denn ohne könnten wir unmöglich weiterarbeiten. Und für alle war klar, dass es nur so sein konnte, wie es der Dozent gesagt hatte. Gar keine Frage! Man macht eben nachmittags eine Fika-Pause. Das ist Gesetz. Religion. Was auch immer, jedenfalls ist es unumstößlich. Zugleich ist es nicht nur eine Pause, sondern auch etwas Soziales, denn man unterhält sich, kommt mit anderen ins Gespräch.

Gehört zu Schweden wie das Amen in die Kirche: Fika
Kaffee und fika gehören zu Schweden, Foto: Miriam Preis / imagebank.sweden.se

Sieben Sorten Gebäck

Früher war es üblich, dass eine perfekte Hausfrau sieben unterschiedliche Gebäcksorten anbot, wenn sie zum Fika lud. Das ist heute nicht mehr nötig (aber dennoch gerne gesehen). Viel wichtiger ist das Zusammenkommen und zugleich das Herauskommen aus der Arbeit oder dem Trubel des Alltags. Und damit hat sich die Fika-Pause tief in die schwedische Kultur und Mentalität eingegraben.

Könnte man das in Deutschland nicht auch etablieren? Wäre doch was.

 

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Beitragsbild: Tove Freiij / imagebank.sweden.se